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[Gedanken] Halbzeit

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Irgendwie ein komischer Gedanke: Halbzeit.

Einerseits macht es mich momentan etwas besorgt, wenn ich daran denke, dass nochmal die exakt gleiche Zeit vor mir liegt, die ich gerade erst geschafft habe. Aber diese Sorgen liegen wohl einfach nur an ein paar aktuellen Baustellen in der Gastfamililie, dem gefühlt ewig langen Winter mit Eis und Schnee und daran, dass ich kaum vom Haus weg komme und hier langsam aber sicher nen Lagerkoller kriege…

Und andererseits kann ich es gar nicht glauben, dass schon die Hälfte der Zeit um sein soll. Gerade die letzten Wochen seit Silvester waren zogen wie im Fluge vorbei: kaum war der Montag geschafft, saß ich Sonntagabend schon wieder im Bett und fragte mich, wo die letzte Woche geblieben ist.

Allzu viel mehr mag ich gerade nicht schreiben. Eigentlich sollte ich auch schon längst schlafen 😂 In diesem Sinne: Gute Nacht 😉

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Monatsupdate 4 – Die Feiertage und andere Gründe zum Freuen

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Monatsupdate 4 – Die Feiertage und andere Gründe zum Freuen

Pünktlichkeit ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr. Oder so. Jedenfalls kommt dieser Beitrag mal wieder ein paar Tage zu spät 😀

Ich werde jetzt einfach dort fortfahren, wo ich in meinem letzten Beitrag aufgehört habe, damit ihr zumindest erfahrt, wie es mir ergangen ist. Im Anschluss werde ich wieder wie gewohnt kategorienweise schreiben. (Wer die Geschehnisse nicht mehr ganz im Kopf hat, kann einfach den letzten Abschnitt des 3. Monatsupdates lesen, um wieder auf den Stand der Dinge zu kommen.

Nachdem ich mich am 20.12. mit meiner Freundin auf einen Kaffee getroffen habe und ich im Anschluss noch ein letztes Mal über den Weihnachtsmarkt und durch die Läden geschlendert bin, machte ich mich also auf den Weg nach Hause. Dort abends angekommen fiel ich eigentlich nur noch ins Bett und schlief, und schlief, und schlief. Jetzt kommen wir zu dem Konflikt, den ich im letzten Beitrag bereits angedeutet hatte. Ich schlief nämlich aus, denkend, dass ich den 21. frei bekäme. Diese Annahme ist dadurch entstanden, dass meine Gasteltern mir gesagt hatten, dass ich nach den zwei Weihnachtsmarktwochen ein paar Tage frei bekommen solle, um die geleisteten Überstunden auszugleichen.

  • Was ich darunter verstand war: Die Tage direkt nach der Weihnachtszeit hätte ich frei.
  • Was meine Gasteltern gemeint hatten: Ich bekomme die Tage irgendwann später frei.
  • Was daraus entstand: Ziemlich großes Konfliktpotential.

Als ich also in die Küche kam, fragte meine Gastmutter ziemlich wütend, was mir den einfallen würde und wie ich denken könne, dass ich ausschlafen darf. Meine Überraschung ist vermutlich nachvollziehbar, denn ich war ja der festen Überzeugung gewesen die Tage vor Weihnachten frei zu haben. In einem kurzen Gespräch hab ich versucht zu erklären, dass es ein Missverständnis gegeben hat, aber ich hatte nicht wirklich das Gefühl, als wolle sie es recht verstehen. Den ganzen Tag war ich wie in Nebel gepackt und wusste nicht so recht, was ich machen solle. Ich entschied mich, einen Brief zu schreiben und ihn vor dem Schlafen gehen hinzulegen. Kurz zusammengefasst erklärte ich auf 2 1/2 Seiten, dass ich denke, dass es insgesamt ein Kommunikationsproblem untereinander gibt und dadurch viele der Missverständnisse entstanden sind.

Am nächsten Morgen war der Brief weg und die Stimmung war deutlich weniger angespannt als am Vortag, auch wenn sie noch nicht wieder komplett normal war. Ich machte mir ehrlich gesagt totale Sorgen, dass Weihnachten durch diese Geschehnisse total komisch werden könnte und ich direkt nach den Feiertagen raus geworfen würde, aber zum Glück hat es sich nicht so verhalten.

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Nach dieser (sehr kurz zusammengefassten) Erläuterung der Geschehnisse nach dem größten Konflikt, den ich bisher in meiner Gastfamilie hatte, komme ich nun zu erfreulicheren Dingen. Nämlich den Weihnachtsfeiertagen. Allzu sehr werde ich darauf an dieser Stelle nicht eingehen, denn ich plane noch einen separaten Beitrag zum Fest zu schreiben. Nur so viel schon vorab: Es war definitiv anders, als die Weihnachten, die ich von Zuhause kenne. Sowohl von der Dekoration, als auch vom Essen und ein paar anderen Traditionen. Aber für mehr Informationen müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Ebenso verhält es sich mit Silvester, denn auch hierzu wird es einen extra Beitrag geben. Nur  so viel vorab: Neujahr habe ich nicht auf der Farm verbracht, sondern mit zwei Freundinnen in Ålesund, einer kleinen aber sehr süßen Stadt in der  Møre og Romsdal Region.

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Anfang Januar sprach ich mit meiner Gastfamilie über mögliche Urlaubstage im neuen Jahr, womit der Planungsstress begann, der mich in den letzten Tagen um so manche Stunden Schlaf gebracht hat. Über Ostern kommt eine Freundin mit ihrem Freund und wir werden uns für ein paar Tage auf Kreuzfahrt (natürlich All Inclusive :-D) machen. Zwischen April und Mai kommt mein Brüderlein, was wir machen steht jedoch noch nicht fest und im Juli – ja. Da bin ich plötzlich schon fertig. Halbzeit in drei Wochen (Komisches Gefühl, das zu schreiben…) Aber: Ihr dürft euch definitiv auf viele schöne Bilder und die eine oder andere Anekdote freuen.

Der 16. Januar war für mich persönlich ein kleiner Feiertag, denn das erste Mal seit Monaten hat die Sonne ihren Weg über die Berge geschafft. Momentan merkt man von Tag zu Tag, dass es länger hell ist und das wiederum wirkt sich sehr positiv auf alles aus: die Stimmung, die Arbeitsmotivation, die Müdigkeit. Auch wenn ich es schon ein paar Mal erwähnt habe, mir kommt es vor, als könne man es gar nicht oft genug sagen: SONNE IST WICHTIG! Für mich persönlich ist es eine teilweise sehr grenzwertige Erfahrung gewesen wochenlang die Sonne nicht auf der Haut zu spüren und wenn überhaupt nur indirektes, kaltes Licht zu haben. Zwar wurde es durch den Schnee leichter, denn er fing das schwache Licht ein und gab es viel stärker wieder und ließ es länger hell erscheinen, doch nur in einem kalt-blauen Licht. Und doch graust es mir schon jetzt vor der Sommerzeit, in der die Sonne gar nicht untergeht, beziehungsweise zwar untergeht, es jedoch nie richtig dunkel wird. In dieser Zeit werde ich definitiv die Sterne vermissen, denn wenn es jetzt eine klare Nacht gibt und ich nicht einschlafen kann, schaue ich stundenlang in den Nachthimmel mit seinen tausenden und abertausenden von Sternen.

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Was gibt es ansonsten neues auf der Farm? Ein Huhn weniger und dafür einen Hahn mehr. Und viele kleine Babyziegen. Es ist zu herzerwärmend den kleinen Wesen beim Spielen und Herumtollen zuzusehen und ihr weiches weißes Fell zu berühren. Das denkt mein Gastkind auch, doch sie ist nicht allzu behutsam im Umgang mit den kleinen Wesen und wenn wir gemeinsam im Stall sind, bin ich immer hin und her gerissen zwischen der Angst, dass sie einem Zicklien weh tut und eine große Ziege sie umwirft 😀 Ansonsten wohnt gerade wieder einer der Männer hier, die vor Weihnachten beim Bau des Stalles geholfen haben und hilft nun bei den letzten Arbeiten. Manchmal kommt es dadurch zu recht lustigen Gesprächen, aber insgesamt sehe ich ihn eigentlich nur zum Lunch und Abendessen.

