[Bilder, Reisen] AuPair Treffen in Bergen

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Am letzten Wochenende wurde von der Agentur ein Treffen organisiert, zu dem alle Mädels, die mit ihnen auf irgendeine Art und Weise insind eingeladen waren. Gerade für mich war dieses Treffen besonders interessant, denn ich habe ja keine andere Person in der Nähe: die nächsten (deutschen) Mädels wohnen in Trondheim und damit gute 3 Stunden entfernt von mir.

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Der eigentliche Plan war, dass meine Gasteltern am Wochenende zu einem Wochenendmarkt nach Trondheim fahren und ich dann eben von dort aus fliege. Allerdings stellte sich Donnerstagabend heraus, dass daraus nichts wird, denn die Frau, die sich normalerweise in der Zeit um die Tiere kümmert, konnte dieses Wochenende nicht. Und so kam es, dass mir Donnerstagabend noch schnell die Strecke gezeigt wurde, ich mich am Freitagmorgen hinter dem Steuer des etwa 25 Jahre alten Mitsubishi L300 Vans wiederfand – einem Auto, in dem ich zuvor noch nie gesessen habe – und mich auf der Fahrt zum Flughafen befand.

Doch sowohl das Auto als auch ich sind heil am Sandfærhus angekommen. Dem Parkplatz, auf dem ich das Auto für die 3 Tage lassen sollte. Laut meiner Gastmum sollte das die günstigste Möglichkeit sein, später fand ich jedoch heraus, dass es auch einen günstigeren Parkplatz gegeben hätte. Anders als ich bei dem Namen „hus“ (also Haus) erwartet hätte, handelte es sich beim Sandfærhus jedoch nicht um ein Parkhaus, sondern um einen großen Parkplatz. Ein Mann kam auf mich zu, nahm meine Rückkehrdaten auf, mir den Schlüssel ab und fuhr mich zum Flughafen. Das alles ging so schnell, dass ich total vergaß zu fragen, wie ich denn den Wagen zurück bekommen würde. Öhm… Ups 😅 Doch ich vertraute einfach darauf, dass keiner Interesse an so einem alten Auto haben würde und es sich von daher auch nicht lohnt es zu klauen 😂

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Als ich ein paar Stunden später in Bergen landete, war der Himmel wolkenverhangen. Doch zumindestens regnete es nicht. Meine Gastmutter hatte mir bereits im Voraus gesagt, dass Bergen eine der verregnetsten Städte sei und sie dort noch nie Sonne erlebt hätte. Dementsprechend nass waren auch meine Erwartungen. Ich stieg also in die Byban, um vom Flughafen in die Stadt zu gelangen, wo ich mich mit Saskia die ich über unsere Blogs kennengelernt habe, traf.

Bergens berühmte Häuserreihe: Bryggen

Bergen berühmteste Häuserreihe: Bryggen

Wir liefen ein wenig in der Stadt und Bryggen umher, bevor wir es uns mit einem Cappuccino bequem machten und einfach nur quatschten. Ganz ehrlich – so was hat mir total gefehlt 😂 Nachdem wir uns verabschiedet haben und ich mir ein typisch provisorisch günstiges Hostelessen gekocht habe, stieß ich auf ein paar andere Mädels der Agentur, mit denen ich bis nachts herumsaß und quatschte.

Am nächsten Morgen war ich nach einer ziemlich schlaflosen Nacht komplett gerädert. Schlaflos nicht, weil ich zu spät ins Bett bin, sondern weil 2 Leute auf meinem 4er Zimmer so dermaßen laut und pausenlos um die Wette geschnarcht haben, dass es nun keinen Baum mehr rund ums Hostel geben kann. Ehrlich – das war nicht mehr normal! Ich hätte die beiden am liebsten aus dem Fenster geworfen.

Doch die Sonne schien zum Fenster hinein (wir erinnern uns – Bergen + Sonne = quasi ein Ding der Unmöglichkeit) und zumindest das munterte meine müde Stimmung etwas auf. Eine kurze Zeit später befand ich mich mit 5 anderen Mädels (3 davon aus Trondheim und dadurch quasi „nebenan“ von mir) auf einem Boot. Wir haben entschieden eine Fjordtour zu machen, bevor es mit dem eigentlichen Programm los geht. Es war sonnig und schön und – scheißkalt 😂 Das Boot fuhr unglaublich schnell und wenn man so wie wir ziemlich lange draußen auf der Reling steht, wo der Hauptfahrtwind vorbei schießt, frieren einem ziemlich die Hände. Und die Ohren. Und die Beine. Und einfach alles 😂 Aber das war es so was von wert!

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Das Wasser war fast komplett ruhig und dadurch haben sich sowohl die Berge, Wasserfälle, Wolken und Häuser perfekt im Meer gespiegelt. So perfekt habe ich es bisher wirklich noch nie gesehen. Hier und da war ein kleines Dörfchen und ein paar Männe arbeiteten. Wenn man die Stromleitungen ignorierte, wirkte die Szene teilweise wie aus einem Film der Vergangenheit entsprungen. Als wäre die Zeit stehen geblieben und das Leben noch ein anderes. Härter, einfacher, glücklicher. Am Ende der Fahrt wurde etwas Wasser von einem Wasserfall „angezapft“ und zum Trinken verteilt. Danach hat es uns nach drinnen und zur heißen Schokolade gezogen – die kalten Knochen mussten aufgewärmt werden.

