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Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

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Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

Die Nacht auf den Sonntag war mal wieder viel zu kurz 😂 Wir machten ein gemütliches Sonntagsfrühstück, bevor wir unsere siebentausend Sachen wieder ins Auto packten und los fuhren.

Susanne hat irgendwann vor dem Urlaubsantritt festgelegt, dass sie in jeden Fjord geht, an dem wir vorbei kommen. Wobei sie inzwischen schon zu „wo wir stoppen“ differenziert hat 😀 . Während sie und Papa also ihre Füße ins kühle Nass tauchten, entdeckte ich eine Wiese voller Walderdbeeren und wir machten ein kleines zweites Frühstück am Wasser.

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Die Landschaft sauste traumhaft schön an uns vorbei – zu schön, um alles so schnell begreifen und aufsaugen zu können. Vor einem Tunnel wurden wir böse herein gelegt. Es stand ein Schild, welches auf einen schmale und holprige Straße nach rechts verwies und einen Aussichtspunkt versprach. Wir fuhren also leichtgläubig in die Straße ein und landeten vor ein paar Steinen, die die Weiterfahrt blockierten. Uns blieb also nichts anderes übrig, als rückwärts wieder raus zu fahren, denn wenden war am Ende echt nicht drin. Links von uns massiver Fels, rechts kam nach wenigen Zentimetern Weglücke der Abhang – aber mit tollem Blick 😂 Papa schwitzte Blut und Wasser, manövrierte uns aber sicher wieder zurück auf die Straße.

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In Holm hielten wir kurz an der kleinen Holzkirche, besorgten an der nächsten Tanke etwas zu Essen und dann ging es wieder in die Berge. Ziel: Trollstigen. Die berühmte Straße mit 12% Steigung besteht aus insgesamt 11 haarnadelscharfen Kehrwenden und ist ein beliebtes Touristenziel.

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Letzteres bekamen wir auch sehr deutlich zu spüren: gerade als wir hoch fahren wollten, war es gerammelt voll. Wir mussten des Öfteren anhalten und kurz warten, bevor es endlich weiter ging, wodurch Papa seine Anfahrkünste am Berg bestens beweisen konnte 😂 Es ging wirklich nur schleppend hoch – was jedoch auch genügend Zeit zum Wasserfälle und Schluchtbewundern ließ.

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Oben angekommen war erstmal ein allgemeiner Klogang angesagt, ich kaufte mir die provisorische Postkarte und dann ging es zu den Aussichtspunkten. Allerdings war es wie auf der Straße auch hier unglaublich voll und wir entschieden, erstmal ein wenig auf den Felsen herum zu klettern. Denn hier war so gut wie keine Menschenseele unterwegs, was uns wiederum die Möglichkeit zu vielen mehr oder weniger geglückten Fotoversuchen gab. 😀

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Als wir zurück auf den angelegten Pfad kamen, waren dort deutlich weniger Menschen und auf auch der Straße war viel weniger Verkehr. Wir gingen also noch zur letzten Aussichtsplattform, dann liefen wir zurück zum Auto und fuhren weiter.

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Im Niemandsland zwischen den Kommunen Raumdal und Norddal hielten wir erneut kurz zum Bildermachen an, bevor wir die Berge durch die dauerschöne Landschaft herunter fuhren. In Gudbrandsjuvet machten wir eine Pause bei den Wasserfällen, spielten ein wenig mit den Kameras umher und tranken Tee und Kaffee in dem schrecklich modernen Café dort.

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Das letzte Stück zu unserer Unterkunft führte uns an verlockend vollen Erdbeerfeldern vorbei, bei denen wir nicht anders konnten, als eine kleine Kiste zu kaufen. Schließlich und schlussendlich kamen wir bei unserer Unterkunft an, wurden unglaublich freundlich begrüßt, aßen zu Abend und versuchten irgendwie einen Plan für die nächsten Tage zu erstellen.

Montag wurde ausgeschlafen. Zumindest bis um 9 der Wecker klingelte. Nach dem Frühstück bedurfte es etwas Anlaufzeit, doch dann packten wir die Rucksäcke und bestiegen das Auto. Wir nahmen die Fähre von Stranda nach Liabygda und von Valldal nach Eidsdal. Danach lag nur noch eine gute dreiviertel Stunde zwischen uns und dem Geirangerfjord.

Doch natürlich brauchten wir länger 😂 Beim Aussichtspunkt Kosmyra machten wir einen kurzen Klostopp und genossen die Aussicht auf den Fjord, dann ging es weiter zur Adlerkehre und dem umgeleiteten Wasserfall. Und natürlich hatten wir wie auch am Tag zuvor genau den Zeitpunkt abgepasst, als sämtliche Busse und Autos ebenfalls den Aussichtspunkt ansteuerten.

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Wir waren umgeben von vielen, vielen deutschen Rentnern, die mehr oder weniger zufrieden die ganze Szene kommentieren und einer „Mein Schiff“ Fotografin, die einlud, Bilder zu machen. Aber nur von den Fahrgästen versteht sich. Papa, Susanne und ich stiegen einen kleinen Geröllpfad hinauf und standen plötzlich ein paar Meter höher komplett alleine auf den Felsen und konnten nochmal in Ruhe die Aussicht genießen. 🙂

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Wir fuhren die neun Spitzkehren herunter bis nach Geiranger, parkten das Auto etwas außerhalb und gingen das Stück bis zur Turi-Info, fragten dieses und jenes für die nächsten Tage. Anschließend fuhren wir einen schmalen Pfad in schleppendem Tempo hoch. Wir hingen hinter einer Ausflugsgruppe, die wie eine Schafsherde den ganzen Weg versperrte und nicht mal im Traum daran dachte Platz zu machen und lieber entrüstet glotzte. Am Restaurant Vesterås Gard aßen wir ziemlich lecker und liefen zunächst zum Vesteråsfjell. Vom Aussichtspunkt aus hat man eine wunderbare Aussicht über das Örtchen und den Fjord!