Mit der Sprache klappt es inzwischen auch immer besser. Wichtige Dinge werden nach wie vor auf Englisch besprochen, aber Nachrichten untereinander werden auf norwegisch geschrieben, kurze Telefonate werden auf norwegisch gehalten und auch sonst gebe ich mein bestes, mich nicht in meine sprachliche Komfortzone Englisch zu flüchten. Ich bemühe mich alles auf norwegisch zu googeln, lese norwegische Bücher, hab die komplette Reiseplanung für Ostern auf norwegisch gemacht. Gehe weiterhin einmal die Woche zur Sprachschule, arbeite die Hausaufgaben und Übungen, die ich in den restlichen Stundenwochen verpasst habe vor und nach und melde mich im Unterricht so oft wie möglich zu Wort. Eine richtige Vorzeigeschülerin. *Hust* Manchmal gehe ich zu der alten Dame, die in dem Haus am anderen Ende der Auffahrt lebt und unterhalte mich mit ihr für ein paar Stunden. Und das geht nur komplett auf norwegisch, da sie kein englisch spricht. Aber genau solche Gespräche helfen nun mal am meisten: Raus aus der Komfortzone und rein ins Unbekannte 😉 Ansonsten meinte meine Gastmutter neulich, dass sich mein Norwegisch nach dem Dialekt  von einem Ort etwa drei Stunden nördlich von Trondheim anhöre. Blöd nur, dass wir drei Stunden südlich von Trondheim leben 😀 Aber sie versicherte mir zwei weitere Dinge: 1. wäre es ziemlich schwer diesen Dialekt nachzumachen und 2. würde ich mich nicht deutsch anhören. Wenigstens etwas 😆

Am 11.1. musste ich für ein paar Behördenwege nach Kristiansund fahren und auch wenn mir meine Gastfamilie versicherte, Kristiansund sei keine so schöne Stadt, gefiel es mir eigentlich sehr gut. Auch die Fahrt nach Kristiansund an sich fand ich sehr beeindruckend. Rein Landschaftlich. Es war mal wieder eine Strecke, die wirklich Spaß zum Fahren machte: viele Kurven, wenig Verkehr, gute Straße. In Kristiansund an sich konnte ich jedoch nicht allzu viel machen, da ich mich erst kurz zuvor ziemlich ungünstig aufs Eis gelegt  hatte und das längere Laufen ziemlich weh tat.

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Eine kleine Anekdote zum Schluss – sie betrifft den wunderbaren Van, zu dem ich eine innige Hassliebe hege: Letzten Donnerstag entschied die Autobatterie mal wieder den Geist aufzugeben. Und weil mir nicht sofort jemand helfen  konnte und es keine Busverbindung nach Hause gibt, hab ich 5 Stunden in der Bücherei und 2 mit rumlaufen verbracht. Bei kuscheligen -12 Grad und Klamotten, die definitiv nicht dick genug waren. Als ich so in der Bücherei saß, die ersten beiden 50ct. Instantkaffees intus hatte und mit dem ersten Reiseführer fertig war, kam ein Mann aus der Sprachschule in die Bücherei, sah mich und fragte „Was macht du hier?“
„Ich lese im Reiseführer“
„Wolltest du heute nicht in die Stadt fahren?“
„Doch, aber das Auto springt nicht an.“
Er fängt an zu lachen „Schon wieder?“
„Ja…“
„Hast du wieder das Licht an gelassen?“
„Nein, dieses Mal nicht.“ 😀
Als schließlich endlich meine Gasteltern zur Rettung kamen, haben zunächst meine Gastmutter und ich den Bus den Berg runter geschoben, während mein Gastvater den Motor von Innen startete. Danach kam er mit dem Wagen wieder den Berg hoch gefahren und stellte sich genau vor drei andere Autos, meine Gastmutter rief mir zu, sie warte noch auf den Sohn fahre später mit dem anderen Auto heim und lief in den Supermarkt. Mein Gastvater sprang aus dem Wagen, ließ die Türe offen und rannte ihr hinterher. Ich war komplett verwirrt und wusste nicht, ob er mit ihr wartet (was eigentlich keinen Sinn gemacht hätte) und stand wie bestellt und nicht abgeholt neben dem Wagen und beobachte, wie er durch den Laden tigerte. Da kam ein Mann aus dem Supermarkt und gab mir zu verstehen, dass der Bus sein Auto zustellt. Ich stieg also ein, um es umzuparken. Durch das Fenster sah ich, wie mein Gastvter an der Kasse panisch wurde und raus gehetzt kam und auf dem Eis – mit Coffee to go in der einen und nem packen Bier in der anderen Hand – beinahe ausrutschte. Er lief zur Fahrertür, öffnete sie und sagte „Ich fahre“ (Beziehungsweise „Jeg kjører“) und ich fragte ihn, nachdem wir schon eine Weile gefahren sind, ob ich seine Kaffeetasse halten darf, um meine Finger zu enttauen  Seine erste Amtshandlung zuhause war, die Autobatterie an den Strom zu hängen wieder voll aufzuladen.

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Weihnachtsbaum nach dem Abschmücken. Ich hab noch tagelang Nadeln aus meinen Haaren gefischt.

 Wie gehabt – alle Bilder in der Übersicht

[Alltag, Bilder] Monatsupdate #3 – Von Chaos, Frustration und noch mehr Chaos

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[Alltag, Bilder] Monatsupdate #3 – Von Chaos, Frustration und noch mehr Chaos

Inzwischen ist mein dreimonatiges schon fast einen Monat her, aber die letzten 5 Wochen waren einfach so chaotisch verrückt und anstrengend, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Für diesen Monat werde ich den Bericht nicht in einzelne Themenbereiche einteilen, sondern chronologisch schreiben. Alles andere würde zu sehr verwirren. Ich hoffe, dass ich selber nichts verdrehe, da es wirklich ziemlich viel war und ich teilweise selber gar nicht mehr genau weiß, was alles passiert ist. Deswegen liegt mein Handy mit WhatsApp neben mir – denn ein paar Dinge sind auch so schon mal von mir nach außen getragen worden 😆

Kleine Vorbemerkung: Ein Wochenblock geht von Samstag – Freitag

Woche 1 Monat 3 (18.-24.11.)
Am Sonntag fuhr ich zu einer Julemesse in die Kommune. Wirklich etwas gekauft habe ich nicht, was aber auch einfach daran lag, dass es für meinen Geschmack viel zu überfüllt gewesen ist. Anschließend bin ich noch gut zwei Stunden spazieren gegangen – durch dickste Schneeflocken, die dick und schwer vom Himmel fielen. Irgendwann landete ich im Nirgendwo – direkt an einer Steilklippe und laut Google Maps fast einen Kilometer vom nächsten Weg entfernt. Upsi 😀 Das Gute war: ich konnte einfach meinen Fußspuren zurück folgen 😆

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Sonntags ist außerdem die Mutter meiner Gastmutter gekommen. Das hat für mich erstmal extrem, extrem, extrem viel Stress und auch Frustration bedeutet. Es gab scheinbar ein Missverständnis zwischen meinen Gasteltern und mir darüber, wie die Zeit ablaufen sollte. Gesagt wurde mir, dass sie kommt, um beim Bau des Stalls zu helfen. Daraus habe ich geschlossen, dass sie die meiste Zeit mit meinen Gasteltern draußen verbringen wird, vielleicht ein paar Wege erledigt und mich ihre Anwesenheit während meiner Arbeitszeit ansonsten nicht weiter beeinflusst. Tja, weit gefehlt. Es hat sich herausgestellt, dass sie hauptsächlich kommt, um nach den Kindern zu sehen und das Haus „weihnachtsfein“ zu machen. Dadurch war sie gerade in der ersten Woche eigentlich ständig daheim und hat jede bereits entstandene Routine zerstört. Meine Arbeitszeiten wurden ständig umgeworfen, teilweise sollte ich Aufgaben machen, die nicht in meinen Aufgabenbereich fielen und es war insgesamt einfach nur übermäßig stressig für mich. Es gab einige Diskussionen und kleinere Konflikte und ich stand dauerhaft unter Strom. Das wiederum hat sich natürlich total auf meine Stimmung und Motivation ausgewirkt.