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Lustig war: ich quälte meiner Zunge ein „To koppen varm sjokolade.“ ab, der Kerl drehte sich um und gab weiter „To kaba!“ und grinste mich leicht schief an. Danke, Kaba kann ich auch 😂

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Zurück im Hostel saßen die anderen Mädels bereits beim Mittagessen. Wir gesellten uns zu ihnen – mal wieder eine rein deutsche Gruppe (jetzt mal abgesehen von den Agenturdamen 😉) Nachdem wir auf unsere Zimmer eingeteilt worden sind und kurz Zeit hatten, trafen wir uns wieder in der Lobby, um zu Bryggen zu laufen. Es gab ein wenig Geschichte zu den alten und berühmten Häuschen, danach wurden 20 deutschen Mädels gleichzeitig auf die Stadt los gelassen. Wer Probleme hatte, konnte mit den Agenturdamen reden, aber da mich das nicht betraf, zog ich die ganze Zeit mit den anderen durch die Gegend.

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Zuerst liefen wir in Richtung der Wasserfontaine kurz hinter dem Zentrum, von dort aus zu dem Blumenpavillon direkt dahinter. Die Gruppe zog gerade weiter, da sah ich aus dem Augenwinkel einen mir bekannt vorkommenden schwarzen Haarschopf auf einer Bank sitzen. Ich sah genauer hin – und tatsächlich! Dort saß eine Freundin aus der Schule, die gerade ein Auslandssemester in Oslo macht. Ich platzierte mich ziemlich direkt vor ihr. Im ersten Moment sah sie mich leicht verwundert an, bevor sich das Wiedererkennen in ihrem Gesicht ausbreitete. Wir verabredeten uns für später und ich lief zusammen mit dem Mädchen, mit dem ich mich bis dahin unterhalten und das auf mich gewartet hatte, hinter den anderen her.

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Diese standen gerade etwas unschlüssig vor „Dem blauen Stein“ und überlegten wohin es als nächstes gehen könnte. Der Entschluss fiel auf die Souvinirshops bei Bryggen.

Ehrlich gesagt tut mir die Dame aus dem ersten Shop etwas leid – plötzlich stand ein ganzer Pulk Mädels im Laden und verließ ihn wieder, ohne irgendetwas gekauft zu haben. Im zweiten oder dritten Laden verlief sich die Gruppe dann langsam und spätestens nach dem vierten hatten sich die meisten von uns verabschiedet.

Ich machte mich mit 5 anderen Mädels auf den Weg zur Bergenhus Festress, eine Festung hinter dem Hafen und Bryggen. Betreten haben wir sie jedoch nicht und sind schon recht bald zurück gelaufen. Hier trennte ich mich von den anderen AuPairs, um mich mit meiner Freundin auf einen Kaffee zu treffen.

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Wir haben uns komplett (aber wirklich komplett 😂) verquatscht, sodass ich mich viel zu spät auf den Weg zurück ins Hostel machte und als letztes ankam. Aber Zeit für ein Selfie musste sein 😁

Die Agenturdamen führten uns in ein Restaurant, in das wohl keiner von uns ansonsten gegangen wäre. Es sah von außen einfach unbeschreiblich teuer aus. Klar, günstig war es nicht (ist hier eigentlich nichts), trotzdem war das Preisleistungsverhältnis super. Doch es war schwierig etwas vegetarisches auf der Karte zu finden. Anschließend ging es in ein Studentenpub, in das man als Nicht-Student unter 20 normalerweise gar nicht darf. Aber als wir ankamen war noch nichts los und wirklich Lust lange zu warten hatten ich und 2 der Trondheimmädels auch nicht. Also gingen wir schon recht früh und machten noch ein paar Bilder mehr. Bergen bei Nacht sozusagen.

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Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Fløyen gestiegen, einem Berg direkt am Zentrum. Der Aufstieg war teilweise echt ziemlich anstrengend, hat sich aber mal wieder gelohnt. Und das Wetter (ich traue mich fast gar nicht es zu schreiben) war traumhaft. Nix vom immer verregneten Bergen zu sehen.

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Auf dem Weg fanden wir immer wieder Schilder von der unsichtbaren Hexe, die man im übrigen nicht fotografieren darf. Mit diesem Gag bezieht sich die Stadt auf seine eher unlustige Geschichte. Im Mittelalter herrschte in ganz Skandinavien wie auch in den meisten restlichen Teilen Europas rege Hexenverfolgung und in Bergen sollen noch bis heute viele ihrer Geister spuken.

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Nach ein paar verabschiedenen Worten der Agenturdamen wurden wir auf der Spitze des Berges entlassen. Ich lief ein wenig mit den anderen Trondheimmädels umher, machte Bilder und verlor den Objektivdeckel meiner Kamera: er schlitterte fröhlich klappernd die Kante runter und landete etwas weiter unten und sicher außer Reichweite im Gras. Mist.

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Ich musste mich auch schon als erstes von den anderen verabschieden, da mein Flug bereits um 3 zurück ging und man alleine zum Flughafen eine Stunde mit der Bahn braucht.