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Zurück ging es durch die dösenden Ziegen bis zur Hütte und noch weiter rauf zum Storsæterfoss. Wir entschieden, die mittelschwere Strecke, anstelle der leichten zu laufen, worüber ich eigentlich ziemlich froh war – denn der andere Weg führte über eine steinerne Treppe, mit komplett verschieden hohe Stufen.

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Die Sonne brannte unheimlich stark vom Himmel und es machte nicht wirklich viel Spaß hoch zu laufen, da es so gut wie keinen Schatten auf dem Weg gab. Doch oben wurden wir nicht nur von der Aussicht und dem Wasserfall selber belohnt, sondern auch von unglaublich vielen und unglaublich süßen Heidelbeeren.

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Allerdings gingen wir erstmal zur kleinen Plattform, machten kurz Pause (und natürlich Bilder) und zogen danach weiter zum und hinter den Wasserfall. Das coole am Storsæterfoss ist nämlich, dass man direkt hinter den Wasserfall kommt. Und das ist bei der Hitze eine unglaublich willkommene Abkühlung, wenn die Sonne so fürchterlich heiß brennt.

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Auf dem Weg zurück landeten wir irgendwie im Heidelbeerfeld. Papa fragte, ob wir denn langsam weiter wollten, was Susanne sehr bestimmt verneinte. 😂 Irgendwann meinte ich „Eigentlich sollten wir zurück… Aber ich hab noch keine Lust!“ Und von Papa kam ein zustimmendes „Hmmm, so langsam…“, während er noch tiefer ins Gestrüpp kletterte. 😂

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Irgendwann rissen wir uns los und – was soll ich sagen – der Abstieg war nicht viel besser als der Aufstieg. Am Restaurant gab’s aber erstmal eine Runde Eis mit traumhaftem Ausblick und die Strapazen von zuvor waren so gut wie vergessen. 🙂

Wir fuhren anschließend ziemlich direkt zurück, verpassten jedoch genau die eine Fähre und mussten dadurch fast eine ganze Stunde auf die nächste warten, wodurch es wieder ziemlich spät wurde.

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Sommerreise #3 – Innerdalen

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Sommerreise #3 – Innerdalen

Nachdem also irgendwie unser ganzes Gepäck sicher im Auto verstaut lag, ging die wilde Fahrt los. Auf meine Empfehlung hin fuhren wir über die E6 und anschließend die 70 weiter, da wir so durch eine traumhaft schöne Berglandschaft und „das Tal der Wasserfälle“ Sunndal fuhren.

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Abgesehen von ein paar Klo-Stops und einem Opi, der am helligten Tag mit Fernlicht fuhr, passierte eigentlich nichts wirklich aufregendes. Unser Weg führte uns auch am Vinnu vorbei, welches der höchste Wasserfall Norwegens und Europas uns der sechsthöchste weltweit ist. Zumindest laut Prof. Dr. Google.

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Schließlich bogen wir in die schmale Straße nach Innerdalen ein. Auch das ist ein totaler Geheimtipp. Wir ergatterten einen freien Parkplatz zwischen all den Wagen mit norwegischen Kennzeichen und packten unseren Proviantrucksack, bevor wir uns „in das schönste Tal Norwegens“ machten. Zunächst erwartete uns jedoch ein 4km Marsch, der irgendwie in beiden Richtungen gefühlt nur bergauf ging. 😂

Es war den ganzen Tag leicht bewölkt gewesen, doch während wir uns so am Berg empor ackerten, klarte sich der Himmel fast vollständig auf. Fast den ganzen Weg entlang wachsen mal mehr, mal weniger wilde Heidelbeeren (was wir natürlich ausnutzen mussten) und wir vermuten auch, wilde Preiselbeeren entdeckt zu haben.

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Schließlich kam der Innerdalstårnet in Sicht, ein markanter und kegelförmiger Berg, vor dem ein See und mehrere Holzhütten liegen. Dazwischen grasen Kühe und Schafe, Vögel zwitschern und es duftet verlockend nach Waffeln. Denn dafür ist die Hytte bekannt: für ihre unglaublich leckeren Waffeln mit selbst gemachter Rømme (Saure Sahne) und Marmelade. Natürlich teilten wir uns so einen Teller und dazu noch eine Kanelsnur (Zimtknoten) – ebenfalls super lecker ❤

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Wir wanderten den Weg noch ein Stückchen weiter, bis wir zu einem anderen See kamen, in den Papa und ich bis zu den Knien wateten. Frisch abgekühlt und getrocknet zogen wir noch ein Stückchen weiter und kamen über einen schiefen Trampelpfad hin zur „Dusj“, einer Dusche aus herab tropfendem Wasser. Selbstverständlich mussten wir alle drei dort Bilder machen 😂

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Der Weg zurück führte irgendwie gefühlt – wie bereits geschrieben – auch die ganze Zeit nur bergauf, doch endlich kamen wir am Auto an. Wir gingen noch schnell in Sunndalsøra einkaufen und essen, dann fuhren wir weiter bis nach Gjemnes, wo wir die nächste Nacht schliefen.

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Auf der Fahrt konnten wir die wunderschöne Berg- und Fjordlandschaft der Nordmøreregion in vollen Zügen genießen. Kaum ein anderes Auto, erst recht keine Massen von Touristen weit und breit. So liebe ich Norwegen!

Wir hatten leider ein paar Probleme das Airbnb zu finden, doch nachdem wir im Haus waren, die Fahrstrecke für den nächsten Tag besprochen hatten und uns noch ein wenig Wein und Schokolade einverleibt hatten, gingen wir recht bald ins Bett.

Sommerreise #2 – Trondheim

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Sommerreise #2 – Trondheim

Wir kamen am Mittwochabend in Trondheim an. Wirklich etwas gemacht, haben wir dann nicht mehr. Dazu waren alle zu müde. Es wurde nur der grobe Plan für den nächsten Tag gemacht und anschließend gingen alle etwas früher als am Vorabend ins Bett.