Am Donnerstag kamen drei Männer (2x aus Litauen, 1x aus der Ukraine), die meinen Gasteltern beim Bau des Stalles halfen. Das wiederum hat zumindest meine Stimmung an den Abenden ein wenig aufgeheitert, weil ein wenig frische Luft in die für mich unschöne Stimmung kam. Außerdem war es am Tisch immer sehr witzig den Unterhaltungen zu folgen, es wurden nämlich sage und schreibe bis zu 5 Sprachen mehr oder weniger parallel zueinander gesprochen:

  • Englisch zwischen allen
  • Norwegisch zwischen meiner Gastfamillie, mir und einem der Männer aus Litauen (wobei davon Dialekt in meiner Gastfamilie gesprochen wurde und bokmål mit mir und dem einen Mann aus Litauen)
  • Russisch zwischen den Männern aus Litauen und dem Ukrainer
  • Litauisch zwischen den beiden Männern aus Litauen
  • Deutsch zwischen mir und dem einen Mann aus Litauen

Und da soll man bitte schön nicht den Überblick verlieren mit wem man wie sprechen soll. Manchmal sprach mich der eine Litauer auf deutsch an und ich antwortete auf norwegisch, manchmal versuchte ich deutsch mit meiner Gastfamilie zu reden, manchmal wurde ich auf russisch angesprochen, oft wurde einfach norwegisch mit allen geredet, egal ob derjenige die Sprache kennt oder nicht. Es war definitiv chaotisch und lustig 😀

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Traditionell norwegisches Essen: Rømmegrøt – Sauresahnebrei

Woche 2 Monat 3 (25.11.-1.12.)
Auch in dieser Woche war die Großmutter noch da, ebenso wie die drei Männer. Der Drang der Oma aufs Erbrechen Zeit mit der Kleinen zu verbringen schien jedoch langsam nachzulassen und ich konnte wieder einigermaßen arbeiten. Es blieb nach wie vor nervig und stressig, aber nicht mehr ganz so extrem. Während die Männer bis Samstagabend blieben, fuhr die Großmutter bereits am Morgen.

Dieser Tag war aber insgesamt verrückt: frühs bin ich schon um 7 aufgestanden (die Tage zuvor habe ich erst mittags angefangen zu arbeiten und konnte dadurch immer ausschlafen) und die Oma schaute mich ziemlich geschockt an und fragte, ob ich krank sei. Aber ich hatte nur Sprachschule. Jedoch musste ich schon zwei Stunden früher los als gewöhnlich , denn ich bin mal wieder in einen neuen Kurs gekommen. Dort war eine Frau war total fasziniert von meinen Haaren. Sie hat also eine Sträne angefasst, ohne zuvor gefragt zu haben und weil ich eher schreckhaft bei unerwarteten Berührungen bin, hab ich halblaut aufgeschrien und alle haben mich etwas schief angestarrt. Ich wurde etwa so rot wie eine Tomate und sie hat einfach nur gelacht. Außerdem hab ich es geschafft, die Batterie vom Auto leer zu bekommen, da ich das Licht nicht ausgeschaltet habe. Ich rief also meine Gastmutter an und zwei Stunden später kamen sie und einer der Ukrainer zum Helfen. Ich wiederum fand mich plötzlich in einer Gruppe Flüchtlinge wieder, die wissen wollten, warum ich nicht im (alten) Kurs war und mich leicht wegen des Autos ausgelacht haben. Auf dem Weg zurück war dann die Straße abgesperrt und plötzlich gab es einen Knall und Steinbrocken flogen durch die Luft. Sprengungsarbeiten. Ich musste also noch knapp zwanzig Minuten warten, bis alles wieder freigegeben war. 😆

Ansonsten war diese Woche ziemlich ähnlich wie die vorherige: viel Stress, da es nicht im Entferntesten den Hauch einer Routine gab und relativ viel Frustration meinerseits. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Anwesenheit der Oma auch ein gutes hatte: Sie ist eine eher strenge Persönlichkeit und hat meine Fehler beim Sprechen gnadenlos korrigiert, wodurch ich mich in den paar Tagen gefühlt ziemlich verbessert habe.

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Woche 3 Monat 3 (2.-8.12.)
Die ersten Tage dieser Woche (also bis einschließlich zum 6.12.) waren endlich mal wieder ganz normal und weniger stressig für mich. Am 7.12. fuhren meine Gastmutter, die Kleine und ich früh morgens nach Trondheim, da meine Gasteltern auf dem Weihnachtsmarkt verkauften. Im Klartext bedeutete das für mich: jeden Tag für 13 Tage von 10-8 durcharbeiten. Ganz toll. Und so entspannend nach diesen stressigen zwei vorherigen Wochen! Nein, die Tatsache, dass ich so lange Tage arbeiten sollte, wusste ich bereits länger und es war von daher okay, es gab trotzdem (mal wieder) ein Missverständnis, das mich im ersten Moment ziemlich frustrierte. Was mir nämlich am Anfang anders gesagt wurde war, dass ich zwischendurch zumindest einen Tag am Wochenende frei bekommen würde, aber das stellte sich wie gesagt mal wieder als Missverständnis heraus. Trotzdem war es im Endeffekt für mich okay so viel zu arbeiten und ich freute mich insgeheim auch ein wenig auf den Szenenwechsel.

Die ersten beiden Tage verliefen relativ gut, anstrengend, aber soweit okay. Das erste Mal seit zwei Wochen schien mir die Sonne ins Gesicht und das Wetter war eigentlich ziemlich schön. Am Donnerstag war ich noch mit meiner Gastmutter und der Kleinen einkaufen, und durch die größeren Supermärkte gab es auch einige speziellere Sachen für mich (okay, hauptsächlich meine ich damit Tofu 😆 ) Außerdem habe ich am Samstag noch drei kleine Christstollen gebacken, die seither durchziehen dürfen.

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Hello Sun, my dear old friend ☺

Woche 4 Monat 3 (9.12.-16.12.)
Übers Wochenende kamen die beiden Großen, wobei ich sie nicht wirklich viel gesehen habe, da sie die Tage mit ihrem Vater verbrachten und eigentlich nur abends und morgens ein paar Stunden da waren. Am Sonntag begann der Weihnachtsmarkt erst am frühen Nachmittag, wodurch ich den Morgen zum durch die Gegend laufen und Bilder machen nutzte. Eigentlich ging ich nur zur Kristiansten Festning in Trondheim und genoss hier den Sonnenaufgang – um kurz nach 11 😀

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Am Montag stand plötzlich wieder die Großmutter vor der Tür, um meiner Gastmutter auf dem Weihnachtsmarkt zu helfen. Ehrlich gesagt war ich davon aus zwei Gründen ziemlich genervt: 1. wusste ich davon nichts und war einfach komplett überrumpelt, als sie plötzlich in der Tür stand und 2. musste ich mich dauerhaft von dem Gedanken an ein ordentliches Bett verabschieden und auf einer dünnen Matzratze schlafen. Mein Rücken ist not amused.

Die Arbeitstage waren ansonsten ziemlich auslaugend und anstrengend. Wenn immer möglich packte ich die Kleine in den Kinderwagen und ging ein wenig mit ihr spazieren, was jedoch an zwei Tagen aufrund der Kälte erst gar nicht möglich war und an einem Tag bereits an der Eisschicht der Einfahrt scheiterte. Oh, und eines morgens war plötzlich die Glasfassung meiner Brille gebrochen. Jetzt ist sie mit Sekundenkleber geflickt 😆

An einem Abend traf ich mich nach der Arbeit mit einer Freundin in der Stadt und lief ein wenig mit ihr umher, ansonsten klappte es in dieser Woche gar nicht mich mit anderen Mädels zu treffen.

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Blick von der Gamle Bybru (alte Stadtbrücke) bei Nacht

Woche 5 Monat 3 und die ersten Tage von Monat 4 (17.-20.12.)
Samstag verbrachte ich fast den ganzen Nachmittag mit der Kleinen in der Stadt. Es war fürchterlich überfüllt und durch den ganzen Neuschnee war es ziiieemlich anstrengend, den Kinderwagen zu schieben. Aber wir hatten eine ziemlich schöne Zeit. Sie fand es toll die ganzen Leute zu beobachten und schmetterte ziemlich vielen ein glückliches „Hei!“ entgegen. Nach knapp über vier Stunden reichte es ihr jedoch auch komplett und sie wurde total quengelig. Mir sollte das Recht sein, denn ich hatte alle meine Besorgungen beendet und war eigentlich auch bereit zum nach Hause gehen. Jedoch war ich naiv genug laufen zu wollen und sagen wir es mal so: der Weg nach Hause war lang und steil und vereist. Sie hat ihr schnaufendes und fluchendes AuPair mit „Huuuuiiiii“, „Aiaiaiaiaiiiiii“ und „Brrrrrrrrm“ Rufen angefeuert.

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Sonntagfrüh begann ich wieder etwas später zu arbeiten und traf mich mit zwei Freundinnen aus Trondheim und einem anderen Au Pair, das auf der Durchreise war, in der Stadt. Es war recht schön und tat sooo unfassbar gut mit den anderen Zeit zu verbringen.