Zurück in Trondheim bekam ich mein Auto erschreckend leicht zurück – keine Papiere, kein Ausweis, nichts gebraucht. Ich frage mich, ob das mit einem VW oder einen Mercedes ebenso leicht gegangen wäre oder die Leute einfach nicht davon ausgehen, dass jemand so ein Auto klauen wollen könnte 😂

Die Rückfahrt war anstrengend – zwei Nächte mit zu wenig Schlaf und voller Aktivitäten sind doch ziemlich ermüdend. Doch ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Elch in freier Wildbahn gesehen. *-*

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[Gedanken, Alltag] Monatsupdate #1 – Von faulen Eiern und allgemein dem Leben am Arsch der Welt

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Wow! Ich bin jetzt schon seit einem Monat weg. Oder da. Je nach Perspektive 😉 Höchste Zeit also, mal wieder ein kurzes Update zu schreiben. Ich werde diesen Beitrag in verschiedene Themen einteilen, um es etwas übersichtlicher zu gestalten. Andernfalls befürchte ich, dass es total schwer zu verfolgen wird. 😀

Ja, wie geht es dem Vegetarier auf der Rinderfleischfarm? Eigentlich erstaunlich gut, wenn man nur an diese Ironie denkt. Ich hatte ja am Anfang wirklich so meine Bedenken, ob nicht dieser Widerspruch ein Problem werden könnte. Aber bisher klappt es ziemlich reibungslos. Klar, es gibt manchmal recht prekäre Unterhaltungen: zum Beispiel wenn mein Gastvater mir erklärt, dass es keinen Unterschied zwischen „einen kranken Hund erschießen“ und ein „gesundes 3 Jahres Rind zu schlachten“, aber solche Diskussionen finden insgesamt relativ selten und mit respektvollem Ton statt. Ansonsten finde ich die allgemeine Haltung meiner Gastfamilie zum Fleischkonsum sogar ziemlich gut – alles Fleisch das gegessen wird, stammt entweder von den eigenen Rindern und Ziegen oder wurde selber gejagt beziehungsweise gefischt. Dadurch gibt es automatisch nur „Bio“ Fleisch von „glücklichen“ Tieren (Und das sage ich, obwohl ich der Meinung bin, dass es kein Fleisch von glücklichen Tieren gibt, sondern nur von toten). Doch im Großen und Ganzen sind meine Gasteltern super rücksichtsvoll: Wenn ich nach Hause komme und meine Gasteltern gerade irgendein Tier im Schuppen schlachten, werde ich gewarnt, sodass ich entscheiden kann, ob ich hinsehen möchte oder nicht; an meinem ersten Wochenende wurden kiloweise Linsen, Kichererbsen, Quinoa etc. gekauft; es wird mir zwar immer mal etwas angeboten, wenn es etwas ganz besonderes (z.B. Hummer), aber wenn ich dankend ablehne, gibt es keine weiteren Diskussionen oder Fragen.

Insgesamt ist das Essen hier aber ziemlich lecker. Definitiv anders als in Deutschland, aber ähnlich herzhaft und reichhaltig. Also nicht so wie in Neuseeland, wo jedes Essen bitteschön low carb und low fat und kalorienarm und sättigend sein sollte und dazwischen Massen an Crackern und Chips gefuttert wurden. Hier gibt es meistens ein großes Frühstück, ein kleineres Lunch und dann ein reichhaltiges und relativ frühes „Middag“, also ein warmes Abendessen gegen 4 oder 5.

Ansonsten genieße ich die Vorzüge des Farmlebens: frische Eier von unseren Hühnern, ein Leben mitten in der Natur, Quad fahren um kurze Distanzen zurück zu legen, insgesamt die Ruhe. Das Leben hier scheint in so vielen Beziehungen so viel leichter und sorgenfreier zu sein. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass es ein einfaches Leben ist. Aber dazu sage ich später nochmal etwas mehr. Ich merke richtig, wie sehr ich nachts die Ruhe und den Sternenhimmel genieße und dass ich tagsüber bei schönem Wetter binnen 5 Minuten am Wasser oder im Wald sein kann. Im Garten haben wir massig Karotten, Grünkohl, Spinat, Zwiebeln, Salat und Brokkoli wachsen, sowie eine ganze Sammlung an Kräutern. Alles in Bio-Qualität 😉 Und wenn mein Gastdad bei schönem Wetter er Enge des Landes entfliehen möchte, nimmt er mich manchmal auf seinem Boot mit aufs Meer.

Ein kleiner Ausflug zur nächsten „Stadt“ wird jedoch schnell zu dem Highlight der Woche. Wobei wir auch schon bei den Nachteilen des Farmlebens wären. Bis zur nächsten etwas größeren Ortschaft (mit rund 4000 Einwohnern) fährt man mindestens eine halbe Stunde. Es gibt zwar ein bis zwei kleine Dörfer in 10-20 Minuten Entfernung, aber wenn man Dinge einkaufen möchte, die man nicht in Tante Emma Läden ähnlichen Geschäften finden kann, fährt man eben eine Weile. Und selbst dann ist das Angebot ziemlich stark beschränkt. Auch wenn wir bei weitem nicht die einzigen Menschen direkt hier sind (etwa alle 500-1000 Meter steht mal ein Haus), wirklich viele Leute gibt es hier einfach nicht. Das nächste Au Pair von dem ich weiß, kommt aus Thailand und wohnt ca. 2 ½ Stunden von hier entfernt. In Trondheim weiß ich von 4 weiteren Mädels, von denen ich drei bereits kennen gelernt habe. Aber bis Trondheim fährt man auch mindestens 3 Stunden (ich hab übrigens fast 4 Stunden gebraucht, als ich letztes Wochenende dort war 😀 ). Ein kleiner Mimimi-Nachteil von eigenen Hühnern ist übrigen, dass man sich nie zu sicher sein kann, ob das Ei frisch ist oder eine ganze Weile gut versteckt im Stroh herum lag, bevor es gefunden wurde. So habe ich gestern meine erste Erfahrung mit dem wundervollen Duft fauliger Eier machen dürfen.