Zumindest schaffte ich es in dieser Nacht bis halb 6 zu schlafen, bevor ich aufwachte und einfach nicht mehr zur Ruhe kam. Gegen 9 machten wir uns wie am Vortag auf den Weg, dieses Mal zu Fuß in die Stadt zum Hafen. Wir kauften drei Tickets für das Boot nach Munkholmen, der kleinen Insel direkt vor der Stadt.

 

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Munkholmen ist von einer langen Geschichte geprägt. Erst wurde es für Ofperzeremonien der Wikinger verwendet, später bauten Mönche ihr Kloster darauf, in den späteten Jahren wurde es als Gefängnis benutzt und noch später als wichtiger Abwehrstützpunkt zum Schutz der Stadt. Ein geschichtsreiches Fleckchen Norwegen also. Die Sonne schien herrlich warm vom Himmel, es war fast windstill. Fast schon zu schön um wahr zu sein.

Wir sahen uns erst ein wenig auf der Insel um, tranken dann Café und schlossen uns einer Führung durch das Innere des Turmes an. Diese war leider nur auf norwegisch verfügbar, weswegen ich fleißig übersetzte und Papa und Susanne in einem Heftchen mitlesen mussten. Der ganze Turm ist schon sehr massiv gewesen, von den unteren Verließen bis hin zum Ausguck auf der Turmspitze – überall schien es von Geschichten nur so zu wimmeln! Der Guide lotste uns drei am Ende der Führung in ein kleines Häuschen neben dem eigentlichen Turm, in dem zu Kriegszeiten die Soldaten diszipliniert wurden. Hier hatten sich so einige Soldaten verewigt und ihre Weisheiten an die Wände geschrieben.

 

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Nach den ganzen Informationen mussten wir uns erstmal kurz im Meer abkühlen. Ich gestehe, ich bin nur bis zu den Knien rein und dann ganz fix wieder raus – mir war das an dem Tag eindeutig zu kalt! Und im Anschluss ging es schon wieder mit dem Boot zurück in die Stadt.

Wir flanierten ein wenig durch die Gassen, durch den Stiftsgården bis hin zum Nidaros. Jedoch machten wir recht schnell wieder Kehrt, nachdem wir die unglaublichen Menschenmengen vor der Nidaros Kathedrale gesehen hatten. Also gönnten wir uns zunächst Softeis am Fluss und gingen dann zum Dom. Jedoch war es noch immer nicht wirklich touristenarm und so stellten wir uns geschlagen in die Reihe vor dem Ticketschalter.

 

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Da des erksbischhöfliche Museum und die Kronjuwelen bereits als erstes schlossen, sahen wir uns zunächst diese beiden Museen an. Anschließend ging es in den Dom. Obwohl ich ihn mir inzwischen zum zweiten Mal ansah, überwältigte er mich erneut mit seinen gigantischen Wänden, den Glasfenstern und den Orgeln. Wie auch mit Alexandra bestiegen auch wir drei den Turm und genossen den wunderschönen Blick über die Stadt. Jedoch begann zu diesem Zeitpunkt ein recht frisches Windchen aufzukommen, das bis zum Abend Wolken vor den ganzen Himmel schob.

Von der Kathedeale aus ging es ein zweites Mal an diesem Tag über die Gamlebybru und einmal durch die Gassen von Bakklandet bis hin zum veganen Bistro „Hagen“. Wir entschieden uns das Buffet zu nehmen und schlugen uns die Bäuche mit dem unglaublich leckeren Essen voll.

 

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Im Anschluss drehten wir noch eine kleine Runde, kauften unter anderem Multebærsyltetøy (Moltebeeren-Marmelade) und liefen schließlich zurück zum Airbnb.

Überraschenderweise schlief ich erstaunlich gut in dieser zweiten Nacht in Trondheim und hätte meinen Wecker dafür aus dem Fenster schmeißen können, dass er am nächsten Morgen klingelte. Doch nach der ersten Tasse Kaffee sah die Welt schon wieder besser aus 😆

Weil wir morgens recht lange brauchten, um uns fertig zu machen, planten wir kurzfristig um und fuhren als erstes zur Nidar Fabrik. Im Schokoladenverkaufsraum probierten wir uns durch sämtliche Boxen und Schälchen durch, gingen kurz durchs Museum und kauften anschließend eine beachtliche Menge an Leckereien ein – obwohl Papa am Ende unglaublich über den Preis meckerte. Doch ich versuchte ihm zu erklären, dass wir für norwegische Verhältnisse eigentlich kaum was ausgegeben haben und wir im Laden locker das Doppelte bis Dreifache gezahlt hätten. Aber irgendwie ließ er dieses Argument nicht ganz durchgehen.

 

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Nachdem die Schokolade kühl Zuhause verladen war, ging es weiter zu Kristiansten, denn die Festung hatten wir am Vortag nicht mehr geschafft. Wir parkten jedoch in einer Seitengasse hinter dem Park, um die Parkplatzgebüren zu sparen 😀

Das erste Mal von all den Malen die ich bei der Festung war, hatte auch das Museum geöffnet, was wir natürlich ausnutzten. Papa und Susanne waren beide von den ganzen Skulpturen angetan und ich genoss es einfach, noch ein letztes Mal auf die Stadt blicken zu können.

 

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Durch den Park ging es zurück zum Auto, mit dem wir dann zur Burmaklippe fuhren. Die Burmaklippe ist ein kleiner Felsvorsprung nur wenige Kilometer außerhalb vom Stadtzentrum. Sie ist nicht besonders groß und auch nicht extrem hoch, aber trotzdem definitiv einen Abstecher wert! Jedoch ist sie ein wenig schwierig zu finden, da nichts ausgeschildert ist und es war unser Glück, dass Papa die Klippe bereits vom Boden aus gesehen hatte.