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So langsam merkte ich ziemlich deutlich, dass mir die Zeit für mich selber ziemlich fehlte und auch mein Reizbarkeitslevel deutlich gesunken war. Am letzten Tag in Trondheim wurde ich abends mit einer ordentlichen Migräne belohnt, wodurch wir entschieden, dass ich am nächsten Tag, also dem 20.12., nachkommen sollte. Mir persönlich passte das eigentlich recht gut, da ich mich so noch kurz und ein letztes Mal mit einer Freundin in der Stadt treffen konnte, bevor es zurück auf die Farm ging.


Ich muss insgesamt zu dem dritten Monat sagen, dass er extrem anstrengend und auslaugend für mich war. Es kam zu einigen Konflikten zwischen mir und meiner Gastfamilie, die in den nächsten Tagen noch besprochen werden müssen und aktuell bin ich mir nicht ganz sicher, wie es hier weiter geht. Ich fühle mich grundsätzlich schon noch wohl in der Gastfamilie und bereue es auch nicht bei ihnen zu sein, aber es gab beidseitig einige Missverständnisse und Probleme, weshalb ich gerade etwas unsicher bin, wie es weiter gehen wird.

Ich wünsche allen Menschen da draußen die es durchgehalten haben bis hierher zu lesen ein wundervolles und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! God Jul og et godt nytt år ♥

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[Bilder, Reisen] AuPair Treffen in Bergen

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Am letzten Wochenende wurde von der Agentur ein Treffen organisiert, zu dem alle Mädels, die mit ihnen auf irgendeine Art und Weise insind eingeladen waren. Gerade für mich war dieses Treffen besonders interessant, denn ich habe ja keine andere Person in der Nähe: die nächsten (deutschen) Mädels wohnen in Trondheim und damit gute 3 Stunden entfernt von mir.

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Der eigentliche Plan war, dass meine Gasteltern am Wochenende zu einem Wochenendmarkt nach Trondheim fahren und ich dann eben von dort aus fliege. Allerdings stellte sich Donnerstagabend heraus, dass daraus nichts wird, denn die Frau, die sich normalerweise in der Zeit um die Tiere kümmert, konnte dieses Wochenende nicht. Und so kam es, dass mir Donnerstagabend noch schnell die Strecke gezeigt wurde, ich mich am Freitagmorgen hinter dem Steuer des etwa 25 Jahre alten Mitsubishi L300 Vans wiederfand – einem Auto, in dem ich zuvor noch nie gesessen habe – und mich auf der Fahrt zum Flughafen befand.

Doch sowohl das Auto als auch ich sind heil am Sandfærhus angekommen. Dem Parkplatz, auf dem ich das Auto für die 3 Tage lassen sollte. Laut meiner Gastmum sollte das die günstigste Möglichkeit sein, später fand ich jedoch heraus, dass es auch einen günstigeren Parkplatz gegeben hätte. Anders als ich bei dem Namen „hus“ (also Haus) erwartet hätte, handelte es sich beim Sandfærhus jedoch nicht um ein Parkhaus, sondern um einen großen Parkplatz. Ein Mann kam auf mich zu, nahm meine Rückkehrdaten auf, mir den Schlüssel ab und fuhr mich zum Flughafen. Das alles ging so schnell, dass ich total vergaß zu fragen, wie ich denn den Wagen zurück bekommen würde. Öhm… Ups 😅 Doch ich vertraute einfach darauf, dass keiner Interesse an so einem alten Auto haben würde und es sich von daher auch nicht lohnt es zu klauen 😂

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Als ich ein paar Stunden später in Bergen landete, war der Himmel wolkenverhangen. Doch zumindestens regnete es nicht. Meine Gastmutter hatte mir bereits im Voraus gesagt, dass Bergen eine der verregnetsten Städte sei und sie dort noch nie Sonne erlebt hätte. Dementsprechend nass waren auch meine Erwartungen. Ich stieg also in die Byban, um vom Flughafen in die Stadt zu gelangen, wo ich mich mit Saskia die ich über unsere Blogs kennengelernt habe, traf.

Bergens berühmte Häuserreihe: Bryggen

Bergen berühmteste Häuserreihe: Bryggen

Wir liefen ein wenig in der Stadt und Bryggen umher, bevor wir es uns mit einem Cappuccino bequem machten und einfach nur quatschten. Ganz ehrlich – so was hat mir total gefehlt 😂 Nachdem wir uns verabschiedet haben und ich mir ein typisch provisorisch günstiges Hostelessen gekocht habe, stieß ich auf ein paar andere Mädels der Agentur, mit denen ich bis nachts herumsaß und quatschte.

Am nächsten Morgen war ich nach einer ziemlich schlaflosen Nacht komplett gerädert. Schlaflos nicht, weil ich zu spät ins Bett bin, sondern weil 2 Leute auf meinem 4er Zimmer so dermaßen laut und pausenlos um die Wette geschnarcht haben, dass es nun keinen Baum mehr rund ums Hostel geben kann. Ehrlich – das war nicht mehr normal! Ich hätte die beiden am liebsten aus dem Fenster geworfen.

Doch die Sonne schien zum Fenster hinein (wir erinnern uns – Bergen + Sonne = quasi ein Ding der Unmöglichkeit) und zumindest das munterte meine müde Stimmung etwas auf. Eine kurze Zeit später befand ich mich mit 5 anderen Mädels (3 davon aus Trondheim und dadurch quasi „nebenan“ von mir) auf einem Boot. Wir haben entschieden eine Fjordtour zu machen, bevor es mit dem eigentlichen Programm los geht. Es war sonnig und schön und – scheißkalt 😂 Das Boot fuhr unglaublich schnell und wenn man so wie wir ziemlich lange draußen auf der Reling steht, wo der Hauptfahrtwind vorbei schießt, frieren einem ziemlich die Hände. Und die Ohren. Und die Beine. Und einfach alles 😂 Aber das war es so was von wert!

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Das Wasser war fast komplett ruhig und dadurch haben sich sowohl die Berge, Wasserfälle, Wolken und Häuser perfekt im Meer gespiegelt. So perfekt habe ich es bisher wirklich noch nie gesehen. Hier und da war ein kleines Dörfchen und ein paar Männe arbeiteten. Wenn man die Stromleitungen ignorierte, wirkte die Szene teilweise wie aus einem Film der Vergangenheit entsprungen. Als wäre die Zeit stehen geblieben und das Leben noch ein anderes. Härter, einfacher, glücklicher. Am Ende der Fahrt wurde etwas Wasser von einem Wasserfall „angezapft“ und zum Trinken verteilt. Danach hat es uns nach drinnen und zur heißen Schokolade gezogen – die kalten Knochen mussten aufgewärmt werden.

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Lustig war: ich quälte meiner Zunge ein „To koppen varm sjokolade.“ ab, der Kerl drehte sich um und gab weiter „To kaba!“ und grinste mich leicht schief an. Danke, Kaba kann ich auch 😂

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Zurück im Hostel saßen die anderen Mädels bereits beim Mittagessen. Wir gesellten uns zu ihnen – mal wieder eine rein deutsche Gruppe (jetzt mal abgesehen von den Agenturdamen 😉) Nachdem wir auf unsere Zimmer eingeteilt worden sind und kurz Zeit hatten, trafen wir uns wieder in der Lobby, um zu Bryggen zu laufen. Es gab ein wenig Geschichte zu den alten und berühmten Häuschen, danach wurden 20 deutschen Mädels gleichzeitig auf die Stadt los gelassen. Wer Probleme hatte, konnte mit den Agenturdamen reden, aber da mich das nicht betraf, zog ich die ganze Zeit mit den anderen durch die Gegend.

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Zuerst liefen wir in Richtung der Wasserfontaine kurz hinter dem Zentrum, von dort aus zu dem Blumenpavillon direkt dahinter. Die Gruppe zog gerade weiter, da sah ich aus dem Augenwinkel einen mir bekannt vorkommenden schwarzen Haarschopf auf einer Bank sitzen. Ich sah genauer hin – und tatsächlich! Dort saß eine Freundin aus der Schule, die gerade ein Auslandssemester in Oslo macht. Ich platzierte mich ziemlich direkt vor ihr. Im ersten Moment sah sie mich leicht verwundert an, bevor sich das Wiedererkennen in ihrem Gesicht ausbreitete. Wir verabredeten uns für später und ich lief zusammen mit dem Mädchen, mit dem ich mich bis dahin unterhalten und das auf mich gewartet hatte, hinter den anderen her.

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Diese standen gerade etwas unschlüssig vor „Dem blauen Stein“ und überlegten wohin es als nächstes gehen könnte. Der Entschluss fiel auf die Souvinirshops bei Bryggen.