Eine weitere Frage, die ich recht häufig gestellt bekomme, ist „Wie kalt ist es?“ Aktuell kann ich noch sagen, dass es wärmetechnisch echt komplett klar geht. Die Nächte sind teilweise ziemlich eisig, aber tagsüber und mit Sonne ist es ziemlich angenehm. Nur ich merke jetzt schon einen deutlichen Unterschied zu vor noch einem Monat und auch zu Deutschland. So wird es zum Beispiel aktuell zu guten Zeiten hell und dunkel, aber bis die Sonne tatsächlich hinter den Bergen auftaucht, ist es schon 13 Uhr. Das heißt im Klartext: es ist schon seit etwa 6 Stunden hell, aber eben ohne jegliche Sonneneinstrahlung. Und sobald sie mal da ist, werden Norweger wie Blumen, die ihre Gesichter der Sonne zuwenden. ^^

Was sind meine sonstigen bisherigen Erfahrungen mit Norwegern? Die Menschen sind insgesamt recht freundlich, hilfsbereit und harmoniebedürftig. Allerdings nützt das nicht allzu viel, da sie gleichzeitig auch relativ verschlossen gegenüber Fremden sind und nicht allzu viel Wert auf Smalltalk legen. So fand ich es zum Beispiel gerade am Anfang ziemlich schwierig ein Gespräch mit meinem Gastdad anzufangen. Sicher scheint immer ein Einstieg über „Heute ist es wirklich überraschend warm. Das hätte ich heute Morgen gar nicht erwartet“ zu sein. Und meistens ergibt sich daraus ein Gespräch. Man muss nur gerade am Anfang des Gesprächs aufpassen sich nicht mit einem „Ja“ abspeisen zu lassen. 😀 Insgesamt haben die Leute auch ziemlich gute Englischkenntnisse. Wenn sie zum Beispiel merken, dass man mit seinen Norwegischkenntnissen nicht weiter kommt, wechseln sie direkt die Sprache. Was zwar lieb gemeint ist, bringt einem selber natürlich nicht allzu viel, wenn man die Sprache lernen möchte. Doch im

Allgemeinen freuen sie sich total, wenn man versucht ihre Sprache zu sprechen. Und egal, wie komisch man etwas ausspricht – sie sagen trotzdem dass es richtig ist, denn gefühlt gibt es einfach keine norwegische Sprachregeln. Alles ist irgendwie irgendwo möglich. Wenn man etwas sagt, kann man sich ziemlich sicher sein, dass irgendwelche Leute mit irgendeinem Dialekt das genauso auch sagen. Das macht mich manchmal echt wahnsinnig! Ich frage also, ob es möglich ist Wort X so auszusprechen oder nicht und als Antwort bekomme ich fast immer, dass das Wort in irgendeiner Region so oder so ähnlich ausgesprochen wird. 😀 Ansonsten tu ich mich nach wie vor schwer die Sprache zu lernen. Ich verstehe zwar recht viel, kann aber fast nichts selber sagen. Mich frustriert das manchmal ziemlich, aber zumindest meine Gastfamilie ist fest davon überzeugt, dass das ziemlich bald besser wird.

Auch ansonsten harmoniert es mit meiner Gastfamilie. Klar, es gibt immer mal kleine Reibungspunkte oder Dinge die mich nerven, aber es ist nie so, dass ich mich ausgenutzt oder ungerecht behandelt fühle. Und wenn mal ein Problem auftaucht, wird sich zusammen gesetzt und anständig darüber geredet. Die Kinder nehmen mich auch alle soweit ganz gut an und gerade mit der Kleinen, auf die ich ja eigentlich nur aufpasse, klappt es momentan ziemlich gut.

Also – auch wenn es nicht immer leicht ist mitten im Nirgendwo zu wohnen, ich fühle mich hier bisher total wohl und bereue es kein bisschen auf eine Farm am Rande der Zivilisation gegangen zu sein. Mal sehen, wie sich diese Sicht in der näheren und ferneren Zukunft noch ändern und entwickeln wird 😀

10 Fakten über Monat 1:

  1. Ich habe bis heute genau 934 Bilder mit meiner Kamera gemacht.
  2. In meiner 2. Woche habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Polarlichter gesehen.
  3. Ich habe in einem Monat Norwegen mehr über Schlachten, Fischfang und Jagen gelernt, als in meinem bisherigen Leben.
  4. Bisher habe ich erst 2 Mal nach Deutschland telefoniert.
  5. Neulich habe ich teilweise auf Norwegisch geträumt und nichts verstanden.
  6. Ich bin die einzige weiße Person in meinem Sprachkurs.
  7. Manchmal habe ich totales Heimweh nach Neuseeland, aber bisher noch nicht so viel nach Deutschland. (nur nach meinen Katzen – sorry Papa 😀 ♥ )
  8. Es ist gut, dass ich nicht in direkter Laufentfernung zu Supermärkten wohne – dadurch kaufe und esse ich weniger Schokolade 😀
  9. Ich bin das erste Mal Quad gefahren – und es macht verdammt viel Spaß J
  10. In meinen ersten beiden Wochen hier habe ich mehr Pizza gegessen, als im ganzen letzten Jahr.

