Sommerreise #6 Sognefjorden – Teil 1

Standard
Sommerreise #6 Sognefjorden – Teil 1

Nachdem wir uns am 13.7. von unserer Gastgeberin verabschiedet und alles sicher ins Auto verstaut hatten, zogen wir zum nächsten größeren Stopp auf unserer Reise. Wir wollten über den Gletscher Kjerdalsbreen nach Eide fahren. Das besondere an diesem Gletscher ist, dass man eigentlich bis zum Gletscher hin wandern kann – allerdings stimmte das in diesem Jahr nicht so ganz.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem wir also die Maut in Bar und mit Umschlag bezahlt und das Auto am Parkplatz abgestellt hatten, begaben wir uns auf den Schotterweg. Überall stürzten beeindruckende Wasserfälle von den Bergen und die Sonne stand zumindest in dem Tal hoch am Himmel. Nach vielleicht 10-15 Minuten war dieser dann vorbei und weil die anderen beiden natürlich nicht der Masse hinterher trotten wollten, begannen wir die Steine und Felsen entlang zu klettern. Tja, das Ende vom Lied war, dass wir doch wieder auf den anderen Pfad mussten, weil das Geröll irgendwann komplett von Bäumen überwachsen war. 😀

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Doch der offizielle Pfad war auch eher holprig und man musste ziemlich aufpassen, wohin man tritt. Irgendwann kamen wir an einem Felsvorsprung raus. Mir war ein wenig schwindelig, also entschied ich, mich lieber dort ein wenig auszuruhen und dem Rauschen des Wassers zu lauschen, wohingegen Papa und Susanne noch bis zum vordersten Wasserfall kletterten. Bis zum Eis und Schnee kamen sie jedoch auch nicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zurück am Parkplatz gab es zunächst eine Kleinigkeit zu essen, dann fuhren wir die Straße zurück bis zum See und dem Café. Papa und Susanne aßen Kuchen, mir reichte jedoch mein Kaffee voll und ganz zur Zufriedenheit aus. Im See wuschen sie ihre Füße und stellten fest „Scheißkalt!“ und dann ging es auch schon weiter.

IMG_1992

Wir fuhren weiter, bergauf, bergab, durch die sich ständig verändernde Landschaft, bis wir schließlich bei unserer Hytte ankamen. Sag ich es mal so: zu teuer für so viel kaputt, aber mit schöner Aussicht auf einen kleinen Fjordseitenarm 😂 Wir liefen den Schotterweg, welcher von unglaublich vielen Himbeersträuchen mit unglaublich zuckersüßen Früchten gesäumt war, bis zum Wasser herunter und anschließend wieder hoch (Was für ein Trick 😂) und danach fiel zumindest ich ziemlich kaputt ins Bett.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Samstag wurde ausgeschlafen. Nach unserem Frühstück fuhren wir die rund 70km nach Flåm, wobei uns davon rund die Hälfte unter Erde durch diverse Tunnel führte. 😀 Es war mal wieder erstaunlich: auf der einen Seite vom Berg hing eine dicke Wolkendecke am Himmel, auf der anderen Seite war es 10 Grad wärmer und wunderschöner Sonnenschein. In Flåm tranken wir zunächst im Marina einen Kaffee, genossen den Blick auf den Fjord und beobachteten die Menschen, die am Pier Bilder aufnahmen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anschließend wollten wir eigentlich den Weg zum Brekkefoss laufen, aber dieser war leider wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Also ging es zurück zum Zentrum, ins Flåmsbanamuseum, in die Brauerei zur Bierverkostung und anschließend auf den kleinen Hügel hinter dem Ort.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zurück am Auto fuhren wir Richtung Stegastein, stoppten zum Essen bei einem Bio-Café und bogen anschließend in die mal wieder kurvige und enge Straße ein. Es war (natürlich) mal wieder unglaublich viel los, als wir hoch fuhren und (natürlich) hatten wir mal wieder einen Reisebus vor uns. Doch nachdem die Fotos-jagende und schnatternde Meute wieder abgezogen war, konnten auch wir auf das Plateau, um unsere Bilder zu machen. Papa war natürlich wieder etwas vorsichtiger, aber Susanne und ich lehnten beide an der Glaswand über dem Abgrund.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Weiter ging die wilde Fahrt. Jedoch nicht auf dem vielbefahrenen Weg zurück nach Flåm, sondern über den Aurlandsfjell und der malerisch schönen Berglandschaft, die bis auf 1300 Meter über dem Meeresspiegel entlang führt. Außer uns war fast kein anderes Auto auf diesem Weg. Hier und da trotteten ein paar Schafe vor sich hin, in den Bergseen wurde gefischt, ein paar einzelne Radfahrer strampelten auf dem von Schlaglöchern gezeichneten Asphalt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie wenig auf einer Straße los sein kann, wenn man es im Vergleich zu den umliegenden Wegen sieht. Und vielleicht macht auch gerade das den Charme mancher noch halb versteckten, norwegischen Perlen aus. Wir hielten jedenfalls ums eine oder andere Mal an und ließen das Szenario auf uns wirken.

IMG_2133.JPG

Bevor es zurück zu unserer Unterkunft ging, stoppten wir noch bei der Kaupanger Stavkirke, fanden jedoch alle, dass sie nicht allzu beeindruckend aussah.

IMG_2157

Sonntag wurde ausgeschlafen. Auf meine Frage, was wir heute gemacht hätten, antwortete Papa „Nicht viel. Nur ein Spaziergängchen“ Mhm. Ist klar. Ein Spaziergängchen nach seiner Definition stellte sich als ein roter Wanderweg auf fast 1200m über dem Meeresspiegel heraus. Um 12 ging es am Parkplatz los, gegen halb drei waren wir oben, in verschieden gut gelaunten Verfassungen.

IMG_7533.JPG

Noch grinst sie… 😀

Ich hatte meinen Unmotivationsanfall zum Glück direkt am Anfang und naschte mich ab einem gewissen Punkt ein ganzes Stück an den Heidelbeersträuchen empor. Auf offiziell 800 Metern Höhe (laut der Handys waren es allerdings 915) machten wir einen etwas längeren Stopp, bevor wir uns das letzte Stück hoch quälten.

IMG_2174

Päuschen 🙂 Have a break, have a kvikk-lunsj 😉

 

 

 

Ich ließ die anderen Beiden hinter mir und ging zügig voran, ignorierte meine kurzzeitig tauben Beine und sog die bunten Wiesen mit dem unglaublich türkisen Wasser auf. Oben an dem höchsten Punkt wartete ich, dann wurde erstmal wieder der Energiespeicher aufgefüllt. Bei einer norwegischen Wandergruppe neben uns schnappte ich etwas von Geocatching auf und erstattete Papa Bericht, woraufhin er sein Handy raus holte und seine Antennen auf Suchkurs stellte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Susanne wollte sich noch kurz ausruhen, Papa war über alle Berge und ich entschied, mich auch ein bisschen um zu sehen. Gegenüber von dem Molden konnte man eine steile Klippe hinunter schauen und sah unter sich den unglaublich türkisblauen Fjord liegen. Der Blick ließ sämtliche Strapazen und schmerzende Beine vergessen und wenn man nicht so unglaublich hoch gewesen wäre, hätte man glatt Lust zum Reinspringen bekommen können.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf dem Weg nach unten schloss ich mich zwei norwegischen Rentnern an, wartete nach dem kleinen Kletterstück auf die anderen beiden und lief dann auch das restliche Stück voraus, wobei dort keinen allzu großen Vorsprung mehr aufbauen konnte. Doch ich war zu sehr damit beschäftigt, die Umgebung zu genießen. Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, dass sich der Abstieg ebenso blöd zog, wie der Aufstieg 😂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf der Fahrt nach Hause hielten wir beim Hafslovatnet und kühlten die noch immer glühenden Körper im kühlen Seewasser ab und wuschen den dunklen Staub von unseren Beinen – und plötzlich sah die Welt wieder ein Stück heller aus.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem wir die letzten Minuten vom WM Finale geschaut und uns frisch gemacht hatten, fuhren wir noch zum Essen nach Sogndal und verbrachten den restlichen Abend auf der Terrasse.