Ehrlich gesagt tut mir die Dame aus dem ersten Shop etwas leid – plötzlich stand ein ganzer Pulk Mädels im Laden und verließ ihn wieder, ohne irgendetwas gekauft zu haben. Im zweiten oder dritten Laden verlief sich die Gruppe dann langsam und spätestens nach dem vierten hatten sich die meisten von uns verabschiedet.

Ich machte mich mit 5 anderen Mädels auf den Weg zur Bergenhus Festress, eine Festung hinter dem Hafen und Bryggen. Betreten haben wir sie jedoch nicht und sind schon recht bald zurück gelaufen. Hier trennte ich mich von den anderen AuPairs, um mich mit meiner Freundin auf einen Kaffee zu treffen.

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Wir haben uns komplett (aber wirklich komplett 😂) verquatscht, sodass ich mich viel zu spät auf den Weg zurück ins Hostel machte und als letztes ankam. Aber Zeit für ein Selfie musste sein 😁

Die Agenturdamen führten uns in ein Restaurant, in das wohl keiner von uns ansonsten gegangen wäre. Es sah von außen einfach unbeschreiblich teuer aus. Klar, günstig war es nicht (ist hier eigentlich nichts), trotzdem war das Preisleistungsverhältnis super. Doch es war schwierig etwas vegetarisches auf der Karte zu finden. Anschließend ging es in ein Studentenpub, in das man als Nicht-Student unter 20 normalerweise gar nicht darf. Aber als wir ankamen war noch nichts los und wirklich Lust lange zu warten hatten ich und 2 der Trondheimmädels auch nicht. Also gingen wir schon recht früh und machten noch ein paar Bilder mehr. Bergen bei Nacht sozusagen.

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Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Fløyen gestiegen, einem Berg direkt am Zentrum. Der Aufstieg war teilweise echt ziemlich anstrengend, hat sich aber mal wieder gelohnt. Und das Wetter (ich traue mich fast gar nicht es zu schreiben) war traumhaft. Nix vom immer verregneten Bergen zu sehen.

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Auf dem Weg fanden wir immer wieder Schilder von der unsichtbaren Hexe, die man im übrigen nicht fotografieren darf. Mit diesem Gag bezieht sich die Stadt auf seine eher unlustige Geschichte. Im Mittelalter herrschte in ganz Skandinavien wie auch in den meisten restlichen Teilen Europas rege Hexenverfolgung und in Bergen sollen noch bis heute viele ihrer Geister spuken.

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Nach ein paar verabschiedenen Worten der Agenturdamen wurden wir auf der Spitze des Berges entlassen. Ich lief ein wenig mit den anderen Trondheimmädels umher, machte Bilder und verlor den Objektivdeckel meiner Kamera: er schlitterte fröhlich klappernd die Kante runter und landete etwas weiter unten und sicher außer Reichweite im Gras. Mist.

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Ich musste mich auch schon als erstes von den anderen verabschieden, da mein Flug bereits um 3 zurück ging und man alleine zum Flughafen eine Stunde mit der Bahn braucht.

Zurück in Trondheim bekam ich mein Auto erschreckend leicht zurück – keine Papiere, kein Ausweis, nichts gebraucht. Ich frage mich, ob das mit einem VW oder einen Mercedes ebenso leicht gegangen wäre oder die Leute einfach nicht davon ausgehen, dass jemand so ein Auto klauen wollen könnte 😂

Die Rückfahrt war anstrengend – zwei Nächte mit zu wenig Schlaf und voller Aktivitäten sind doch ziemlich ermüdend. Doch ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Elch in freier Wildbahn gesehen. *-*

[Gedanken, Alltag] Monatsupdate #1 – Von faulen Eiern und allgemein dem Leben am Arsch der Welt

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Wow! Ich bin jetzt schon seit einem Monat weg. Oder da. Je nach Perspektive 😉 Höchste Zeit also, mal wieder ein kurzes Update zu schreiben. Ich werde diesen Beitrag in verschiedene Themen einteilen, um es etwas übersichtlicher zu gestalten. Andernfalls befürchte ich, dass es total schwer zu verfolgen wird. 😀

Ja, wie geht es dem Vegetarier auf der Rinderfleischfarm? Eigentlich erstaunlich gut, wenn man nur an diese Ironie denkt. Ich hatte ja am Anfang wirklich so meine Bedenken, ob nicht dieser Widerspruch ein Problem werden könnte. Aber bisher klappt es ziemlich reibungslos. Klar, es gibt manchmal recht prekäre Unterhaltungen: zum Beispiel wenn mein Gastvater mir erklärt, dass es keinen Unterschied zwischen „einen kranken Hund erschießen“ und ein „gesundes 3 Jahres Rind zu schlachten“, aber solche Diskussionen finden insgesamt relativ selten und mit respektvollem Ton statt. Ansonsten finde ich die allgemeine Haltung meiner Gastfamilie zum Fleischkonsum sogar ziemlich gut – alles Fleisch das gegessen wird, stammt entweder von den eigenen Rindern und Ziegen oder wurde selber gejagt beziehungsweise gefischt. Dadurch gibt es automatisch nur „Bio“ Fleisch von „glücklichen“ Tieren (Und das sage ich, obwohl ich der Meinung bin, dass es kein Fleisch von glücklichen Tieren gibt, sondern nur von toten). Doch im Großen und Ganzen sind meine Gasteltern super rücksichtsvoll: Wenn ich nach Hause komme und meine Gasteltern gerade irgendein Tier im Schuppen schlachten, werde ich gewarnt, sodass ich entscheiden kann, ob ich hinsehen möchte oder nicht; an meinem ersten Wochenende wurden kiloweise Linsen, Kichererbsen, Quinoa etc. gekauft; es wird mir zwar immer mal etwas angeboten, wenn es etwas ganz besonderes (z.B. Hummer), aber wenn ich dankend ablehne, gibt es keine weiteren Diskussionen oder Fragen.

Insgesamt ist das Essen hier aber ziemlich lecker. Definitiv anders als in Deutschland, aber ähnlich herzhaft und reichhaltig. Also nicht so wie in Neuseeland, wo jedes Essen bitteschön low carb und low fat und kalorienarm und sättigend sein sollte und dazwischen Massen an Crackern und Chips gefuttert wurden. Hier gibt es meistens ein großes Frühstück, ein kleineres Lunch und dann ein reichhaltiges und relativ frühes „Middag“, also ein warmes Abendessen gegen 4 oder 5.

Ansonsten genieße ich die Vorzüge des Farmlebens: frische Eier von unseren Hühnern, ein Leben mitten in der Natur, Quad fahren um kurze Distanzen zurück zu legen, insgesamt die Ruhe. Das Leben hier scheint in so vielen Beziehungen so viel leichter und sorgenfreier zu sein. Wobei ich damit nicht sagen möchte, dass es ein einfaches Leben ist. Aber dazu sage ich später nochmal etwas mehr. Ich merke richtig, wie sehr ich nachts die Ruhe und den Sternenhimmel genieße und dass ich tagsüber bei schönem Wetter binnen 5 Minuten am Wasser oder im Wald sein kann. Im Garten haben wir massig Karotten, Grünkohl, Spinat, Zwiebeln, Salat und Brokkoli wachsen, sowie eine ganze Sammlung an Kräutern. Alles in Bio-Qualität 😉 Und wenn mein Gastdad bei schönem Wetter er Enge des Landes entfliehen möchte, nimmt er mich manchmal auf seinem Boot mit aufs Meer.

Ein kleiner Ausflug zur nächsten „Stadt“ wird jedoch schnell zu dem Highlight der Woche. Wobei wir auch schon bei den Nachteilen des Farmlebens wären. Bis zur nächsten etwas größeren Ortschaft (mit rund 4000 Einwohnern) fährt man mindestens eine halbe Stunde. Es gibt zwar ein bis zwei kleine Dörfer in 10-20 Minuten Entfernung, aber wenn man Dinge einkaufen möchte, die man nicht in Tante Emma Läden ähnlichen Geschäften finden kann, fährt man eben eine Weile. Und selbst dann ist das Angebot ziemlich stark beschränkt. Auch wenn wir bei weitem nicht die einzigen Menschen direkt hier sind (etwa alle 500-1000 Meter steht mal ein Haus), wirklich viele Leute gibt es hier einfach nicht. Das nächste Au Pair von dem ich weiß, kommt aus Thailand und wohnt ca. 2 ½ Stunden von hier entfernt. In Trondheim weiß ich von 4 weiteren Mädels, von denen ich drei bereits kennen gelernt habe. Aber bis Trondheim fährt man auch mindestens 3 Stunden (ich hab übrigens fast 4 Stunden gebraucht, als ich letztes Wochenende dort war 😀 ). Ein kleiner Mimimi-Nachteil von eigenen Hühnern ist übrigen, dass man sich nie zu sicher sein kann, ob das Ei frisch ist oder eine ganze Weile gut versteckt im Stroh herum lag, bevor es gefunden wurde. So habe ich gestern meine erste Erfahrung mit dem wundervollen Duft fauliger Eier machen dürfen.