[Alltag, Kinderlogik] Von essen und noch mehr essen

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Wir sind in die nächstgelegene Stadt gefahren, die ca. 30-40 Minuten mit dem Auto entfernt von der Farm ist. Wir wollten essen gehen und ein paar Lebensmittel einkaufen (und in der Stadt gibt es nunmal der nächste große – und trotzdem noch kleine – Supermarkt).

Und so kam es, dass sich zwei wie ich finde lustige Begebenheiten ergaben: 

  1. die Dame in dem China Restaurant kennt die Familie inzwischen stammkundenmäßig ziemlich gut und kann auch mich dazu einordnen. Die Dame nimmt unsere Bestellung auf und ich gebe sie auf norwegisch ab. Sie schaut mich an, und fragt meine Gastmutter (auf norwegisch) „Oh, spricht sie schon norwegisch? Wie lange ist sie jetzt hier?“ – „Etwa einen Monat. Aber sie schlägt sich sehr gut.“ – „Oh, ich konnte nach einem Monat noch nichts verstehen.“ Ich sitze da, stolz wie Bolle und grinse in mein Wasserglas. (Okay, ich verstehe einfache Konversationen meistens ganz gut, nur kann ich eben fast nichts sagen 😂) Wir unterhalten und während des Essens auf englisch, ich erfrage das eine oder andere norwegische Wort. Kurze schnelle Informationen tauschen meine Gasteltern auf norwegisch aus oder bringen die Tochter kurz auf den genaueren Stand. Die Dame kommt wieder und meine Gastmum beginnt auf englisch mit ihr zu reden. Alle lachen. Meine Gastmum dreht sich um und möchte mit dem letzten Thema fortfahren und wirft einfach beide Sprachen komplett durcheinander. „Ohje, ich bin komplett sprachenverwirrt“, meint sie. „Was soll ich denn da sagen?“, erwidere ich lachend.
  2. Im Supermarkt zieht mich die Tochter zu den Süßigkeiten. Sie deutet auf eine Tüte Haribo. „Das ist deutsch, oder?“ – „Ja“ – „Und Kinder kommt auch aus Deutschland“ – „Ja“. Sie steht vor dem Regal und muntert die anderen Süßigkeiten. „Kennst du Toffifee?“, frage ich und zeige auf die Packung. „Ja. Das ist sooooo lecker! Ich liebe die!“ – „Kommt auch aus Deutschland.“ – „Ihr habt ganz schön viele gute Süßigkeiten. Ich glaube, ich muss auswandern…“ Meine Gastmum kommt um die Ecke, mit einem riesigen Beutel Äpfel. „Sind das genug für den Kuchen?“, fragt sie mich (Ich habe angeboten einen Apfelstreuselkuchen zu backen). Ich fange an zu lachen. „Mit ein paar Äpfeln meinte ich 4 oder 5“ – „Das nehme ich als ja.“ Und jetzt haben wir 5 Kilo Äpfel im Kühlschrank liegen. Ich glaube, ich koche bei der Gelegenheit auch gleich noch Apfelmus 😂

Aber ganz im Ernst? In solchen Momenten liebe ich diese Familie schon nach knapp einem Monat total ☺❤

[Bilder, Reisen, Alltag] Wochenende in Trondheim

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Nach meiner ersten Woche bin ich am Donnerstagmorgen mit meinen Gasteltern und der Kleinsten nach Trondheim gefahren. Das ist die Stadt, in der ich nur wenige Tage vorher gelandet bin und die nächste größere Stadt von unserem Haus aus gesehen. Trotzdem fährt man noch fast 3 Stunden, aber hey, Nähe ist relativ 😉
Der Grund für unseren Trip war folgender: am Freitag und Samstag war je ein Farmermarkt, auf dem meine Gasteltern verkauft haben. Und so habe ich den Donnerstag frei bekommen und am Freitag und Samstag gearbeitet. 

Donnerstag habe ich mir also zunächst die Stadt ein wenig angeschaut. Bin ein wenig hierhin, ein wenig dorthin gelaufen und hab viele Bilder gemacht. Zuerst bin ich vom Torg, dem großen Einkaufscenter im Stadtzentrum, Richtung Hafen gelaufen. Von dort as hat es mich zunächst ein wenig durch die Innenstadt gezogen, vorbei an den ganzen kleinen Lädchen und Cafés.
Ohne es zu wissen habe ich in dem Café gegessen, in dem die Schwester meines Gastvaters arbeitet. Ich bin mindestens 3 Mal daran vorbei gelaufen und hab jedes Mal gedacht: „Boa, das sieht schon chic aus.. Aber auch teuer… Aber chic!“ Und wenn man so gefesselt von einem Café oder Restaurant oder von mir aus auch einer Imbissbude ist, sollte man definitiv rein 😉 Wie erwartet, es war teuer. Ich hab für ein belegtes Brötchen und einen Kaffee rund 130 Kronen bezahlt. Autsch 😅 Lecker war es aber ☺

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Während ich dort saß, habe ich mit einem Au Pair aus Trondheim geschrieben und sie meinte, sie würde mir die Gamle Bybru, also die alte Brücke, ganz fest ans Herz legen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Und wie es nunmal häufig ist, wenn man zum ersten Mal in einer Stadt ist und keinerlei Orientierungssinn hat: mal läuft riesige Umwege. Aber hey, so bin ich auf meinem Weg an Orten vorbei gekommen, zu denen ich später nicht mehr extra laufen musste 😂 Vor der Gamle Bybru war ich z.B. in dem kleinen Park vor dem Stiftsgården, einem hölzernen Königsschloss aus dem 18. Jahrhundert. Allerdings hab ich zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert, dass es ein Königshaus ist. Dafür habe ich die Möwe bemerkt, die es sich frech auf dem Kopf der Statue von König Olav V bequem gemacht hat. 