Werbeanzeigen

[Kurze Zwischenmeldung] Es geht weiter

Standard

… und zwar mit den noch fehlenden Beiträgen aus dem Sommer. Mein Laptop hat sich leider auf der Reise entschieden ein wenig kaputt zu gehen und ich konnte keine weiteren Beiträge veröffentlichen und danach war immer zu viel los. Deswegen hab ich es leider bisher noch nicht geschafft alles nach zu tragen, aber ich arbeite daran. Einmeldung Ende.

Sommerreise #5 – Stranda Teil 2

Standard
Sommerreise #5 – Stranda Teil 2

Am Dienstag klingelte der Wecker ungewöhnlich früh. Im Infocenter hatten wir am Vortag erfahren, dass die Schnellboottouren um 9 und um 10 Uhr um einiges günstiger als die späteren Touren waren und weil wir erst ein ganzes Stück bis nach Geiranger fahren mussten, hieß es früh los fahren. Wir skippten also das Frühstück Zuhause, aßen nur ein bisschen Obst auf die Hand und gingen lieber in der Bäckerei in Geiranger frühstücken.

IMG_1666

Und dann ging es auch schon los. Vor dem Infocenter wurde ein sexy Ganzkörperanzug platziert, vor dem sich die Gruppe sammelte. Wir wurden zu einem kleinen Schuppen geleitet und bekamen dort eben jene chicen Anzüge ausgehändigt. Dann ging es durch die Gassen zu den Booten. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung wurde das Boot angeschmissen und wir tuckelten zunächst recht langsam aus dem Hafen heraus.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Sonne brannte hell vom wolkenfreien Himmel, fast keine Welle brach das satte Meeresblau. Der Guide nahm etwas mehr Fahrt auf, wir flogen über die eine oder andere Welle. Dann steuerten wir die Sieben Schwestern an, wobei zwei der Wasserfälle aufgrund der Hitze der letzten Wochen abwesend waren. Uns wurde ein bisschen über die umliegenden Farmen in den Bergen erklärt, dann ging es weiter zum nächsten Wasserfall.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Beim sogenannten Freier hörten wir die Geschichte, warum der Wasserfall sich betrinken muss und eine Flasche über sich heraus ragen hat. Der Freier sah sein ganzes Leben lang die sieben Schwestern und verliebte sich in sie. Er fragte eine nach der anderen, ob sie ihn nicht heiraten wollten, doch keine hatte Interesse. Er trug es mit Würde und besoff sich von jeher an jedem Tag und in jeder Nacht. Der letzte große Wasserfall ist der Brautschleier. Vielleicht konnte der Freier ja doch noch eine Dame für sich begeistern? 😂 Etwas schade an der ganzen Tour fand ich, dass das Wasser nicht spritzte. Es war eben ein komplett windstiller und ruhiger Tag.

IMG_1667

Und die Frisur sitzt

Zurück im Ort schlenderten wir zunächst durch ein paar Souvenirläden, dann weiter zur Schokoladenmanufaktur. Hier löffelten wir unglaublich leckeres Eis aus der Geirangerregion – Susanne ganz klassisch Schokolade, Papa Schokolade und Chili-Limette und ich Brunost und Erdbeere. Susanne und ich teilten uns anschließend noch eine angeschmolzene Blauschimmelpraline und stimmten darüber ein, dass die Kombi nicht schlecht war, aber ein Mal auch reichte 😂

IMG_1725

Bei noch immer strahlendem Sonnenschein begaben wir uns auf die Fahrt zum Dalsnibba, Norwegens höchstem Aussichtspunkt auf einen Fjord. Vor der eigentlichen Passstraße kommt ein wunderschöner See mit unglaublich türkisem Wasser und Schnee direkt am Ufer. Wären wir nicht 1000 Meter über dem Meeresspiegel gewesen, hätte man annehmen können, es wäre das Meer.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Doch irgendwann rissen wir uns auch von dort los und machten es an die 5km lange Auffahrt auf 1500 Meter, den Duft von verbrannten Bremsbelägen in der Nase. Das Auto parkten wir am untersten Parkplatz und liefen den steinigen Pfad zur Aussichtsplattform. Zwischen all den anderen Touristen versuchten wir menschenfreie Bilder zu schießen – und genossen natürlich die unglaublich gute Sicht auf den Geiranger. Papa überwand seine Höhenangst und wir setzten auf ein paar ruhige Felsen, ließen den Blick kreisen und mümmelten Kekse.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf dem Weg nach unten entdeckten wir ein paar Schneefelder und – naja, wer uns kennt, wird sich den Rest denken können. 😂 Wobei eine Schneeballschlacht Mitte Juli bei 20 Grad Celsius definitiv seinen Reiz hat.

IMG_1858

Wir folgen dem Nv63 weiter auf den Nv15 und von dort aus fuhren wir über den Nv60 zurück zur Unterkunft. Auf dem Weg lagen einige Tunnel, Seen (wovon wir in einem badeten) und kleine Fjordarme. Papa ignorierte sämtliche Einwände meinerseits, wenn wir an Restaurants vorbei fuhren, sodass uns am Ende bloß eine Pizzeria in Hellesylt blieb.

Mittwoch fuhren wir ein letztes Mal nach Stranda. Am Kanuverleih holten wir für Susanne und mich ein Doppel- und für Papa ein Einzelkanu und paddelten damit auf dem Fjord herum. Zu Beginn hielten wir uns eher auf der linken Seite, bis wir kurz vor dem Freier ankamen. Dort machten wir eine kleine Snackpause, bevor es weiter ging. Papa wollte noch etwas näher zum Wasserfall, wohingegen Susanne und ich lieber auf die andere Fjordseite wollten.

Wir teilten uns also auf, Papa weiter geradeaus, Susanne und ich einmal quer rüber. Himmel, die Strömung war ziemlich tückisch. Das Kanu drehte immer wieder leicht ab und wir hatten ziemlich zu kämpfen, damit wir auf dem Kurs blieben. Teilweise kamen wir fast gar nicht mehr voran und zwischendurch fand ich es einfach nur noch blöd.

Wir paddelten vor dem Brautschleier zurück auf die andere Seite, auf der es dann endlich wieder leichter voran ging. Irgendwann tauchte auch Papa wieder hinter uns auf und gemeinsam ging es zurück zur Anlegestelle.

Nach einem Kaffee und einem Stück Kuchen für jeden ging es ungewöhnlich früh zurück zum Airbnb. Es gab ein herrliches Gewitter auf der Fahrt und wir waren uns einig: besser hätte es eigentlich echt nicht laufen können.