Eine weitere Frage, die ich recht häufig gestellt bekomme, ist „Wie kalt ist es?“ Aktuell kann ich noch sagen, dass es wärmetechnisch echt komplett klar geht. Die Nächte sind teilweise ziemlich eisig, aber tagsüber und mit Sonne ist es ziemlich angenehm. Nur ich merke jetzt schon einen deutlichen Unterschied zu vor noch einem Monat und auch zu Deutschland. So wird es zum Beispiel aktuell zu guten Zeiten hell und dunkel, aber bis die Sonne tatsächlich hinter den Bergen auftaucht, ist es schon 13 Uhr. Das heißt im Klartext: es ist schon seit etwa 6 Stunden hell, aber eben ohne jegliche Sonneneinstrahlung. Und sobald sie mal da ist, werden Norweger wie Blumen, die ihre Gesichter der Sonne zuwenden. ^^

Was sind meine sonstigen bisherigen Erfahrungen mit Norwegern? Die Menschen sind insgesamt recht freundlich, hilfsbereit und harmoniebedürftig. Allerdings nützt das nicht allzu viel, da sie gleichzeitig auch relativ verschlossen gegenüber Fremden sind und nicht allzu viel Wert auf Smalltalk legen. So fand ich es zum Beispiel gerade am Anfang ziemlich schwierig ein Gespräch mit meinem Gastdad anzufangen. Sicher scheint immer ein Einstieg über „Heute ist es wirklich überraschend warm. Das hätte ich heute Morgen gar nicht erwartet“ zu sein. Und meistens ergibt sich daraus ein Gespräch. Man muss nur gerade am Anfang des Gesprächs aufpassen sich nicht mit einem „Ja“ abspeisen zu lassen. 😀 Insgesamt haben die Leute auch ziemlich gute Englischkenntnisse. Wenn sie zum Beispiel merken, dass man mit seinen Norwegischkenntnissen nicht weiter kommt, wechseln sie direkt die Sprache. Was zwar lieb gemeint ist, bringt einem selber natürlich nicht allzu viel, wenn man die Sprache lernen möchte. Doch im

Allgemeinen freuen sie sich total, wenn man versucht ihre Sprache zu sprechen. Und egal, wie komisch man etwas ausspricht – sie sagen trotzdem dass es richtig ist, denn gefühlt gibt es einfach keine norwegische Sprachregeln. Alles ist irgendwie irgendwo möglich. Wenn man etwas sagt, kann man sich ziemlich sicher sein, dass irgendwelche Leute mit irgendeinem Dialekt das genauso auch sagen. Das macht mich manchmal echt wahnsinnig! Ich frage also, ob es möglich ist Wort X so auszusprechen oder nicht und als Antwort bekomme ich fast immer, dass das Wort in irgendeiner Region so oder so ähnlich ausgesprochen wird. 😀 Ansonsten tu ich mich nach wie vor schwer die Sprache zu lernen. Ich verstehe zwar recht viel, kann aber fast nichts selber sagen. Mich frustriert das manchmal ziemlich, aber zumindest meine Gastfamilie ist fest davon überzeugt, dass das ziemlich bald besser wird.

Auch ansonsten harmoniert es mit meiner Gastfamilie. Klar, es gibt immer mal kleine Reibungspunkte oder Dinge die mich nerven, aber es ist nie so, dass ich mich ausgenutzt oder ungerecht behandelt fühle. Und wenn mal ein Problem auftaucht, wird sich zusammen gesetzt und anständig darüber geredet. Die Kinder nehmen mich auch alle soweit ganz gut an und gerade mit der Kleinen, auf die ich ja eigentlich nur aufpasse, klappt es momentan ziemlich gut.

Also – auch wenn es nicht immer leicht ist mitten im Nirgendwo zu wohnen, ich fühle mich hier bisher total wohl und bereue es kein bisschen auf eine Farm am Rande der Zivilisation gegangen zu sein. Mal sehen, wie sich diese Sicht in der näheren und ferneren Zukunft noch ändern und entwickeln wird 😀

10 Fakten über Monat 1:

  1. Ich habe bis heute genau 934 Bilder mit meiner Kamera gemacht.
  2. In meiner 2. Woche habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Polarlichter gesehen.
  3. Ich habe in einem Monat Norwegen mehr über Schlachten, Fischfang und Jagen gelernt, als in meinem bisherigen Leben.
  4. Bisher habe ich erst 2 Mal nach Deutschland telefoniert.
  5. Neulich habe ich teilweise auf Norwegisch geträumt und nichts verstanden.
  6. Ich bin die einzige weiße Person in meinem Sprachkurs.
  7. Manchmal habe ich totales Heimweh nach Neuseeland, aber bisher noch nicht so viel nach Deutschland. (nur nach meinen Katzen – sorry Papa 😀 ♥ )
  8. Es ist gut, dass ich nicht in direkter Laufentfernung zu Supermärkten wohne – dadurch kaufe und esse ich weniger Schokolade 😀
  9. Ich bin das erste Mal Quad gefahren – und es macht verdammt viel Spaß J
  10. In meinen ersten beiden Wochen hier habe ich mehr Pizza gegessen, als im ganzen letzten Jahr.

[Bilder] Wenn der Himmel leuchtet

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Letzten Mittwoch habe ich unter den Sternen und dem grünen Leuchten von Polarlichtern getanzt ❤ Polarlichter waren mein absoluter Traum, den ich unbedingt in Norwegen sehen wollte. Ich habe zu 0,0% damit gerechnet, dass ich sie schon so früh zum ersten Mal sehen würde. Umso glücklicher war ich darüber ☺ Und bin es immernoch 😄


[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

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[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

Wow, ich bin jetzt schon seit 6 Tagen in Norwegen. Irgendwie ist die Zeit schon wieder so schnell rum gegangen – und irgendwie bin ich gefühlt schon wieder eine ganze Ewigkeit von Zuhause weg. 

Ich wusste zwar schon in Deutschland, dass ich ziemlich außerhalb landen würde, aber dass es so weit ist, hab ich dann doch nicht erwartet :lol:. Bis zum nächsten Dorf fährt man 10 Minuten in die eine Richtung, meine Sprachschule ist nochmal gute 5 Minuten weiter; die nächste Stadt liegt 30 Minuten in der anderen Richtung. Und es gibt nur eine Straße, die in jede dieser beiden Richtungen führt. Aber hey, dafür wohne ich landschaftlich im absoluten Paradies – etwa 50 Meter vom Fjord entfernt, ein Wald mit Wasserfällen gegenüber und eben nur eine Straße in der Nähe 😀

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Was ist ansonsten wichtig zu wissen? Die Familie ist super lieb und sehr geduldig damit Wörter wieder und wieder und wieder zu wiederholen in der Hoffnung, dass mal was bei mir hängen bleibt. ^^ Der Älteste hat gerade begonnen deutsch in der Schule zu lernen und ich helfe fleißig bei den Hausaufgaben. Ehrlich, mir war vorher noch nie so sehr bewusst, wie schwer die deutsche Grammatik ist, wenn die eigene so viel simpler ist. Die Mittlere weiß gefühlt noch nicht allzu viel mit mir anzufangen, aber das ist irgendwie okay, da ich auch noch nicht wirklich mit ihr kommunizieren kann 😀 Und die Jüngste? Eigentlich arbeite ich ja nur mit ihr. Die beiden Großen sind schon ziemlich selbstständig und wenn sie heim kommen, höre ich quasi gerade auf. Die Kleine ist ein totales Mamakind. Verständlich, da sie die ersten 12 Monate ihres Lebens immer mit Mama verbracht hat und dementsprechend an ihr hängt. Aber solange Mama und Papa nicht in der Nähe sind, akzeptiert sie auch mich ziemlich gut. Und mehr kann man in der ersten Woche beim besten Willen nicht erwarten 🙂