 

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Jedoch war ihm selbst die Höhe nicht ganz geheuer und er traute sich nicht bis zur Kante vor. Ich bin da um einiges schmerzloser und saß mit den Beinen schaukelnd auf der Felszunge. Papas kleiner Freund, der Muskelkater (ja, so heißt sein Tierchen tatsächlich), baumelte dank mir an diesem Tag nicht nur über der Kante, sondern hing auch kopfüber in meinen Haaren.

 

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Nachdem wir wieder unten beim Auto waren, fuhren wir einmal auf die andere Seite der Stadt in die Bymarka. Hier wollten wir zum Gråkalle, dem zweithöchsten Berg in der Trondheim Region. Wieder fuhren wir ein ganzes Stück mit dem Auto, bevor wir die letzten paar Kilometer zu Fuß abliefen. Es ging teilweise ziemlich steil hoch und führte durch ein Gebiet, in dem im Winter eine Skiabfahrt ist. Jetzt lag jedoch kein Schnee, nur Fels und mooriger Boden.

Auf dem Berg selber entdeckten wir ganz viele Moltepflänzchen mit Beeren, die jedoch allesamt noch nicht reif waren. Leider! Denn obwohl die Aussicht unglaublich schön war, wurde auch irgendwann der Hunger ganz schön nagend. 😆 Wir liefen jedoch noch so weit wie möglich um die Militärstation herum, bevor wir zurück zum Parkplatz liefen. Ich regte mich derweil fürchterlich über meine Gastfamilie auf, die mal wieder alle gemachten Absprachen kurzfristig umgeschmissen hatten.

 

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Am Auto plünderten wir erst mal ein paar Scheiben Knäckebrot, bevor wir zum Supermarkt fuhren, um Sachen fürs Abendessen einzukaufen. Den restlichen Abend verbrachten wir entspannt im Haus bei Schokolade, Wein und Bilder durchsehen.

Den nächsten Morgen holten Papa und ich noch meinen Koffer von meiner Gastfamilie, tranken einen Kaffee und redeten irgendwie in einem dreisprachigen Wirrwarr miteinander. Die Kleine freute sich unendlich über den kleinen rasselnden Ball und meine Gasteltern über den Wein. Irgendwie bekamen wir sogar alles ins Auto (mehr schlecht als recht) und fuhren weiter.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Sommerreise #1 – Røros

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Sommerreise #1 – Røros

Am Dienstag fuhr ich also mit dem Bus von Trondheim nach Røros. Die Fahrt dauerte insgesamt rund drei Stunden und führte durch die saftig grüne Landschaft Norwegens. Ich hing meinen Gedanken nach und versuchte, noch mit den letzten Tagen abzuschließen und ein kurzes Nickerchen zu machen – was aber irgendwie nicht so ganz klappen wollte.

In Røros angekommen, musste ich mich erstmal kurz orientieren und zog es schließlich vor, es mir in einem Café gemütlich zu machen, während ich auf Papa und Susanne wartete. Eineinhalb Stunden später sah ich unser Auto auf dem Parkplatz vorfahren und lief den beiden sehr freudig entgegen 🙂

Wirklich viel machten wir in Røros nicht mehr. Gegen 8 Uhr hatten wir gegessen und fuhren dann zu unserer Unterkunft – einer super urigen Hytte in den Bergen. Es gefiel uns gleich auf den ersten Blick – die gemütlich rustikale Einrichtung, die Holzwände, die ganze Hyttensammlung. Papa meckerte jedoch ein wenig über das charmante Plumsklo auf der anderen Seite der Wiese 😀 Aber zumindest gab es fließendes Wasser und Licht.

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Wir entschieden, uns erstmal ein wenig die Beine zu vertreten und eine Runde um den nahegelegenen See zu gehen. Leider war es viel zu kühl zum Baden, denn der See sah herrlich verlockend aus! Anschließend schlenderten wir noch zu der kleinen Brücke, über die wir zuvor gefahren sind und anschließend zurück zur Hytte.

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Hier saßen und redeten wir noch bis Mitternacht im kuschelig warmen Wohnzimmer – ich hatte den Ofen angezündet, bevor wir aufbrachen – und tranken Wein und heiße Schokolade, bevor wir alle drei geschafft vom Tag in die Betten fielen.

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Obwohl ich unglaublich müde war, machte ich in der Nacht kein Auge zu. Ob es am Bett oder am deutlichen Sägen aus dem Nachbarzimmer gelegen hat, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls hielt ich es halb 8 nicht mehr aus, still im Bett zu liegen und fing schon mal an Wasser zu kochen und mich selber soweit fertig zu machen. Kurze Zeit später krabbelten auch die beiden Holzfäller aus ihren Betten und wir machten uns erstmal an ein entspanntes Frühstück. Nachdem sowohl das Auto beladen, als auch die Hytte geputzt und schließlich auch der Schlüssel wieder gefunden wurde, machten wir uns schon auf den Weg zurück nach Røros.

Hier suchten wir zunächst die Touristeninfo auf, erfuhren von einer Straßensperre und bewaffneten uns mit einem Stadtplan. Papa und Susanne probieren sich durch verschiedene Wurstsorten an einem Stand und entschieden, sich eine scheinbar recht schmackhafte Rentier- und Elchsalami zu kaufen.

Danach ging es duch die schnuckelig verspielten Gassen weiter bis zu der Holzkirche. Die Wände und Säulen dieser waren von innen wie Marmor angemalt, erst bei genauerem Hinsehen stellte man fest, dass es sich eigentlich „nur“ um Holz handelte. Und während wir so durch die Kirche schlenderten, ertönte Musik aus der Orgel über uns.

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Von der Kirche ging es weiter zum Slegghaugan, dem Schlackehaufen mit den urigen Holzhäuschen aus der Gründerzeit der Stadt in den 1600er Jahren. Man kann sich einige der Häuschen auch von innen anschauen, doch dabei sollte man definitiv auf seinen Kopf aufpassen 😆 Von der Spitze eines Schlackehaufens kann man gut über das ganze Gelände und die Gebäude sehen, jedoch entschieden wir, dass es sich für uns nicht lohnt allzu lange dort herum zu klettern und machten uns bald auf wieder auf den Weg.