Unser letzter Stopp in unserer Zeit in Stranda war nicht am Geirangerfjord, sondern in Ålesund. Leider war der Himmel morgens noch immer wolkenverhangen und teils hingen dicke Nebelschwaden über den Straßen. Aber das war nach dem unglaublich guten Wetter der vorherigen Tage auch voll und ganz in Ordnung!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wirklich viel gemacht haben wir allerdings nicht in Ålesund. Wir parkten das Auto am Aksla, dem Hausberg der Stadt. Jedoch nicht unten, sondern oben und auch nicht direkt am Café, sondern 1,5km davon entfernt, weil der andere Parkplatz überfüllt war. 😂 Also liefen wir zunächst zum Aussichtspunkt, versuchtem irgendwas in der Wolkensuppe zu erkennen, liefen die vierhundertnochwas Stufen hinunter und machten uns auf den Weg in die Stadt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Hafen fand gerade ein kleiner Markt statt. Papa und Susanne kauften sich Lachs, Susane und ich Räucherkäse und alle zusammen niederländische Karamellwaffeln. Danach teilten wir uns, die beiden wollten in ein Fischrestaurant (bei welchem sie feststellen, dass es weit überm Budget lag) und ich suchte mir eine andere Speisemöglichkeit.

Anschließend schlenderten wir noch ein wenig umher, ich kaufte erfolgreich einen Norwegerpulli, Susanne eine Daunenjacke und eine neue Wanderhose. Zum Schluss gingen wir noch in ein Café, um etwas zur Stärkung zu bekommen, bevor wir uns an die vierhundertnochwas Stufen zurück zur Akskaspitze machten. Hier kam es zu einem blöden Missverständnis und einem kurzen Krach, doch der wurde recht schnell aus der Welt geschafft und es ging am Abend schon recht zeitig ins Bett.

Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

Standard
Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

Die Nacht auf den Sonntag war mal wieder viel zu kurz 😂 Wir machten ein gemütliches Sonntagsfrühstück, bevor wir unsere siebentausend Sachen wieder ins Auto packten und los fuhren.

Susanne hat irgendwann vor dem Urlaubsantritt festgelegt, dass sie in jeden Fjord geht, an dem wir vorbei kommen. Wobei sie inzwischen schon zu „wo wir stoppen“ differenziert hat 😀 . Während sie und Papa also ihre Füße ins kühle Nass tauchten, entdeckte ich eine Wiese voller Walderdbeeren und wir machten ein kleines zweites Frühstück am Wasser.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Landschaft sauste traumhaft schön an uns vorbei – zu schön, um alles so schnell begreifen und aufsaugen zu können. Vor einem Tunnel wurden wir böse herein gelegt. Es stand ein Schild, welches auf einen schmale und holprige Straße nach rechts verwies und einen Aussichtspunkt versprach. Wir fuhren also leichtgläubig in die Straße ein und landeten vor ein paar Steinen, die die Weiterfahrt blockierten. Uns blieb also nichts anderes übrig, als rückwärts wieder raus zu fahren, denn wenden war am Ende echt nicht drin. Links von uns massiver Fels, rechts kam nach wenigen Zentimetern Weglücke der Abhang – aber mit tollem Blick 😂 Papa schwitzte Blut und Wasser, manövrierte uns aber sicher wieder zurück auf die Straße.

IMG_1235

In Holm hielten wir kurz an der kleinen Holzkirche, besorgten an der nächsten Tanke etwas zu Essen und dann ging es wieder in die Berge. Ziel: Trollstigen. Die berühmte Straße mit 12% Steigung besteht aus insgesamt 11 haarnadelscharfen Kehrwenden und ist ein beliebtes Touristenziel.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Letzteres bekamen wir auch sehr deutlich zu spüren: gerade als wir hoch fahren wollten, war es gerammelt voll. Wir mussten des Öfteren anhalten und kurz warten, bevor es endlich weiter ging, wodurch Papa seine Anfahrkünste am Berg bestens beweisen konnte 😂 Es ging wirklich nur schleppend hoch – was jedoch auch genügend Zeit zum Wasserfälle und Schluchtbewundern ließ.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Oben angekommen war erstmal ein allgemeiner Klogang angesagt, ich kaufte mir die provisorische Postkarte und dann ging es zu den Aussichtspunkten. Allerdings war es wie auf der Straße auch hier unglaublich voll und wir entschieden, erstmal ein wenig auf den Felsen herum zu klettern. Denn hier war so gut wie keine Menschenseele unterwegs, was uns wiederum die Möglichkeit zu vielen mehr oder weniger geglückten Fotoversuchen gab. 😀

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als wir zurück auf den angelegten Pfad kamen, waren dort deutlich weniger Menschen und auf auch der Straße war viel weniger Verkehr. Wir gingen also noch zur letzten Aussichtsplattform, dann liefen wir zurück zum Auto und fuhren weiter.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Niemandsland zwischen den Kommunen Raumdal und Norddal hielten wir erneut kurz zum Bildermachen an, bevor wir die Berge durch die dauerschöne Landschaft herunter fuhren. In Gudbrandsjuvet machten wir eine Pause bei den Wasserfällen, spielten ein wenig mit den Kameras umher und tranken Tee und Kaffee in dem schrecklich modernen Café dort.

IMG_1443

Das letzte Stück zu unserer Unterkunft führte uns an verlockend vollen Erdbeerfeldern vorbei, bei denen wir nicht anders konnten, als eine kleine Kiste zu kaufen. Schließlich und schlussendlich kamen wir bei unserer Unterkunft an, wurden unglaublich freundlich begrüßt, aßen zu Abend und versuchten irgendwie einen Plan für die nächsten Tage zu erstellen.

Montag wurde ausgeschlafen. Zumindest bis um 9 der Wecker klingelte. Nach dem Frühstück bedurfte es etwas Anlaufzeit, doch dann packten wir die Rucksäcke und bestiegen das Auto. Wir nahmen die Fähre von Stranda nach Liabygda und von Valldal nach Eidsdal. Danach lag nur noch eine gute dreiviertel Stunde zwischen uns und dem Geirangerfjord.

Doch natürlich brauchten wir länger 😂 Beim Aussichtspunkt Kosmyra machten wir einen kurzen Klostopp und genossen die Aussicht auf den Fjord, dann ging es weiter zur Adlerkehre und dem umgeleiteten Wasserfall. Und natürlich hatten wir wie auch am Tag zuvor genau den Zeitpunkt abgepasst, als sämtliche Busse und Autos ebenfalls den Aussichtspunkt ansteuerten.

IMG_1548

Wir waren umgeben von vielen, vielen deutschen Rentnern, die mehr oder weniger zufrieden die ganze Szene kommentieren und einer „Mein Schiff“ Fotografin, die einlud, Bilder zu machen. Aber nur von den Fahrgästen versteht sich. Papa, Susanne und ich stiegen einen kleinen Geröllpfad hinauf und standen plötzlich ein paar Meter höher komplett alleine auf den Felsen und konnten nochmal in Ruhe die Aussicht genießen. 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir fuhren die neun Spitzkehren herunter bis nach Geiranger, parkten das Auto etwas außerhalb und gingen das Stück bis zur Turi-Info, fragten dieses und jenes für die nächsten Tage. Anschließend fuhren wir einen schmalen Pfad in schleppendem Tempo hoch. Wir hingen hinter einer Ausflugsgruppe, die wie eine Schafsherde den ganzen Weg versperrte und nicht mal im Traum daran dachte Platz zu machen und lieber entrüstet glotzte. Am Restaurant Vesterås Gard aßen wir ziemlich lecker und liefen zunächst zum Vesteråsfjell. Vom Aussichtspunkt aus hat man eine wunderbare Aussicht über das Örtchen und den Fjord!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zurück ging es durch die dösenden Ziegen bis zur Hütte und noch weiter rauf zum Storsæterfoss. Wir entschieden, die mittelschwere Strecke, anstelle der leichten zu laufen, worüber ich eigentlich ziemlich froh war – denn der andere Weg führte über eine steinerne Treppe, mit komplett verschieden hohe Stufen.