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Irgendwann fand ich dann die Brücke und muss zugeben, dass ich sie bezaubernd finde. Damit meine ich nicht nur die roten und geschnitzten Rahmen, sondern auch die seltsame Ruhe, die auf der Brücke herrscht. Sie darf nicht nur nicht von Autos befahren werden, sondern thront auch über dem Fluss, der sich durch ganz Trondheim schlängelt. Es stehen mehrere Bänke auf der Brücke, ein paar Fußgänger schlendern genüsslich in der Sonne, ein Fahrradfahrer schiebt sein Rad unter den Holzbögen entlang. Links von der Brücke reihen sich lauter bunt angemalte, alte Holzhäuser, die sich mehr oder weniger stark zum Wasser neigen. Irgendwo weiter hinten steht die Bakke Bybru und ganz noch weiter enrfernt kann man den Hafen und den Trondheim Fjord erahnen. Auf der gegenüberliegenden Seite ragt das Universitätsgebäute aus den Häusern empor. Ja ich gestehe, mit diesem Blick über den im Sonnenlicht glitzernden Fluss lässt sich die Zeit vergessen.

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Auf eine ganz andere Art beeindrucktend ist der massive Nidarosdom aus dem 11. Jahrhundert. Sie wurde zu Ehren und als Grabstätte des Nationalhelden St. Olav gebaut. Einem Wikingerkönig, der das Christentum in die Trondheimgegend gebracht hat. Zu Lebzeiten wurde er dafür geächtet, doch nach seinem Tod ehrte ihn die inzwischen stark gewachsene christliche Gemeinschaft. Während die Brücke eher leicht und anmutig wirkt, hinterlässt die Kathedrale durch ihre Massivität einen mindestens ebenso bleibenden Eindruck. Insbesondere die reichlich verzierte Westfront des Doms lädt zum Innehalten und Staunen ein.

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Weil ich danach nicht wusste, wie ich die verbliebene Stunde nutzen sollte, bis mein Gastvater mich abholt, bin ich in das eintrittsfreie Waffenmuseum beim Dom gegangen. Hier wird die komplette Kriegs- und Waffengeschichte der Trondheimregion ausgestellt, von den Wikingern bis in die Neuzeit. Beeindruckend war unter anderem die Sammlung alter Waffen, beschämend die ganze Nazipropaganda aus dem 2. Weltkrieg. 

Wobei, zu dem Thema fällt mir wieder die Geschichte des Hauses ein, in dem meine Gastmutter in Trondheim aufgewachsen ist: in der Zeit des 2. Weltkrieges, in der Norwegen von den Deutschen belagert wurde, wurde das Haus der Familie abgenommen und von Soldaten bewohnt. Als meine Gasteltern das Haus vor ein paar Jahrem renoviert haben, fanden sie eine Vase, ein Bild und Zeitungen aus eben jener Zeit. Nur mal so als Info am Rande 😉

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Ansonsten war mein Wochenende ereignislos. Eben weil gearbeitet. Freitag bin ich zu nichts weiter gekommen, Samstag bin ich mit der Kleinen in die Innenstadt und auf den Farmermarkt gelaufen. Und abends habe ich eine norwegische „Tradition“ kennen gelernt: Das Süßigkeitenfuttern. Ehrlich, es war schon komisch. Meine Gasteltern kamen mit einer großen Tüte voller Süßkram heim, und die Kinder rissen alle Tüten auf und machten sich über den Inhalt her. Ich saß dazwischen und war mir nicht sicher, ob sie alles öffnen dürfen oder nicht 😂 Aber sie dürfen, denn Süßigkeiten gibt es nur einmal die Woche und dann eben richtig. Mein Fazit dieses abends: totaler Zuckerschock 😅

[Bilder] Wenn der Himmel leuchtet

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Letzten Mittwoch habe ich unter den Sternen und dem grünen Leuchten von Polarlichtern getanzt ❤ Polarlichter waren mein absoluter Traum, den ich unbedingt in Norwegen sehen wollte. Ich habe zu 0,0% damit gerechnet, dass ich sie schon so früh zum ersten Mal sehen würde. Umso glücklicher war ich darüber ☺ Und bin es immernoch 😄


[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

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[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

Wow, ich bin jetzt schon seit 6 Tagen in Norwegen. Irgendwie ist die Zeit schon wieder so schnell rum gegangen – und irgendwie bin ich gefühlt schon wieder eine ganze Ewigkeit von Zuhause weg. 