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Wir schauten auch kurz beim Bergbaumuseum vorbei, gingen jedoch nicht in die Ausstellungen, und liefen dann zum Café Frøyas Hus, das auch im Reiseführer vorgeschlagen wurde. Im Büchlein wurde es wegen der Waffeln empfohlen, doch die waren ehrlich gesagt für die Katz. Viel besser war hingegen der „Weltbeste Apfelkuchen“ mit ganz vielen Honignüssen obenauf und das ganze Ambiente des Cafés.

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Wirklich lange konnten wir jedoch nicht bleiben, denn wir wollten im Anschluss zur Olavsgruve, einem ehemaligen Kupferbergwerg etwa 13km außerhalb der eigentlichen Stadt. Da wir als einziges an der nicht-norwegischsprachigen Führung teilnahmen, konnten wir den Guid sämtliche Fragen komplett problemlos stellen und uns alles privat und ausführlich erklären lassen. Es war unglaublich beeindruckend, die ganzen verschiedenen Farben zu sehen, doch nach einer Weile wurde es ziemlich frisch da unten.

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Als wir wieder nach oben kamen, schien die Sonne prall vom Himmel, kein Wölkchen war in Sicht, nur ein leichtes Windchen wehte. Wir spazierten noch ein wenig in der Umgebung umher, schauten uns die Überreste der alten Seilbahn an, mit der das Kupfer aus den Minen in die Stadt transportiert wurde und begaben uns schließlich auf den Weg zurück zum Auto.

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Wir folgten nicht dem schnellsten Weg nach Trondheim, sondern der 705, einer Straße, die durch wunderschöne Berg- und Seelandschaften führt. Es war traumhaft schön! Und mir verschlug es komplett die Sprache, als wir plötzlich an einem Rentier vorbei fuhren. Ich konnte nur noch total aufgeregt „Da, da, da!“ rufen und mit meinem Finger vor Papas Nase nach links zeigen *lol* . Auf der Weiterfahrt begegneten uns noch ein paar Mal Rentiete und zum Schluss auch eine seelig fressende Elchskuh.

Wir machten irgendwann Pause an einem Fluss und aßen am Wasser zu abend, Brötchen, Quark, Wurst, Wassermelone und Mini-Zimtschnecken, während die Sonne warm auf uns herunter schien. Danach waren es nur noch eineinhalb Stunden Fahrt, bis wir nach Trondheim kamen.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

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Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei – ich bin kein Au Pair mehr. Ich sitze mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke in einem Café in Røros und versuche, diese Information und die letzten eindreiviertel Monate in der Gastfamilie zu verarbeiten, während ich auf meinen Vater und Susanne warte.

Die Situation in meiner Gastfamilie ist über die letzten Wochen nochmal total aus dem Ruder gelaufen und gerade überwiegt ganz klar die Erleichterung darüber, dass es vorbei ist. Ja, ich werde die Kleine unglaublich vermissen und finde es schade, dass ich sie wohl nie mehr sehen werde, doch in den letzten Wochen habe ich nochmal ganz klar gemerkt, dass ich menschlich unwillkommen und definitiv kein Familienmitglied bin.

Doch erstmal der Reihe nach. Über den 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag, waren wir in Trondheim. Über meine Eindrücke schreibe ich noch einen separaten Beitrag, beziehungsweise habe ich ihn schon geschrieben und muss nur noch die passenden Bilder auswählen.

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Das Wetter der restlichen Maitage waren, ebenso wie in die ersten beiden Wochen, unglaublich sonnig und warm und ich war – sooft wie möglich – im Fjord schwimmen. Obwohl das Wasser eisig kalt war, war es eine angenehme Erfrischung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich befreiend sein kann, zwischen den Algen herum zu dümpeln und raus aufs Meer zu schwimmen.

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Der Juni war eigentlich durchgehend kalt und verregnet. Man hatte das Gefühl, dass das Land den eingesparten Regen vom Mai so schnell wie möglich wieder rausholen wollte. Es machte weder Spaß draußen herum zu laufen, weil man entweder umgepustet oder sofort bis auf die Knochen durchnässt war, noch ständig im Wetterbericht von Sonne in Deutschland und noch mehr Regen in Norwegen zu lesen. Mit Baden wurde es also im Juni nicht wirklich was. 😆

Dafür bin ich im Juni den Atlantikhavsveien abgefahren. Dabei handelt es sich um eine ganze Kette von Brücken und Inseln, die jedoch am besten bei starkem Wellengang aussehen. Bei mir war es nur bewölkt und verregnet, aber trotzdem fand ich sowohl die Brücken an sich als auch die Inseln unglaublich schön.

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Über meinen Geburtstag bekam ich Besuch von einer Freundin aus Deutschland. In Trondheim zeigte ich Alexandra zuerst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Klassiker wie Kirstiansten, Gamlebybru, Innenstadt und den Nidaros) und gingen gemeinsam in die drei Nidarosmuseen, beziehungsweise zwei Museen und den Dom selber. Das hatte ich selber zuvor auch noch nicht gemacht und fand es überraschend spannend, mir das erzbischhöfliche Museum mit der Geschichte zum Dom, die Schatzkammet mit den königlichen Kronjuwelen und selbstverständlich den Nidaros selbst von innen anzuschauen. Am spannensten fand ich, über die unzähligen verschiedenen Skulpturen am und im Dom zu hören und eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: das Gesicht einer missglückten Botoxbehandlung 😆

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Im Nidaros kamen wir gerade noch rechtzeitig für die Turmbesichtigung, für die man zwar extra bezahlen musste, aber gleichzeitig auch einen atemberaubenden Blick über die Stadt bekam (was bei strahlendblauem Himmel wirklich mehr als lohnend ist!) 🙂

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Die nächsten zwei Tage kam sie mit auf die Farm. In meinen Geburtstag feierten wir mit tiefschürfenden Gesprächen und Gummibärchen, um Mitternacht packte ich zwei kleine Geschenkpakete aus. Nachmittags fuhren wir in die Stadt und gingen erst Kaffee trinken und anschließend chic essen, dann fuhren wir zurück in die Gastfamilie. An dem Tag passierte nichts spektakuläres und nichts großes, doch für mich war es perfekt. Enttäuschend fand ich bloß, dass meine Gastfamilie meinen Geburtstag so ziemlich vergaß und ich das Geschenk, das sie mir am Abend versprachen nie bekam und spätestens ab diesem Tag ging die Stimmung Zuhause nur noch den Bach runter.