IMG_1589

Die Sonne brannte unheimlich stark vom Himmel und es machte nicht wirklich viel Spaß hoch zu laufen, da es so gut wie keinen Schatten auf dem Weg gab. Doch oben wurden wir nicht nur von der Aussicht und dem Wasserfall selber belohnt, sondern auch von unglaublich vielen und unglaublich süßen Heidelbeeren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Allerdings gingen wir erstmal zur kleinen Plattform, machten kurz Pause (und natürlich Bilder) und zogen danach weiter zum und hinter den Wasserfall. Das coole am Storsæterfoss ist nämlich, dass man direkt hinter den Wasserfall kommt. Und das ist bei der Hitze eine unglaublich willkommene Abkühlung, wenn die Sonne so fürchterlich heiß brennt.

IMG_1657

Auf dem Weg zurück landeten wir irgendwie im Heidelbeerfeld. Papa fragte, ob wir denn langsam weiter wollten, was Susanne sehr bestimmt verneinte. 😂 Irgendwann meinte ich „Eigentlich sollten wir zurück… Aber ich hab noch keine Lust!“ Und von Papa kam ein zustimmendes „Hmmm, so langsam…“, während er noch tiefer ins Gestrüpp kletterte. 😂

wp-1531120821144..jpeg

Irgendwann rissen wir uns los und – was soll ich sagen – der Abstieg war nicht viel besser als der Aufstieg. Am Restaurant gab’s aber erstmal eine Runde Eis mit traumhaftem Ausblick und die Strapazen von zuvor waren so gut wie vergessen. 🙂

Wir fuhren anschließend ziemlich direkt zurück, verpassten jedoch genau die eine Fähre und mussten dadurch fast eine ganze Stunde auf die nächste warten, wodurch es wieder ziemlich spät wurde.

Sommerreise #3 – Innerdalen

Standard
Sommerreise #3 – Innerdalen

Nachdem also irgendwie unser ganzes Gepäck sicher im Auto verstaut lag, ging die wilde Fahrt los. Auf meine Empfehlung hin fuhren wir über die E6 und anschließend die 70 weiter, da wir so durch eine traumhaft schöne Berglandschaft und „das Tal der Wasserfälle“ Sunndal fuhren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abgesehen von ein paar Klo-Stops und einem Opi, der am helligten Tag mit Fernlicht fuhr, passierte eigentlich nichts wirklich aufregendes. Unser Weg führte uns auch am Vinnu vorbei, welches der höchste Wasserfall Norwegens und Europas uns der sechsthöchste weltweit ist. Zumindest laut Prof. Dr. Google.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schließlich bogen wir in die schmale Straße nach Innerdalen ein. Auch das ist ein totaler Geheimtipp. Wir ergatterten einen freien Parkplatz zwischen all den Wagen mit norwegischen Kennzeichen und packten unseren Proviantrucksack, bevor wir uns „in das schönste Tal Norwegens“ machten. Zunächst erwartete uns jedoch ein 4km Marsch, der irgendwie in beiden Richtungen gefühlt nur bergauf ging. 😂

Es war den ganzen Tag leicht bewölkt gewesen, doch während wir uns so am Berg empor ackerten, klarte sich der Himmel fast vollständig auf. Fast den ganzen Weg entlang wachsen mal mehr, mal weniger wilde Heidelbeeren (was wir natürlich ausnutzen mussten) und wir vermuten auch, wilde Preiselbeeren entdeckt zu haben.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Schließlich kam der Innerdalstårnet in Sicht, ein markanter und kegelförmiger Berg, vor dem ein See und mehrere Holzhütten liegen. Dazwischen grasen Kühe und Schafe, Vögel zwitschern und es duftet verlockend nach Waffeln. Denn dafür ist die Hytte bekannt: für ihre unglaublich leckeren Waffeln mit selbst gemachter Rømme (Saure Sahne) und Marmelade. Natürlich teilten wir uns so einen Teller und dazu noch eine Kanelsnur (Zimtknoten) – ebenfalls super lecker ❤

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir wanderten den Weg noch ein Stückchen weiter, bis wir zu einem anderen See kamen, in den Papa und ich bis zu den Knien wateten. Frisch abgekühlt und getrocknet zogen wir noch ein Stückchen weiter und kamen über einen schiefen Trampelpfad hin zur „Dusj“, einer Dusche aus herab tropfendem Wasser. Selbstverständlich mussten wir alle drei dort Bilder machen 😂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Weg zurück führte irgendwie gefühlt – wie bereits geschrieben – auch die ganze Zeit nur bergauf, doch endlich kamen wir am Auto an. Wir gingen noch schnell in Sunndalsøra einkaufen und essen, dann fuhren wir weiter bis nach Gjemnes, wo wir die nächste Nacht schliefen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf der Fahrt konnten wir die wunderschöne Berg- und Fjordlandschaft der Nordmøreregion in vollen Zügen genießen. Kaum ein anderes Auto, erst recht keine Massen von Touristen weit und breit. So liebe ich Norwegen!

Wir hatten leider ein paar Probleme das Airbnb zu finden, doch nachdem wir im Haus waren, die Fahrstrecke für den nächsten Tag besprochen hatten und uns noch ein wenig Wein und Schokolade einverleibt hatten, gingen wir recht bald ins Bett.

Sommerreise #2 – Trondheim

Standard
Sommerreise #2 – Trondheim

Wir kamen am Mittwochabend in Trondheim an. Wirklich etwas gemacht, haben wir dann nicht mehr. Dazu waren alle zu müde. Es wurde nur der grobe Plan für den nächsten Tag gemacht und anschließend gingen alle etwas früher als am Vorabend ins Bett.

Zumindest schaffte ich es in dieser Nacht bis halb 6 zu schlafen, bevor ich aufwachte und einfach nicht mehr zur Ruhe kam. Gegen 9 machten wir uns wie am Vortag auf den Weg, dieses Mal zu Fuß in die Stadt zum Hafen. Wir kauften drei Tickets für das Boot nach Munkholmen, der kleinen Insel direkt vor der Stadt.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Munkholmen ist von einer langen Geschichte geprägt. Erst wurde es für Ofperzeremonien der Wikinger verwendet, später bauten Mönche ihr Kloster darauf, in den späteten Jahren wurde es als Gefängnis benutzt und noch später als wichtiger Abwehrstützpunkt zum Schutz der Stadt. Ein geschichtsreiches Fleckchen Norwegen also. Die Sonne schien herrlich warm vom Himmel, es war fast windstill. Fast schon zu schön um wahr zu sein.