Ich wusste zwar schon in Deutschland, dass ich ziemlich außerhalb landen würde, aber dass es so weit ist, hab ich dann doch nicht erwartet :lol:. Bis zum nächsten Dorf fährt man 10 Minuten in die eine Richtung, meine Sprachschule ist nochmal gute 5 Minuten weiter; die nächste Stadt liegt 30 Minuten in der anderen Richtung. Und es gibt nur eine Straße, die in jede dieser beiden Richtungen führt. Aber hey, dafür wohne ich landschaftlich im absoluten Paradies – etwa 50 Meter vom Fjord entfernt, ein Wald mit Wasserfällen gegenüber und eben nur eine Straße in der Nähe 😀

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Was ist ansonsten wichtig zu wissen? Die Familie ist super lieb und sehr geduldig damit Wörter wieder und wieder und wieder zu wiederholen in der Hoffnung, dass mal was bei mir hängen bleibt. ^^ Der Älteste hat gerade begonnen deutsch in der Schule zu lernen und ich helfe fleißig bei den Hausaufgaben. Ehrlich, mir war vorher noch nie so sehr bewusst, wie schwer die deutsche Grammatik ist, wenn die eigene so viel simpler ist. Die Mittlere weiß gefühlt noch nicht allzu viel mit mir anzufangen, aber das ist irgendwie okay, da ich auch noch nicht wirklich mit ihr kommunizieren kann 😀 Und die Jüngste? Eigentlich arbeite ich ja nur mit ihr. Die beiden Großen sind schon ziemlich selbstständig und wenn sie heim kommen, höre ich quasi gerade auf. Die Kleine ist ein totales Mamakind. Verständlich, da sie die ersten 12 Monate ihres Lebens immer mit Mama verbracht hat und dementsprechend an ihr hängt. Aber solange Mama und Papa nicht in der Nähe sind, akzeptiert sie auch mich ziemlich gut. Und mehr kann man in der ersten Woche beim besten Willen nicht erwarten 🙂

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um 9 und endet irgendwann zwischen 2 und 3. Also eigentlich sehr entspannt. Danach gibt es zwischen 4 und 6 Middag, also eine Mischung aus Mittag und Abendessen. Vorher und nachher lerne ich aktuell fleißig Vokabeln und frage zum 10.000sten Mal nach dem gleichen Wort 😀 odee schaue Fern oder gehe draußen spazieren. Zu sehen gibt es ja genug. 🙂

Zu dem Farmleben kann ich ansonsten nur sagen: ich hab in einer Woche mehr über fischen, die Zubereitung vom Gefangenen, Hummer, Krebse, Rinderfleisch und Wild gelernt, als in meinem bisherigen Leben. Und das als eingefleischte Vegetarierin 😀

[Gedanken] Lasst das Abenteuer weiter gehen

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Seit 6 Wochen bin ich inzwischen schon wieder in Deutschland. Doch nicht mehr allzu lange, denn am Freitag geht schon wieder ein neues Abenteuer für mich los. Jedoch geht es dieses Mal nicht so weit weg, sondern ich bleibe in Europa. Sogar in der gleichen Zeitzone. Nur rund 1.330km in den Norden anstatt 18.050km in den Süden. Na? Schon Ideen wohin es gehen könnte? Ein Tipp – Es geht ins Land der Fjorde und Trolle, der Polarlichter und 160.000 Seen.

Von Neuseeland, einer Wundertüte der Natur, geht es nach Norwegen, einem Paradies für Naturliebhaber. Und Wasserfanatiker. Von rund 4 Millionen Einwohner steigere ich mich auf rund 5 Millionen Einwohner; von einer Landfläche von rund 268.000km² steigere ich mich auf rund 385.200km². Und von der landesgrößten Stadt ziehe ich auf eine kleine Rinderfarm direkt am Fjord im Nirgendwo. Hört sich spannend an? Finde ich auch. Und auch irgendwie auf eine unbestimmbare Art und Weise beängstigend.

Neuseeland war eine Sache. Ja, mein Englisch war nicht wirklich gut, bevor ich nach Neuseeland gekommen bin. Aber zumindest habe ich die Sprache ein bisschen beherrscht und konnte mich mit Händen und Füßen verständigen. Auf norwegisch kann ich nur sagen „Jeg snacker bare litt norsk.“ Also „Ich spreche nur ein klein wenig Norwegisch.“ Und selbst das ist schon ein totaler Positivismus. In Neuseeland ging es zuerst auf Orientatnion Days, auf denen man zumindest ein paar andere Au Pairs kennen gelernt hat. In Norwegen komme ich direkt in die Familie. In Neuseeland habe ich in einer großen Stadt mit vielen anderen gelebt, in Norwegen werde ich es nicht. Vor Neuseeland wusste ich nicht worauf ich mich einlasse, jetzt habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon.

Und trotzdem habe ich mich dazu entschieden mich nochmal auf das Experiment „Au Pair“ einzulassen. Warum? Das wüsste ich gerade selber gern 😀 Aber es fühlt sich einfach richtig an nochmal etwas zu erleben, bevor ich „vernünftig“ werde. Oder so 😉

Nein, ich freue mich total auf Norwegen, auf die Natur, die Fjorde, eine neue Familie – einfach ein neues Abenteuer, eine neue Erfahrung. Klar, ein bisschen Angst ist auch dabei. Und eine ganze Menge Aufregung. Die Angst etwas zu vergessen, einen komischen ersten Eindruck zu hinterlassen, von der komplett fremden Sprache überfordert zu sein.

Heute Nacht schlafe ich zum letzten Mal in meinem Bett, danach ist nur noch eine Nacht bei Freunden übrig, bevor es mal wieder zum Flughafen geht. Zumindest ist der Flug dieses Mal kürzer: ich bin insgesamt nur 5 Stunden unterwegs und keine 26.