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Am 3. Juni flog Mareike, als erstes der Trøndermädels nach Hause nach Deutschland. Es war recht lustig, weil wir es tatsächlich schafften, uns vier Mal zum letzten Mal zu treffen 😆 Wenige Tage folgten Rafaela und Anja, Ende Juni Kira und Leonie. Als nächste habe ich heute aufgehört, in zwei Tagen hat Juliane (und damit die letzte aus dem Bunde) es geschafft. Für die Mehrheit gesprochen würde ich sagen, dass alle glücklich sind, es geschafft zu haben und wieder zurück in ihren richtigen Familien zu sein.

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Seit dem 22. Juni wohne ich nun nicht mehr auf der Farm, sondern in Trondheim. Mir hat es ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen, als meine Gastfamilie am Vortag verkündete, dass ich alle Sachen zusammen packen müsse und wir über die letzten 2 1/2 Wochen nicht mehr zurück fahren würden. Mir blieb so keine Zeit mich innerlich von irgendwas zu verabschieden und mit dem Leben auf dem Bauernhof abzuschließen. Gleichzeitig wurde mir auch die abgesprochene Übernachtung mit meinem Vater und Susanne auf dem Hof gestrichen, weswegen wir kurzfristig umplanen mussten.

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Die letzten zwei Wochen arbeitete ich also in der Stadt, ohne WLAN und mit einer Gastfamilie, die mich abwechselnd klein redete oder ignorierte. Dementsprechend viel war ich unterwegs und versuchte, dem ganzen Wirrwarr zu entkommen. An einem Tag ging ich zu einem Wikingermarkt, etwas außerhalb vom Zentrum. Es war unglaublich kalt und verregnet, aber gleichzeitig auch super schön 🙂 Es war ein recht kleiner Markt, nur sechs oder sieben Buden verkaufen und an einer Stelle gab es Essen und Trinken, doch man merkte, dass die Leute, die dort verksuften, mit Herzblut bei der Sache dabei waren.

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Der Abschied verlief kurz und schmerzlos. Ein distanziertes „Ha dat bra“, eine kurze Umarmung, dann war es vorbei. Der Kleinen ließ ich noch einen selbst gestrickten Teddy da und von ihr bekam ich viele Abschiedsküsschen mit auf den Weg. Behalten werde ich wohl nur die Erinnerungen an die 9 3/4 Monate und ein paar verwackelte Bilder.

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[Bilder, Gedanken] Monatsupdate #8 – Achterbahnfahrten der Gefühle

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[Bilder, Gedanken] Monatsupdate #8 – Achterbahnfahrten der Gefühle

Und der Countdown rattert unaufhaltsam runter. Inzwischen liegen weniger als zwei Monate vor mir – und bereits acht hinter mir. Über vierfünftel der Zeit sind also schon rum. Bitte wo ist die Zeit geblieben?

Auch diesen Monat spielte das Reisen, ebenso wie im Vergangenen, eine große Rolle. Bisher hab ich in #1 #2 Schritten darüber geschrieben, der 3. folgt auch bald 😉 Anders als Ostern kamen dieses Mal keine Freunde, sondern mein großes Brüderchen. Es tat unglaublich gut ihn zu sehen – und fiel mir dafür umso schwerer sich wieder von ihm zu verabschieden. Dieses Mal ging es nicht in den Norden, sondern in den Süden: von der Hauptstadt Oslo über das Örtchen Flåm zu Norwegens zweitgrößter Stadt Bergen.

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Zuhause führe ich meine begonnene Gewohnheit ein Mal wöchentlich mit dem Bus in das nächste Städtchen zu fahren fort. Meistens jedoch sehr spontan, wenn ich etwas früher als normal fertig mit der Arbeit bin, denn der Bus fährt planmäßig eigentlich um 14:40 an unserem Haus vorbei, aufgrund einer Baustelle kommt er meist so 10-15 Minuten verspätet, doch ich muss erstmal 8 Minuten zu einer Ausbuchtung laufen, an der ich den Bus anhalten kann (die nächsten Bushaltestellen in der Richtung wären ansonsten wahlweise 5 oder 12km vom Haus entfernt 😅). Jedenfalls: es tut mir unendlich gut zumindest ein paar Stunden etwas anderes als den Hof zu sehen, Kaffee zu trinken, Eis zu essen, mir Obst und Gemüse zu kaufen… 😄

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Womit wir indirekt schon beim nächsten Thema sind: mein Verhältnis zur Gastfamilie. Irgendwie ist es schwierig eben dieses einzuschätzen. Es ist weder extrem gut noch extrem schlecht, weder bin ich etwas wie ein Familienmitglied noch ein Gast oder Fremder. Es gibt viele Dinge, die mich zwar nicht mehr verletzen, wohl aber sehr ankot***. Zum Beispiel, dass Essen vor mir versteckt wird, Einkaufswünsche ignoriert werden, Angebote, dass ich etwas deutsches koche oder backe mit einem „Vielleicht später“ oder „Hört sich interessant an“ in die Vergiss es-Kiste geschoben werden. Und dann können wir uns eben auch wieder über so viele verschiedene Dinge unterhalten und teilweise werde ich nach meiner Meinung zu bestimmten Dingen gefragt. Es ist einfach komisch und schwierig.