Wir sahen uns erst ein wenig auf der Insel um, tranken dann Café und schlossen uns einer Führung durch das Innere des Turmes an. Diese war leider nur auf norwegisch verfügbar, weswegen ich fleißig übersetzte und Papa und Susanne in einem Heftchen mitlesen mussten. Der ganze Turm ist schon sehr massiv gewesen, von den unteren Verließen bis hin zum Ausguck auf der Turmspitze – überall schien es von Geschichten nur so zu wimmeln! Der Guide lotste uns drei am Ende der Führung in ein kleines Häuschen neben dem eigentlichen Turm, in dem zu Kriegszeiten die Soldaten diszipliniert wurden. Hier hatten sich so einige Soldaten verewigt und ihre Weisheiten an die Wände geschrieben.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach den ganzen Informationen mussten wir uns erstmal kurz im Meer abkühlen. Ich gestehe, ich bin nur bis zu den Knien rein und dann ganz fix wieder raus – mir war das an dem Tag eindeutig zu kalt! Und im Anschluss ging es schon wieder mit dem Boot zurück in die Stadt.

Wir flanierten ein wenig durch die Gassen, durch den Stiftsgården bis hin zum Nidaros. Jedoch machten wir recht schnell wieder Kehrt, nachdem wir die unglaublichen Menschenmengen vor der Nidaros Kathedrale gesehen hatten. Also gönnten wir uns zunächst Softeis am Fluss und gingen dann zum Dom. Jedoch war es noch immer nicht wirklich touristenarm und so stellten wir uns geschlagen in die Reihe vor dem Ticketschalter.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Da des erksbischhöfliche Museum und die Kronjuwelen bereits als erstes schlossen, sahen wir uns zunächst diese beiden Museen an. Anschließend ging es in den Dom. Obwohl ich ihn mir inzwischen zum zweiten Mal ansah, überwältigte er mich erneut mit seinen gigantischen Wänden, den Glasfenstern und den Orgeln. Wie auch mit Alexandra bestiegen auch wir drei den Turm und genossen den wunderschönen Blick über die Stadt. Jedoch begann zu diesem Zeitpunkt ein recht frisches Windchen aufzukommen, das bis zum Abend Wolken vor den ganzen Himmel schob.

Von der Kathedeale aus ging es ein zweites Mal an diesem Tag über die Gamlebybru und einmal durch die Gassen von Bakklandet bis hin zum veganen Bistro „Hagen“. Wir entschieden uns das Buffet zu nehmen und schlugen uns die Bäuche mit dem unglaublich leckeren Essen voll.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Anschluss drehten wir noch eine kleine Runde, kauften unter anderem Multebærsyltetøy (Moltebeeren-Marmelade) und liefen schließlich zurück zum Airbnb.

Überraschenderweise schlief ich erstaunlich gut in dieser zweiten Nacht in Trondheim und hätte meinen Wecker dafür aus dem Fenster schmeißen können, dass er am nächsten Morgen klingelte. Doch nach der ersten Tasse Kaffee sah die Welt schon wieder besser aus 😆

Weil wir morgens recht lange brauchten, um uns fertig zu machen, planten wir kurzfristig um und fuhren als erstes zur Nidar Fabrik. Im Schokoladenverkaufsraum probierten wir uns durch sämtliche Boxen und Schälchen durch, gingen kurz durchs Museum und kauften anschließend eine beachtliche Menge an Leckereien ein – obwohl Papa am Ende unglaublich über den Preis meckerte. Doch ich versuchte ihm zu erklären, dass wir für norwegische Verhältnisse eigentlich kaum was ausgegeben haben und wir im Laden locker das Doppelte bis Dreifache gezahlt hätten. Aber irgendwie ließ er dieses Argument nicht ganz durchgehen.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem die Schokolade kühl Zuhause verladen war, ging es weiter zu Kristiansten, denn die Festung hatten wir am Vortag nicht mehr geschafft. Wir parkten jedoch in einer Seitengasse hinter dem Park, um die Parkplatzgebüren zu sparen 😀

Das erste Mal von all den Malen die ich bei der Festung war, hatte auch das Museum geöffnet, was wir natürlich ausnutzten. Papa und Susanne waren beide von den ganzen Skulpturen angetan und ich genoss es einfach, noch ein letztes Mal auf die Stadt blicken zu können.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Durch den Park ging es zurück zum Auto, mit dem wir dann zur Burmaklippe fuhren. Die Burmaklippe ist ein kleiner Felsvorsprung nur wenige Kilometer außerhalb vom Stadtzentrum. Sie ist nicht besonders groß und auch nicht extrem hoch, aber trotzdem definitiv einen Abstecher wert! Jedoch ist sie ein wenig schwierig zu finden, da nichts ausgeschildert ist und es war unser Glück, dass Papa die Klippe bereits vom Boden aus gesehen hatte.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Jedoch war ihm selbst die Höhe nicht ganz geheuer und er traute sich nicht bis zur Kante vor. Ich bin da um einiges schmerzloser und saß mit den Beinen schaukelnd auf der Felszunge. Papas kleiner Freund, der Muskelkater (ja, so heißt sein Tierchen tatsächlich), baumelte dank mir an diesem Tag nicht nur über der Kante, sondern hing auch kopfüber in meinen Haaren.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem wir wieder unten beim Auto waren, fuhren wir einmal auf die andere Seite der Stadt in die Bymarka. Hier wollten wir zum Gråkalle, dem zweithöchsten Berg in der Trondheim Region. Wieder fuhren wir ein ganzes Stück mit dem Auto, bevor wir die letzten paar Kilometer zu Fuß abliefen. Es ging teilweise ziemlich steil hoch und führte durch ein Gebiet, in dem im Winter eine Skiabfahrt ist. Jetzt lag jedoch kein Schnee, nur Fels und mooriger Boden.

Auf dem Berg selber entdeckten wir ganz viele Moltepflänzchen mit Beeren, die jedoch allesamt noch nicht reif waren. Leider! Denn obwohl die Aussicht unglaublich schön war, wurde auch irgendwann der Hunger ganz schön nagend. 😆 Wir liefen jedoch noch so weit wie möglich um die Militärstation herum, bevor wir zurück zum Parkplatz liefen. Ich regte mich derweil fürchterlich über meine Gastfamilie auf, die mal wieder alle gemachten Absprachen kurzfristig umgeschmissen hatten.

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Auto plünderten wir erst mal ein paar Scheiben Knäckebrot, bevor wir zum Supermarkt fuhren, um Sachen fürs Abendessen einzukaufen. Den restlichen Abend verbrachten wir entspannt im Haus bei Schokolade, Wein und Bilder durchsehen.

Den nächsten Morgen holten Papa und ich noch meinen Koffer von meiner Gastfamilie, tranken einen Kaffee und redeten irgendwie in einem dreisprachigen Wirrwarr miteinander. Die Kleine freute sich unendlich über den kleinen rasselnden Ball und meine Gasteltern über den Wein. Irgendwie bekamen wir sogar alles ins Auto (mehr schlecht als recht) und fuhren weiter.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Sommerreise #1 – Røros

Standard
Sommerreise #1 – Røros

Am Dienstag fuhr ich also mit dem Bus von Trondheim nach Røros. Die Fahrt dauerte insgesamt rund drei Stunden und führte durch die saftig grüne Landschaft Norwegens. Ich hing meinen Gedanken nach und versuchte, noch mit den letzten Tagen abzuschließen und ein kurzes Nickerchen zu machen – was aber irgendwie nicht so ganz klappen wollte.