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um 9 und endet irgendwann zwischen 2 und 3. Also eigentlich sehr entspannt. Danach gibt es zwischen 4 und 6 Middag, also eine Mischung aus Mittag und Abendessen. Vorher und nachher lerne ich aktuell fleißig Vokabeln und frage zum 10.000sten Mal nach dem gleichen Wort 😀 odee schaue Fern oder gehe draußen spazieren. Zu sehen gibt es ja genug. 🙂

Zu dem Farmleben kann ich ansonsten nur sagen: ich hab in einer Woche mehr über fischen, die Zubereitung vom Gefangenen, Hummer, Krebse, Rinderfleisch und Wild gelernt, als in meinem bisherigen Leben. Und das als eingefleischte Vegetarierin 😀

[Bilder, Reisen] Osterwochenende in Napier mit Unwetter und Kidnapper 

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[Bilder, Reisen] Osterwochenende in Napier mit Unwetter und Kidnapper 

*** Bevor es zum eigentlichen Beitrag geht – ich springe jetzt zeitlich ein wenig zurück, denn es fehlen noch ein paar Orte, die ich in Neuseeland besucht habe und zu denen ich bisher einfach noch nicht die Zeit hatte etwas zu schreiben ***


Erstmal vorweg: Nein, uns ist auf unserem Wochenendtrip nichts schlimmes passiert, es gab weder größere Stürme während des Trips noch wurde jemand von uns entführt. Trotzdem passt diese Überschrift. Warum? Darum:

Wir haben das lange Osterwochenende dafür genutzt, uns auf den Weg in das etwa 6-7 Stunden südlich von Auckland liegende Napier zu machen. Ursprünglich hatten wir geplant am Donnerstagabend das erste Stückchen zu fahren, aber das Wetter und Zyklop Cook haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. So sind wir erst am Freitag in aller Frühe los gefahren.

Am Nachmittag kamen wir also in unserem Hostel an. Die anderen fanden es okay, aber mir hat es wirklich gut gefallen: es war ein liebevoll im Reiterhof-Thema eingerichtetes Gebäude mit einem gemütlichen Außenbereich, Hängematten und Lichterketten. Ziemlich genau mein Wohlfühlgeschmack 😄 Anschließend sind wir an den Strand gefahren. Man sah die Auswirkungen des Unwetters ziemlich deutlich: das Meer war eine schmutzig-braune Brühe, überall lag übermäßig viel Treibgut umher und an der Strandpromenade standen einige Bäume traurig über ihren herabgefallenen Ästen.

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Doch die Stadt Napier an sich hat es mir komplett angetan. Sie ist komplett im Art Deco Stil der 30er Jahre gehalten. Bei einem Erdbeben im Jahre 1931 ist die Stadt komplett zerstört worden, eine komplette Labdzunge ist einfach von der einen auf die andere Sekunde aus dem Meer gepoppt und hat die Küste komplett verändert. Napiers Bewohner standen vor Trümmern – und bauten ihre Stadt wieder neu auf. Der damals moderne Stil prägt bis heute das Bild der Innenstadt und macht Napier zu einem absoluten Schmuckstück. Außerdem habe ich noch nie an einem Fleck so viele Oldtimer als Altagswagen umher fahren sehen – und Oldies sieht man eh schon viel mehr als bei uns.

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Zum Sonnenuntergang sind wir zum Bluff Hill Lookout gefahren. Die Straße dort hin war – sagen wir es mal vorsichtig – recht kurvig und schmal, was einige lustig-aufregende Situation verursachte. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich 3 Mal vor Schreck halblaut aufgeschrien, wenn uns plötzlich ein Auto aus einer uneinsehbaren Kurve entgegen geschossen kam und wir anschließend am Abgrund mit der linken Autoseite leicht über dem Nichts gleitend aneinander vorbei gefahren sind. Denn aus irgendeinem Grund kamen uns nur dicke SUVs entgegen und immer an den schmalsten Kurven. Nicht cool sag ich euch.

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Eigentlich hatten wir auf einen schönen und farbenkräftigen Sonnenuntergang gehofft, aber irgendwie war es ein eher enttäuschender Anblick. Und wie wir so am Hügel saßen und auf das Meer schauten meinte ich plötzlich: Ich hab gerade total Lust hier runter zu rollen. Im ersten Moment schauten mich die anderen an, als hätte ich den Verstand verloren. Doch keine 2 Minuten später rollten 4 von uns tatsächlich den kleinen Abhang hinunter. Und eins kann ich euch sagen: es hat verdammt viel Spaß gemacht 😆

Samstag haben wir uns neben der Innenstad von Napier auch ein paar der Gärten angeschaut, die sich wahrscheinlich normalerweise auch total lohnen. Allerdings sahen sie durch das Unwetter eher wüst aus und wir entschieden schon bald unsere Zeit anderweitig zu verbringen.

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Also ging es auf zu einer Wanderung am Te Mata Peak, einer Felsgruppe, von der aus man nicht nur eine tolle Aussicht hat, sondern auch wundervolle Bilder machen kann. Aber erst mal heißt es hinkommen, gelle? Tja, und das hat sich für uns als ziemlich schwierig ergeben, da wir eigentlich hin wandern wollten, aber irgendwie den Beginn der richtigen Route nicht gefunden haben und uns ganz dezent verlaufen haben. Öhm – upsi 😅 Irgendwann haben wir es dann doch geschafft und zumindest ich war doppelt und dreifach stolz und froh am Ziel angekommen zu sein. Am Ende wurden wir sogar mit einem Regenbogen belohnt, mit dem ein recht lustiges Photo von mir entstanden ist, bei dem man sich fragt: Isst sie den Regenbogen oder kotzt sie ihn aus?

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Ursprünglich hatten wir für Sonntag eine Tour gebucht, bei der wir mit einem Traktor zum Cape Kidnappers gefahren wären. Allerdings war der Strand noch nicht vom Sturm geräumt und so mussten wir die deutlich teurere Tour im Omitourbus buchen. Cool war es trotzdem, denn es gab verdammt leckere Brownies und Zitronenkuchen 😆

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Das Cape Kidnappers ist insbesondere für seine Tölpelkolinien bekannt. Wir waren jedoch erst nach der Hauptbrutzeit da, wodurch der Fels am Ende ziemlich ruhig und verlassen da lag. Gelohnt hat sich die Tour aber trotzdem, denn auf der Fahrt durch den privaten Park konnte man die wunderschöne Landschaft, Steilküsten und saftig grüne Hügel sehen. Irgendwie so typisch Neuseeland eben 😉

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Wir schlenderten am Nachmittag noch ein wenig durch die Stadt und gingen ein letztes Mal an den Strand. Eigentlich wollten wir danach in eine kleine Stadt fahren, die für irgendwas bekannt sein soll. Wir gaben die Adresse im Navi ein und – landeten mitten im Nirgendwo vor einer Schafsherde. Öhm.. Irgendwas ist hier aber gewaltig schief gelaufen, oder? Eine weitere halbe Stunde Fahrtzeit später kamen wir an einem Strand heraus, dessen Namen wir zwar nie heraus gefunden haben, der aber dafür ziemlich schön aussah. Und das ist doch die Hauptsache 😉 (Übrigens – die eigentlich angepeilte Stadt haben wir nie  gefunden)

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Montag ging es wieder zurück Richtung Auckland. Wir hielten bei einem Wasserfall, der ziemlich beeindruckend aussah (von dem ich aber mal wieder nicht den Namen kenne 😆 ) und ansonsten passierte nichts weiter erwähnenswertes.

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[Bilder, Reisen] Die Letzten Tage in Neuseeland – Auckland

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[Bilder, Reisen] Die Letzten Tage in Neuseeland – Auckland

Am Tag nach Lake Tekapo sind wir nur noch nach Christchurch gefahren. Aber anstatt der angeblich benötigten 3 Stunden, waren wir etwas mehr als 5 Stunden unterwegs. Dementsprechend fertig und gerädert war ich, als wir im Hostel ankamen und war nicht mehr wirklich zu irgendetwas zu gebrauchen.

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Und dann ging es auch schon zurück  nach Auckland und ein letztes Mal in meine Gastfamilie. Ich musste noch ein paar Dinge organisieren und aussortieren, Konto auflösen und so weiter. An unserem vorletzten Tag fuhren wir mit dem Zug in die Innenstadt.

Zunächst gingen wir auf die Fähre und setzten nach Devenport über. Vom Pier aus liefen wir zum Mt. Victoria, von dem aus man einen ziemlich guten Blick über das Meer, ein paar der nahe liegenden Inseln, Auckland City und den Hafen hat. Wir hatten mal wieder ziemliches Glück mit dem Wetter. Es war zwar wolkig und ein klein wenig windig, aber die Sicht war schön klar und es hat nur ganz kurz genieselt.