Dafür ist mir die Kleine unglaublich ans Herz gewachsen. Nicht immer, wenn sie einen ihrer filmreifen Trotz- und Zickenattacken bekommt, würde ich sie manchmal am liebsten einfach ausschalten. Aber wenn sie sich draußen über die ganzen kleinen großen Wunder freut oder nach dem Schlafen die ganze Familie zum Kuscheln nacheinander abklappert, sind solche Momente ganz schnell vergessen (und das schreibe ich, während wir im Auto sitzen und sie seit einer geschlagenen Stunde alle nur vorstellbaren Jammer-Nuancen durchspielt)

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Momentan unterhalte ich mich mit meiner Gastfamilie ausschließlich auf norwegisch und meistens klappt das auch recht gut. Manchmal dauert es ein-zwei Anläufe, bis wir einander verstanden haben, manchmal überrasche ich mich selber mit dem, was ich weiß, manchmal liegt mir ein Wort auf der Zunge und ich komme einfach nicht darauf. Aber im Großen und Ganzen klappt es ganz gut.

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Die Natur ist inzwischen auch in Norwegen komplett explodiert: überall blüht und summt es, die Wiesen sind saftig grün und an den Bäumen sprießen die ersten Blüten. Der Frühling hat unverkennbar Einzug erhalten. Dunkel wird es inzwischen gar nicht mehr, wenn es eigentlich Nacht sein sollte, ist es halbdämmrig und um drei-halb vier Uhr morgens taghell. Es ist total verrückt, weil man sich einfach null al Licht orientieren kann, wie spät es denn etwa sein könnte und so passiert es des öfteren, dass ich kurz aufwache, denke verschlafen zu haben und dann feststelle, dass es mitten in der Nacht ist. Dadurch wiederum bin ich dauermüde – insbesondere auch, weil ich bei Licht nicht schlafen kann, meine Gasteltern aber nicht einsehen wollen, dass ein Rollo helfen könnte und mir so die halbe Nacht die Sonne ins Gesicht donnert.

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(Übrigens: fertig war der Eintrag tatsächlich rechtzeitig, doch dann war hier so viel los, dass ich einfach nicht zum Hochladen gekommen bin 😆 )

[Bilder, Reisen] Frühjahrsreise #2 Flåm 30.4.-2.5.

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[Bilder, Reisen] Frühjahrsreise #2 Flåm 30.4.-2.5.

Montagfrüh saßen wir also im Zug Richtung Flåm. Wir fuhren erst rund 4 1/2 Stunden von Oslo nach Myrdal, wo wir etwa 20 Minuten Aufenthalt hatten und stiegen dann mit all den vielen anderen Reisenden in die Flåmbahn um.

Auf dem ersten Stück der Fahrt durchquerten wir das langsam aufgrünende Land, vorbei an dunkelgrünen Wäldern und entlang an dem glitzernden Wasser der Fjorde, bis wir irgendwann auf fast 1000 Meter über dem Meeresspiegel durch eine verträumte Winterlandschaft fuhren. Philipp freute sich über das Weiß, ich begegnete dem ganzen eher unbegeistert. Was nicht bedeuten soll, dass es nicht hübsch aussah, ich konnte mich nur nicht ganz so sehr über den Schnee freuen. 😂

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In Myrdal blieb noch genügend Zeit für einen Kaffee, dann kam auch schon die Bahn. Wir ergatterten einen Fensterplatz, doch irgendwie auf der unspektakuläreren Seite, weshalb ich die letzte Fahrtstunde zwischen Sitz und Tür hin und her pendelte. 😀 An einem Wasserfall stoppte die Bahn kurz und es folgte ein allgemeines Touri-Foto-Getümmel, ansonsten wurde über Lautsprecher und Infotafeln über die langsam vorbei ziehenden Dinge berichtet. Jedoch muss ich insgesamt sagen, dass ich leicht enttäuscht von der Zugfahrt war. Ich hatte mir mehr erhofft, gemessen an den ganzen Fotos, die ich mir vorher angesehen hatte. Die Landschaft war bei uns gerade erst am Wiedererwachen nach dem Winter und dementsprechend wenig blühte. Nichtsdestotrotz war es schon, doch wahrscheinlich ist die Fahrt zu einem späteren oder früheren Zeitpunkt etwas lohnender.

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In Flåm selber liefen wir zunächst zu unserer Unterkunft, dem Campingplatz und Hostel auf der anderen Brückenseite. Wir hatten für die Tage eine Hütte mit kleiner Kochzeile gebucht, mitten im Grünen und direkt am Fuß der Berge. Neben der Anlage befand sich ein kleiner abgezäunter Bereich mit vier flauschigen Zicklein und von unsrem Hüttenfenster aus konnte man auf den Bahnhof und die Berge sehen. Kurzum: es war sehr schön ☺

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Direkt am Montag liefen wir nur noch bei fast schon sommerlichem Wetter ein wenig durch die Innenstadt und entlang des Strandes, schauten durch die Souvenirläden und besuchten das Flåmsbanamuseum, bevor wir Essen kochten und uns schlafen legten.

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Für Dienstag hatten wir mehrere Wanderungen geplant: die erste führte hoch zum Brekkefoss, einem Wasserfall auf etwa 290m über dem Meeresspiegel. Leider konnte ich nirgends finden, wie hoch der eigentliche Wasserfall ist, doch lassz mich versichern: er ist ziemlich hoch 😀 Wir hatten ziemliches Glück: sowohl während unseres Aufstiegs als auch oben beim Wasserfall waren wir alleine, erst als wir uns wieder auf den Abstieg machten, begegneten uns direkt drei Gruppen. Doch nicht nur der Wasserfall an sich ist total beeindruckend, auch der Blick über das Tal ist wunderschön. Wir sind dann noch ein Stück runter geklettert und haben überlegt bis zum Becken unter dem Wasserfall zu laufen, doch schon auf halben Wege merkten wir: da ist es ziemlich sprühregenartig nass und kehrten wieder um.