[Bilder, Reisen] Weintrinken im kleinen Paradies

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[Bilder, Reisen] Weintrinken im kleinen Paradies

Waiheke – die kleine Insel etwa eine halbe Stunde vor Auckland wird von vielen als kleines Paradies bezeichnet. Hier scheint öfter die Sonne, es ist durchschnittlich 3° wärmer als in der Stadt und – fast noch wichtiger – der Wein fließt in Strömen. Doch auch wenn die Insel dafür bekannt ist, hier kann man nicht nur einen guten Tropfen genießen, sondern auch wunderbar wandern gehen. Und das machte ich am letzten Maiwochenende. Ich packte meinen Rucksack und stiefelte ein wenig (planlos) an der Küste entlang.

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Doch das wollte ich nicht an beiden Tagen machen. Nachdem ich am Samstag also wandern gegangen bin, gab es am Sonntag Wein in Strömen für mich. Und natürlich für alle Anderen der Tour 😉 Wir fuhren insgesamt 3 verschiedene Weingärten an und verkosteten 13 verschiedene Weine. Wobei ich beim letzten aussetzen musste. Sonst wäre ich wohl vom Stuhl gekippt.

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[Bilder, Reisen] In Neuseelands klein Wellywood

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[Bilder, Reisen] In Neuseelands klein Wellywood

Wenn man so verdrehte Arbeitszeiten wie ich hatte hat und teilweise einige Tage unter der Woche hintereinander frei hatte, bin ich für ein paar Tage alleine nach Wellington geflogen. Auch wenn Auckland beschämend oft für die Hauptstadt gehalten wird, ist es eigentlich Wellington. Und gleichzeitig ist Wellinton auch die Stadt, in der Sir Peter Jackson, der Regisseur der „Der Herr der Ringe“ Reihe und vieler anderer Filme ist, seine Hauptstudios hat. Und das merkt man schon am Flughafen, denn man wird von einem netten Vogel und Gandalf in Empfang genommen.

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Am Dienstagabend bin ich direkt ins Te Papa, dem neuseeländischen Nationalmuseum, gegangen. Einen Teil der Ausstellung fand ich besonders interessant, da hier die Figuren wichtige ANZAC Soldaten in 4 facher Größe und ihre Geschichte ausgestellt wurden. Abends konnte ich einen super schönen Blick über den Hafen und einen Teil der Stadt genießen.

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Am nächsten Tag nahm ich an einer „Herr der Ringe“ – Nerd – Filmsettour teil. Was viele nämlich nicht wissen: Wellington ist die Filmindustriehochburg Neuseelands und viele der Szenen wurden in und um die Stadt herum gedreht und immerhin ist Sir Peter Jackson auch aus Wellington 😉  In Neuseeland gibt es eine „So verlassen, wie es gefunden wurde“ Regelung. Dadurch ist kein einziges Filmset mehr so, wie zum Drehzeitpunkt und an einigen Orten braucht es einiges an Phantasie, um sich Gandalf, Frodo und Co. dort vorzustellen.

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Am Ende der Tour ging es zu den Weta Caves, dem Produktionsort der meisten Kostüme von in Neuseeland gedrehten Filmen. Leider durfte man in der Produktionshalle, in der die Originalrequisiten ausgestellt sind, keine Bilder machen. Dafür fand nachts in Wellington noch ein Lichtfestival statt, bei dem verschiedene Künstler verschiedene Lichtskulpturen ausstellten.

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Donnerstagfrüh sah das Wetter leider ziemlich bescheiden aus. Ich bin erst mit dem Cable Car den Berg hoch gefahren und danach ins Cable Car Museum gegangen. Von hier oben hatte man einen unglaublich guten Blick über die Stadt – trotz Regenwolken. In dem Museum gab es unter anderem eine Modelleisenbahn, die ziemlich deutsch aussah. Und an dem die „Bergtabahn“ erklärt wird 😀 Ich habe entschieden, von dem Cable Car aus nach unten zu laufen und mir das Geld für die Bahn zu sparen. So landete ich unter anderem auch in einer süßen kleinen Parfümerie.

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Für den restlichen Tag hab ich mir eine Stadttour gebucht, die unter anderem zum Botanischen Garten, dem Bee Hive (so wird der Teil des Parlamentgebäudes aufgrund seiner Ähnlichkeit zu einem Bienenkorb genannt),der Old St. Pauls Church (die weltweit älteste Kirche aus Holz),  ein paar Stränden und dem Mt. Victoria führte. Es war ziemlich cool, da ich als einzige Person eine Tour zu der Uhrzeit gebucht habe und sie so alleine genießen konnte.

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[Bilder, Reisen] Mit Reifen unter glühender Kacke

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[Bilder, Reisen] Mit Reifen unter glühender Kacke

Anfang Mai fuhren wir zu den Waitomocaves, den wohl bekanntesten Glühwürmchenhöhlen in Neuseeland. Wir machten die sogenannte Black Water Rafting Tour. Eine Tour, bei der man mit schwarzen Reifen ausgestattet und vom Neoprenanzug einigermaßen gewärmt im etwa 3° kalten Fluss umher schippert und Wasserfälle herunter hopst. Ehrlich – es hat super viel Spaß gemacht und sobald man seine Körperteile nicht mehr gefühlt hat, war es auch nicht mehr so kalt 😀

Es war unbeschreiblich schön, unter der Höhlendecke auf dem Wasser zu schweben und über sich die Glühwürmchen zu sehen, die wie die Sterne an der Decke hingen. Wobei ja eigentlich gar nicht die Würmer selber glühen, sondern vielmehr ihre Exkremente. Aber leuchtende Würmerkacke hört sich einfach nicht so schön an 😀

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Leider waren die Leiter der Gruppe miserabel und haben es kaum hinbekommen ordentliche Bilder zu machen…