In Røros angekommen, musste ich mich erstmal kurz orientieren und zog es schließlich vor, es mir in einem Café gemütlich zu machen, während ich auf Papa und Susanne wartete. Eineinhalb Stunden später sah ich unser Auto auf dem Parkplatz vorfahren und lief den beiden sehr freudig entgegen 🙂

Wirklich viel machten wir in Røros nicht mehr. Gegen 8 Uhr hatten wir gegessen und fuhren dann zu unserer Unterkunft – einer super urigen Hytte in den Bergen. Es gefiel uns gleich auf den ersten Blick – die gemütlich rustikale Einrichtung, die Holzwände, die ganze Hyttensammlung. Papa meckerte jedoch ein wenig über das charmante Plumsklo auf der anderen Seite der Wiese 😀 Aber zumindest gab es fließendes Wasser und Licht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir entschieden, uns erstmal ein wenig die Beine zu vertreten und eine Runde um den nahegelegenen See zu gehen. Leider war es viel zu kühl zum Baden, denn der See sah herrlich verlockend aus! Anschließend schlenderten wir noch zu der kleinen Brücke, über die wir zuvor gefahren sind und anschließend zurück zur Hytte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier saßen und redeten wir noch bis Mitternacht im kuschelig warmen Wohnzimmer – ich hatte den Ofen angezündet, bevor wir aufbrachen – und tranken Wein und heiße Schokolade, bevor wir alle drei geschafft vom Tag in die Betten fielen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Obwohl ich unglaublich müde war, machte ich in der Nacht kein Auge zu. Ob es am Bett oder am deutlichen Sägen aus dem Nachbarzimmer gelegen hat, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls hielt ich es halb 8 nicht mehr aus, still im Bett zu liegen und fing schon mal an Wasser zu kochen und mich selber soweit fertig zu machen. Kurze Zeit später krabbelten auch die beiden Holzfäller aus ihren Betten und wir machten uns erstmal an ein entspanntes Frühstück. Nachdem sowohl das Auto beladen, als auch die Hytte geputzt und schließlich auch der Schlüssel wieder gefunden wurde, machten wir uns schon auf den Weg zurück nach Røros.

Hier suchten wir zunächst die Touristeninfo auf, erfuhren von einer Straßensperre und bewaffneten uns mit einem Stadtplan. Papa und Susanne probieren sich durch verschiedene Wurstsorten an einem Stand und entschieden, sich eine scheinbar recht schmackhafte Rentier- und Elchsalami zu kaufen.

Danach ging es duch die schnuckelig verspielten Gassen weiter bis zu der Holzkirche. Die Wände und Säulen dieser waren von innen wie Marmor angemalt, erst bei genauerem Hinsehen stellte man fest, dass es sich eigentlich „nur“ um Holz handelte. Und während wir so durch die Kirche schlenderten, ertönte Musik aus der Orgel über uns.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von der Kirche ging es weiter zum Slegghaugan, dem Schlackehaufen mit den urigen Holzhäuschen aus der Gründerzeit der Stadt in den 1600er Jahren. Man kann sich einige der Häuschen auch von innen anschauen, doch dabei sollte man definitiv auf seinen Kopf aufpassen 😆 Von der Spitze eines Schlackehaufens kann man gut über das ganze Gelände und die Gebäude sehen, jedoch entschieden wir, dass es sich für uns nicht lohnt allzu lange dort herum zu klettern und machten uns bald auf wieder auf den Weg.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir schauten auch kurz beim Bergbaumuseum vorbei, gingen jedoch nicht in die Ausstellungen, und liefen dann zum Café Frøyas Hus, das auch im Reiseführer vorgeschlagen wurde. Im Büchlein wurde es wegen der Waffeln empfohlen, doch die waren ehrlich gesagt für die Katz. Viel besser war hingegen der „Weltbeste Apfelkuchen“ mit ganz vielen Honignüssen obenauf und das ganze Ambiente des Cafés.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wirklich lange konnten wir jedoch nicht bleiben, denn wir wollten im Anschluss zur Olavsgruve, einem ehemaligen Kupferbergwerg etwa 13km außerhalb der eigentlichen Stadt. Da wir als einziges an der nicht-norwegischsprachigen Führung teilnahmen, konnten wir den Guid sämtliche Fragen komplett problemlos stellen und uns alles privat und ausführlich erklären lassen. Es war unglaublich beeindruckend, die ganzen verschiedenen Farben zu sehen, doch nach einer Weile wurde es ziemlich frisch da unten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Als wir wieder nach oben kamen, schien die Sonne prall vom Himmel, kein Wölkchen war in Sicht, nur ein leichtes Windchen wehte. Wir spazierten noch ein wenig in der Umgebung umher, schauten uns die Überreste der alten Seilbahn an, mit der das Kupfer aus den Minen in die Stadt transportiert wurde und begaben uns schließlich auf den Weg zurück zum Auto.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir folgten nicht dem schnellsten Weg nach Trondheim, sondern der 705, einer Straße, die durch wunderschöne Berg- und Seelandschaften führt. Es war traumhaft schön! Und mir verschlug es komplett die Sprache, als wir plötzlich an einem Rentier vorbei fuhren. Ich konnte nur noch total aufgeregt „Da, da, da!“ rufen und mit meinem Finger vor Papas Nase nach links zeigen *lol* . Auf der Weiterfahrt begegneten uns noch ein paar Mal Rentiete und zum Schluss auch eine seelig fressende Elchskuh.

Wir machten irgendwann Pause an einem Fluss und aßen am Wasser zu abend, Brötchen, Quark, Wurst, Wassermelone und Mini-Zimtschnecken, während die Sonne warm auf uns herunter schien. Danach waren es nur noch eineinhalb Stunden Fahrt, bis wir nach Trondheim kamen.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

Standard
Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei – ich bin kein Au Pair mehr. Ich sitze mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke in einem Café in Røros und versuche, diese Information und die letzten eindreiviertel Monate in der Gastfamilie zu verarbeiten, während ich auf meinen Vater und Susanne warte.

Die Situation in meiner Gastfamilie ist über die letzten Wochen nochmal total aus dem Ruder gelaufen und gerade überwiegt ganz klar die Erleichterung darüber, dass es vorbei ist. Ja, ich werde die Kleine unglaublich vermissen und finde es schade, dass ich sie wohl nie mehr sehen werde, doch in den letzten Wochen habe ich nochmal ganz klar gemerkt, dass ich menschlich unwillkommen und definitiv kein Familienmitglied bin.

Doch erstmal der Reihe nach. Über den 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag, waren wir in Trondheim. Über meine Eindrücke schreibe ich noch einen separaten Beitrag, beziehungsweise habe ich ihn schon geschrieben und muss nur noch die passenden Bilder auswählen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Wetter der restlichen Maitage waren, ebenso wie in die ersten beiden Wochen, unglaublich sonnig und warm und ich war – sooft wie möglich – im Fjord schwimmen. Obwohl das Wasser eisig kalt war, war es eine angenehme Erfrischung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich befreiend sein kann, zwischen den Algen herum zu dümpeln und raus aufs Meer zu schwimmen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Juni war eigentlich durchgehend kalt und verregnet. Man hatte das Gefühl, dass das Land den eingesparten Regen vom Mai so schnell wie möglich wieder rausholen wollte. Es machte weder Spaß draußen herum zu laufen, weil man entweder umgepustet oder sofort bis auf die Knochen durchnässt war, noch ständig im Wetterbericht von Sonne in Deutschland und noch mehr Regen in Norwegen zu lesen. Mit Baden wurde es also im Juni nicht wirklich was. 😆