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Zurück in der Stadt sind wir ganz kurz ins Dessert Café gegangen, bevor wir auf den Skytower gefahren sind. Ursprünglich wollten wir die Tickets online vorkaufen, da sie dort dank einer Sonderaktion günstiger waren. Das hat allerdings nicht geklappt und so mussten wir dann an der Kasse nach einer Vergünstigung fragen und hoffen, dass wir durchkommen. Sind wir netterweise und haben dabei noch ein wenig Geld mehr gespart. 😆 Vom Skytower aus haben wir uns dann erst die Stadt bei Licht angeschaut und anschließend noch bis nach dem Sonnenuntergang gewartet (der leider aufgrund einer dicken Wolkendecke nicht allzu spektakulär war) und sind oben geblieben, bis die Lichter der Stadt für Erhellung sorgten.

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Der Rückweg war nach auckländer Manier mal wieder wunderbar chaotisch. Wir wollten ganz normal mit dem Zug fahren, allerdings ist der ganze Schienenverkehr lahm gelegt worden und so mussten wir zunächst herausfinden welchen Bus wir nehmen können, danach die Haltestelle finden (mein Handy  hat freundlicherweise mal wieder den Geist aufgegeben) und dann im dunkeln den richtigen Stopp finden. 😀

Ja, und dann ging es am nächsten schon wieder zum Flughafen. Dieses Mal allerdings mit einem eher trüben Beigeschmack. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich auf den Flug gefreut hätte. Um genau zu sein, hätte ich mich am liebsten irgendwo versteckt und wäre einfach in Neuseeland, meiner zweiten Heimat, geblieben. Es war ziemlich schwer für mich, mich von meiner Gastfamilie zu verabschieden, zumal ich wusste, dass darauf gute 23 Stunden Flugzeit und 4 Stunden Aufenthalt in den USA folgen würden. Und ganz ehrlich? Darauf hatte ich wirklich keinen Bock 😛

[Bilder, Reisen] Tag 17 & 18 auf der Südinsel – Queenstown

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[Bilder, Reisen] Tag 17 & 18 auf der Südinsel – Queenstown

Mit mehr Leuten als ursprünglich geplant machten wir uns Samstag zunächst auf den Weg nach Bluff, wo das Fährenterminal liegt. Einer vom Bus hat sich nämlich entschieden, für 3 Tage auf die Insel zu fahren und einen späteren Bus zurück nach Queenstown zu nehmen. Er tat mir allerdings etwas leid, denn die Fähre nach Stewart Island ist auch als „Grüne Fähre“ oder „Fischfütterfähre“ bekannt und das Meer war noch immer ziemlich stürmisch vom Vortag… Weitere Ausführungen sollten an dieser Stelle nicht von Nöten sein 😀

Anschließend hatte der Rest von uns noch ein wenig Zeit am Meer entlang zu schlendern und die Haare verzauseln zu lassen, bevor wir wieder zurück Richtung Invercargill fuhren. Es gab nicht wirklich viel zu sehen, neben einem Leuchtturm, einer Skulptur, die eine Maori Legende symbolisieren soll, und vielen, vielen Wellen.

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In der Maori Legende geht es grob zusammengefasst um Māui (der Name dürfte aus Disneys Moana bekannt sein), einem Halbgott, der so wie fast alle Voll- und Halbgötter des Maori Glaubens ein ziemlicher Riese gewesen sein soll. Eines Tages ging Māui mit seinen großen Brüdern fischen und weil sie ihren kleinen Bruder nicht wirklich ernst nahmen, dachte er, er müsse sich beweisen. So kam es, dass er seinen Fischerhaken, der aus dem Knochen seiner geliebten und verstorbenen Großmutter bestand, ins Wasser warf. Durch ihre Kräfte und Liebe und diesem ganzen Blabla, biss ein ziemlich großer Stachelrochen an. Māuis Brüder halfen ihm, den Brocken zur Wasserfläche zu ziehen und er bat sie, den Rochen in Ruhe zu lassen, sodass er sich um seinen Fang kümmern könnte. Diese hörten aber (natürlich) nicht auf den Kleinen und begannen ihre Versuche den Rochen zu zerlegen, wodurch die Gebirgs- und Tallandschaft der Nordinsel entstand. Die Geschichte geht noch ein Stück weiter, aber ganz grob zusammengefasst bildete sich aus dem Rochen die Nordinsel, aus dem Boot die Südinsel und aus dem Anker Stewart Island. Und deswegen heißt die Nordinsel auf Maori „Te ika a māui“ (Der Fisch des Māui), die Südinsel „Te waka a māui“ (Das Boot des Māui) und Stewart Island „Te punga o te waka a māui“ (Der Anker des Botes von Maui). Und die Skulptur soll eben jede Ankerkette darstellen, die das Boot mit dem Anker verbindet. Soviel zum geschichtlichen.

Anschließend sind wir zurück nach Invercargill gefahren, um noch eine Person aufzugabeln und haben den restlichen Tag mal wieder so ziemlich im Bus verbracht (abgesehen von ein paar kurzen Fotostops). 

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Zurück in Queenstown checkten Dominik und ich zuerst in der wohl schlechtesten Unterkunft der Stadt ein. Aber egal, zumindest ist es relativ billig. Wir waren mittelmäßig motiviert auf einen Berg zu steigen, aber unsere Motivation fiel ziemlich drastisch ab und wir endeten damit, ins „Balls and Bangles“ zu gehen, einem ziemlich geilen Doughnut, Bagel und Milchshake Laden. Wer sich vor Kalorien fürchtet, möge bei den unten angehängten Bildern die Augen fest schließen (je fester, desto besser; diese kleinen Tierchen werden Schummelnde erst recht befallen)

Um zumindest einen winzigen Teil der aufgenommenen Energie zu nutzen, schlenderten wir noch ein wenig am Wasser entlang und genossen einen endlich mal wieder malerischen Sonnenuntergang. 

Am nächsten Tag wurde ausgeschlafen. Hieß ich war um Punkt 8 putzmunter. Eine halbe Stunde später musste auch Dominik dran glauben und wir machten uns fertig für den Tag. Wir wollten hoch hinaus. Wortwörtlich. Unser Ziel lag bei dem Gondola Lookout, von dem aus man einen wunderschönen Blick über die Stadt, die umliegenden Gebirge und den See hat.

Allerdings sind wir ja arme geldlose Reisende und können uns den Luxus der Gondel nicht wirklich leisten (sie ist wirklich total überteuert). Und so machten wir uns daran, den zwar relativ kurzen aber dafür extrem steilen Aufstieg zu wagen. Eine gute Stunde später waren wir ziemlich außer Atem, aber dafür auch am Ziel angekommen. Und es hat sich definitiv gelohnt: die Sicht war glockenklar und es hingen nur ein paar kleine Wolken in den Bergen. 

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Zuerst belohnten wir uns im Café, bevor es noch ein kleines Stück höher ging. Allerdings waren wir beide nicht motiviert die Wanderung noch um weitere 6 Stunden zu verlängern und so machten wir uns wieder zurück auf den Weg nach unten. Allerdings fanden wir es langweilig den exakt gleichen Weg zweimal zu laufen und so entschieden wir uns das letzte Stück auf einem anderen Weg zu gehen. Sagen wir es mal so: wir sahen ein paar ziemlich coole Wasserfälle und Plätze, kamen zwischendurch aber komplett vom Weg ab und kletterten über Steine, Wurzeln und Steinwände hinunter. Es war ziemlich… abenteuerlich 😀 

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Glücklicherweise fand ein ortskundiger Kiwi uns, als wir dachten auf den vermeintlich richtigen Pfad gestoßen zu sein und gab uns den Rat unseren Weg etwas weiter oben fortzusetzen. Nicht lange danach sahen wir die Häuser von Queenstown wieder auf Augenhöhe vor uns auftauchen und verließen den Wald (durch einen Hintergarten).

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hostel (meine Hose war dezent schlammig und wollte dringend zumindest grob gereinigt werden), machten wir uns wieder auf die Socken. Allerdings hatten wir beide keine allzu große Lust auf noch einen Berg, und so liefen wir nur ein wenig am Ufer entlang, kauften und uns einen Cupcake, ließen uns von einer Ente ein ganzes Erdnussbuttersandwich stehlen und pilgerten schlussendlich zum Supermarkt. 

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Zurück im Hostel wurde endlich geduscht, was ordentliches gegessen und den restlichen Abend entspannt.