Dafür bin ich im Juni den Atlantikhavsveien abgefahren. Dabei handelt es sich um eine ganze Kette von Brücken und Inseln, die jedoch am besten bei starkem Wellengang aussehen. Bei mir war es nur bewölkt und verregnet, aber trotzdem fand ich sowohl die Brücken an sich als auch die Inseln unglaublich schön.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Über meinen Geburtstag bekam ich Besuch von einer Freundin aus Deutschland. In Trondheim zeigte ich Alexandra zuerst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Klassiker wie Kirstiansten, Gamlebybru, Innenstadt und den Nidaros) und gingen gemeinsam in die drei Nidarosmuseen, beziehungsweise zwei Museen und den Dom selber. Das hatte ich selber zuvor auch noch nicht gemacht und fand es überraschend spannend, mir das erzbischhöfliche Museum mit der Geschichte zum Dom, die Schatzkammet mit den königlichen Kronjuwelen und selbstverständlich den Nidaros selbst von innen anzuschauen. Am spannensten fand ich, über die unzähligen verschiedenen Skulpturen am und im Dom zu hören und eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: das Gesicht einer missglückten Botoxbehandlung 😆

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Nidaros kamen wir gerade noch rechtzeitig für die Turmbesichtigung, für die man zwar extra bezahlen musste, aber gleichzeitig auch einen atemberaubenden Blick über die Stadt bekam (was bei strahlendblauem Himmel wirklich mehr als lohnend ist!) 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die nächsten zwei Tage kam sie mit auf die Farm. In meinen Geburtstag feierten wir mit tiefschürfenden Gesprächen und Gummibärchen, um Mitternacht packte ich zwei kleine Geschenkpakete aus. Nachmittags fuhren wir in die Stadt und gingen erst Kaffee trinken und anschließend chic essen, dann fuhren wir zurück in die Gastfamilie. An dem Tag passierte nichts spektakuläres und nichts großes, doch für mich war es perfekt. Enttäuschend fand ich bloß, dass meine Gastfamilie meinen Geburtstag so ziemlich vergaß und ich das Geschenk, das sie mir am Abend versprachen nie bekam und spätestens ab diesem Tag ging die Stimmung Zuhause nur noch den Bach runter.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am 3. Juni flog Mareike, als erstes der Trøndermädels nach Hause nach Deutschland. Es war recht lustig, weil wir es tatsächlich schafften, uns vier Mal zum letzten Mal zu treffen 😆 Wenige Tage folgten Rafaela und Anja, Ende Juni Kira und Leonie. Als nächste habe ich heute aufgehört, in zwei Tagen hat Juliane (und damit die letzte aus dem Bunde) es geschafft. Für die Mehrheit gesprochen würde ich sagen, dass alle glücklich sind, es geschafft zu haben und wieder zurück in ihren richtigen Familien zu sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Seit dem 22. Juni wohne ich nun nicht mehr auf der Farm, sondern in Trondheim. Mir hat es ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen, als meine Gastfamilie am Vortag verkündete, dass ich alle Sachen zusammen packen müsse und wir über die letzten 2 1/2 Wochen nicht mehr zurück fahren würden. Mir blieb so keine Zeit mich innerlich von irgendwas zu verabschieden und mit dem Leben auf dem Bauernhof abzuschließen. Gleichzeitig wurde mir auch die abgesprochene Übernachtung mit meinem Vater und Susanne auf dem Hof gestrichen, weswegen wir kurzfristig umplanen mussten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die letzten zwei Wochen arbeitete ich also in der Stadt, ohne WLAN und mit einer Gastfamilie, die mich abwechselnd klein redete oder ignorierte. Dementsprechend viel war ich unterwegs und versuchte, dem ganzen Wirrwarr zu entkommen. An einem Tag ging ich zu einem Wikingermarkt, etwas außerhalb vom Zentrum. Es war unglaublich kalt und verregnet, aber gleichzeitig auch super schön 🙂 Es war ein recht kleiner Markt, nur sechs oder sieben Buden verkaufen und an einer Stelle gab es Essen und Trinken, doch man merkte, dass die Leute, die dort verksuften, mit Herzblut bei der Sache dabei waren.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Abschied verlief kurz und schmerzlos. Ein distanziertes „Ha dat bra“, eine kurze Umarmung, dann war es vorbei. Der Kleinen ließ ich noch einen selbst gestrickten Teddy da und von ihr bekam ich viele Abschiedsküsschen mit auf den Weg. Behalten werde ich wohl nur die Erinnerungen an die 9 3/4 Monate und ein paar verwackelte Bilder.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Meine 10 Erkenntnisse des heutigen Tages

Standard

… fangfrisch.

  1. Der Nidelva (Fluss in Trondheim) hat Ebbe und Flut.
  2. Bei der Gamle Bybru bringt Strömung Gegenstände, die auf der einen Seite ins Treiben geraten, gerade auf die andere Seite.
  3. Beim Transport muss man mit etwa 15 Minuten rechnen
  4. Meine Schuhe können schwimmen.
  5. Es macht ziemlich viel Spaß barfuß einen Steilhang auf Brennnesseln runter und hoch zu klettern.
  6. Mein Schuh waren von innen nicht nass.
  7. Küssende Pärchen finden es komisch, wenn plötzlich ein Kopf aus dem Gebüsch auftaucht.
  8. Die Ehre eines Mannes fühlt sich verletzt, wenn er nicht zur Rettung des Schuhes schwimmen kann, weil die Strömung zu stark und das Wasser zu kalt sind.
  9. Norwegen ist ein Dorf.
  10. Die Geschichte vom schwimmenden Schuh wird auch in meiner Gemeinde hier bekannt werden (wohlgemerkt nicht von mir).

Macht aus diesen 10 Punkten, was ihr wollt. Ich genieße jetzt noch ein bisschen die Sonne.

[Bilder, Reisen] Frühjahrsreise #3 Bergen 2.-6.5.

Standard

Wir warteten mit den anderen Reisenden am Pier. Auf den Anzeigetafeln des weißen Bootes vor uns stand „Ekspressbåt Flåm – Bergen / Sognefjord in a nutshell“. Philipp und ich hatten kurzfristig entschieden, von unseren „Norway in a nutshell“ Plänen auf „Sognefjord in a nutshell“ zu upgraten. Vom Namen her hört sich zwar die neue Reiseroute nicht ganz so schnittig an, aber anders als bei der Norwegenroute verbringt man den ganzen Weg von Flåm nach Bergen auf einem Boot und muss das letzte nicht im Bus verbringen.

Zwisch Auschecken aus den Campingplatz und Abfahrt des Bootes lagen fast 4 Stunden. Diese nutzten wir, Postkarten nach Hause zu schicken und noch ein bisschen am Meer entlang zu spazieren. Wobei Philipp mich immer wieder dazu aufforderte, doch bitte nicht so zu rennen 😆

Und dann standen wir mit den anderen Wartenden in Schlange, um aufs Boot zu gelangen. Es war eine gut gemischte Gruppe – das sage ich deshalb, weil mal nicht 75% der Reisenden aus Asiaten bestanden und auch nicht zu viele Deutsche dabei waren. 😀 Es fuhren auch eine Hand voll Norweger mit, was jedoch kein allzu großes Wunder ist, wenn man bedenkt, dass das Boot eigentlich als Expresstransport für einige Orte entlang des Sognefjords zwischen Flåm und Bergen gedacht ist und erst später angefangen wurde, den Trip als einen der schönsten Fjordtouren Norwegens anzupreisen.

Dementsprechend oft hielt das Boot auch zwischen, doch man merkte, dass man sich ein bisschen auf Tourismus umorientiert hatte. Zu einigen Orten und ihren Sehenswürdigkeiten wurde kurz was gesagt (zum Beispiel zu einer alten Kirche – keine Ahnung, wo sie war – die man so gut wie gar nicht sehen konnte – aber sie ist alt und steht da. Irgendwo. 😆 ) Sehr schön fand ich übrigens, dass ein Wasserfall kurz angefahren wurde, sich das Boot ein Mal um die eigene Achse drehte und danach weiter fuhr. Insgesamt wirkten jedoch die meisten Infos ein bisschen wie „Okay Leute, denkt euch was aus, damit es speziell klingt und wir mehr Touris anlocken“ auf mich. Und ganz ehrlich? Es wäre nicht nötig gewesen. Das meiste merkt man sich eh nicht und malerisch schön bleibt die Landschaft trotzdem.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Durch die Wolken erhielt die ganze Landschaft einen herrlich mysteriösen und geheimnisvollen Anschein und erinnerte mich sehr an Milford Sound in Neuseeland oder die Lofoten, dennoch hätte ich mich über ein bisschen mehr Sonne sehr gefreut. Wir bekamen die eine oder andere kurze Regenhusche ab und wenn der Kapitän ein bisschen mehr Fahrt aufgenommen hatte, bekam man die Tür zum Frontdeck nicht mehr auf. Da konnte auch mein sich dagegen werfender Körper nichts drehen. Wobei, vielleicht war es auch besser so, denn selbst als man sie aufbekommen hat und einem der Fahrtwind ungestoppt ins Gesicht donnertr, war es extrem kalt. Meine Methode vor dem Wind war, mich hinter die Reling zu ducken und nur bis knapp unter den Augen hervor zu lunsen. Es muss sehr witzig ausgesehen haben.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ansonsten meinte Philipp mal wieder, dass ich ihn an ein nervöses Eichhörnchen erinnern würde: kaum saß ich mal auf meinen vier Buchstaben sprang ich schon wieder auf, mal um Bilder zu machen, mal um Kaffee zu holen, mal um zu schauen, ob es sich lohnt Bilder zu machen, manchmal auch einfach nur, weil ich aufs Klo musste. Und so war ich unglaublich kaputt, als wir schließlich in Bergen ankamen 😀

Natürlich nieselte es und wir fanden das Airbnb nicht auf Anhieb, doch am Ende wendete sich alles – wie eigentlich immer – zum Guten.

Am nächsten Morgen ließen wir es entspannt angehen. Nach unserem Pancakefrühstück begaben wir uns auf den Weg in die Innenstadt, liefen einmal über den Fischmarkt bis hin zu Bryggen. Es war definitiv von Vorteil, dass ich mich schon so ein bisschen auskannte in der Stadt und wir so nicht zu sehr suchen mussten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von Bryggen liefen wir zur Festung Berghus Fortress, welche wir uns jedoch vorerst nur von außen ansahen, schlenderten ein wenig durch den Park und liefen vorbei an der Mariakirche zurück in die Innenstadt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich hatte Philipp nicht wirklich auf den nun folgenden Aufstieg vorbereitet – es ging hoch auf Fløyen und der Weg ist gerade am Anfang ziemlich steil. 😆 Wie es sich gehört suchten wir auf dem Weg nach oben nach sämtlichen Hexenwarnschildern (wir haben acht gefunden) und genossen unterwegs die Ruhe im Wald und die Sicht auf die Stadt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn man – ganz egal wo auf der Welt – innerhalb von 15 Minuten aus dem Stadtgetümmel in die Ruhe des Waldes kommen kann.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Neben der tollen Aussicht über die Stadt und den Fjord kann man übrigens oben angekommen auch noch die Gesellschaft von ein paar verkuschelten Ziegen genießen, die von einer kraulenden Hand zur nächsten wandern und mit etwas Glück Eichhörnchen vorbei flitzen sehen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Mit einem kleinen Umweg zu einem See oben auf dem Berg liefen wir auf der anderen Seite des Berges zurück in die Stadt und stimmten darin überein, dass der Weg durch den Wald um einiges hübscher war, als auf einer asphaltierten Straße.

Wir liefen noch ein wenig durch die Stadt, zum Stadtpark, dem Springbrunnen, dem Theater, aber eigentlich waren wir beide ziemlich kaputt vom Tag und gingen recht bald essen. Wobei das auch wieder eine recht lustige Geschichte war: das Lokal unserer Wahl war im Internet als vegetarierfreundlich ausgeschrieben, doch auf der Speisekarte fand sich nicht ein fleisch-/fischfreies Gericht. Auf Nachfrage bei der Bedienung kam der Küchenchef, der gerade am Nachbartisch saß und dort quatschte, zu mir und erklärte, dass es zwar nicht auf der Karte stünde, das Lokal aber auch einen vegetarischen Burger und ein Pastagericht anbieten würde. Ich entschied mich dann also für den Burger, Philipp für eine Fischsuppe.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Für den Freitag stand ein Museumsmarathon an. Wie schon zuvor in Oslo holten wir uns auch in Bergen die Bergencard, wodurch wir zu den meisten Museen freien Eintritt erhielten und die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen konnten. Unser erstes Ziel war die Bergen Gamleby, ein interaktives Museum mit vielen verschiedenen Häusern ab dem 18. Jahrhundert, in denen Möbel und Werkstätten von damals ausgestellt wurden. Philipp und ich stimmten darüber ein, dass Zahnarztpraxen aus den späten 18-Hunderten ziemlich angsteinflößend waren 😆

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zurück ging es in die Stadt und dort zuerst ins Hansamuseum, anschließend in die Håkonhalle und zum Schluss noch ins Berghus Museum. Eigentlich hatten wir überlegt, auch noch ins Bryggenmuseum zu gehen, aber weil das hätte nochmal extra Eintritt gekostet und war es und eigentlich nicht unbedingt wert.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Stattdessen entschieden wir, ins wissenschaftliche Museum VilVite („will wissen“) zu fahren. Blöderweise hält kein Bus direkt dort und weil es schon den ganzen Tag ordentlich regnete, waren wir bei unser Ankunft gut durchnässt. 😀

Bevor wir noch einen Kaffee trinken gingen, gingen wir ins Eismuseum Magic Ice. Von diesen Eismuseen gibt es mehrere in Norwegen und soweit ich weiß, stellt jedes andere Skulpturen aus. In dem Magic Ice in Bergen werden Gemälde verschiedener norwegischer Künstler in Eis ausgestellt. Besucher bekommen einen überdimensional großen Poncho und ein paar Handschuhe und schon geht es in die Eiskammer. Wenn man genug die Eisschnitzereien bewundert hat, bekommt man noch einen Drink im Eisglas und muss danach erst mal wieder auftauen 😀 Das machten Philipp und ich bei einem Kaffee und Gebäck, bevor es zurück zum Airbnb ging.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Samstag ließen wir entspannt angehen. Philipp ging morgens ins Aquarium, während ich mich mit einer Freundin auf einen Kaffee traf. Anschließend versuchten wir eine neue Jeans für Philipp zu finden, mussten jedoch feststellen, dass er entweder zu lang für seine Breite oder zu breit für seine Länge war :lol:. An diesem letzten Abend gingen wir nochmal fein in Bryggen essen (und es war wirklich unglaublich lecker!) aber aufgrund des gedämpften Lichtes sind die Bilder davon recht verschwommen geworden.

Und damit war der Urlaub auch schon fast wieder vorbei. Sonntag tranken wir noch entspannt Kaffee im Espressohus, dann ging es zum Flughafen und in verschiedenen Fliegern für jeden nach Hause.