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Weiter liefen wir zur Kirche im alten Stadtzenrum von Flåm, welches etwa 4km vom heutigen Flåm entfernt liegt und von dort aus entlang am Fluss wieder zurück. Wir zwangen unsere brennenden Beine noch den Hügel im Zentrum zu besteigen, bevor wir bei Kaffee und Kuchen entspannten. In dem Togetcafé konnte wir mal wieder die Unlogik des norwegischen Preis-Leistungsverhältnisses bemerken: zwei große Stücke Schokokuchen für 45 Kronen, eine Waffel für 40. Und außerordentlich gut hat letztere auch nicht geschmeckt 😅

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Abends gingen wir in einem Wikingerrestaurant essen. Für mich gab es einen unglaublich leckeren Kichererbsenburger, Philipp aß einen Wikingerburger. Dazu eine Bierplatte aus der zugehörigen Brauerei und zum Nachtisch Lofotener Mädels, ein Dessert aus Schlagsahne, Apfelkompott, Zimt und Butterkrumen. Sehr lecker! Philipp trank noch ein Bier im Wikingersaal, doch ich musste dankend verzichten, ansonsten wäre ich wohl im Sitzen weg gepennt 😂

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Mittwoch verbrachten wir bis 11 Uhr in der Hütte, bis wir auscheckten, nochmal durch die Souvenirläden schlenderten und anschließend ein wenig an der Küste entlang liefen. Dann holten wir unser Gepäck und stellten uns in die Schlange unseres nächsten Reisemittels: einem Expressboot nach Bergen. Doch das ist eine andere Geschichte.

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[Reisen] Frühlingsreise #1 Oslo 27.-30.4.

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[Reisen] Frühlingsreise #1 Oslo 27.-30.4.

Herrjemine, diese Reise begann für meinen Geschmack viel zu turbulent! Die Fahrt zum Flughafen endete in einer kleinen Odyssee, aus Missgeschicken und Orientierungslosigkeit, an deren Ende ich komplett urlaubsreif war. Vorher hatte ich einen kurzfristigen und anstrengenden Vormittag mit meiner Kleinen und noch etwas früher ein Gespräch mit meiner Gastmutter. Perfekter erster Reisetag also. 😆 Doch als ich endlich am Flughafen saß, auf das Boarding wartete und die anderen Fluggäste beobachtete, fühlte ich mich wieder etwas entspannter.

Am Osloer Flughafen bekam ich erstaunlich schnell mein Gepäck und nachdem ich mit Zug in die Stadt gefahren bin, hieß es für mich erstmal: Orientierung finden. Und das ist etwas, das mir echt schwer fällt 😀 Doch irgendwie fand ich den Weg aus dem Bahnhof zum Schlüsselfach und danach zum Airbnb. Da Philipp etwas später als ich landete, begab ich mich zuerst auf den Weg zum Supermarkt (obwohl ich eigentlich echt keine Lust mehr auf irgendwas an dem Abend hatte) und besorgte etwas Essbares für den ersten Tag – nachdem es in meiner Gastfamilie mal wieder wochenlang kein Obst gegeben hat, kann man sich vielleicht denken, wie sehr ich in der Obstabteilung zugeschlagen habe 😆 Später holte ich noch mein Brüderchen vom Bahnhof ab und den restlichen Abend geschah das große und aufregende Nichts: wir haben etwas gequatscht und sind zeitig ins Bett.

Samstag stand eine Stadttour an. Begonnen haben wir am Opernhaus, dessen Dach wir selbstverständlich hoch und runter gegangen sind. Die Architektur des Gebäudes hat uns beiden gut gefallen und es ist ziemlich cool, auf dem mehrstufigen Dach spazieren zu gehen. Im Anschluss liefen wir entlang der Hafenkante zur Festung Akershus. Wir betraten das Gelände auf der Südost-Seite, wo wir zunächst durch eine kleine Grünfläche auf das Kriegsgeschichtliche Museum zuliefen. Weiter in Richtung der eigentlichen Festung stießen wir auf eine Art Fest der militärischen Paraden. Wir durchquerten die Versammlung und liefen über die kleine Brücke, hin zu den eigentlichen Festungsgebäuden. Im Prinzip sind wir einfach einmal über entlang der Mauern um die ganze Anlage gelaufen, haben in den kleinen Shop geschaut, haben mit Blick auf den Hafen eine Kleinigkeit gegessen und sind, nach Beenden der Runde, vom Gelände in Richtung Innenstadt gezogen.

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Ich wusste zwar, dass ich keine großen Menschenmassen mehr gewöhnt bin, aber die Mengen, die sich durch die Straßen schoben, waren schon gewaltig. Doch im und um den Osloer Dom war es überraschend ruhig, die Sonne brach an komplett durch die Wolken durch und es war schon erstaunlich, ein so ruhiges Fleckchen Welt in einer geschäftigen Stadt wie Oslo zu finden.

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Zurück im Gedränge folgten wir dem Strom Richtung Schloss hinauf und machten nur kurz Halt in einem Freia Laden, um uns mit Schokolade auszustatten. Der Platz vor dem Schloss wurde gerade abgesperrt, weswegen wir recht schnell in den umliegenden Park auswichen, was aber auch kein allzu großes Problem für uns darstellte. Ich fand es nur witzig zurück zu schauen und auf die menschenüberfüllte Straße zu blicken, auf der wir uns nur wenige Momente zuvor selber befunden hatten.

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Wir nahmen die Tram zum Frognerpark, in den der Vigelandspark befindet. Das hauptsächliche Highlight dieser beiden Parks sind die unzähligen großen und kleinen Skulpturen nackter Menschen, die von einem Künstler namens Vigeland erschaffen wurden und nun entlang der Wege ausgestellt sind. Im Vigelandpark besuchten wir noch das Museum zur Osloer Entstehungsgeschichte, tranken Kaffee und genossen ein wenig die Sonne.

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Weiter ging es mit der Tram zum botanischen Garten, in dem wir uns zwar ein wenig umsehen, jedoch nur wirklich kurz, da wir beide inzwischen ziemlich K.O. von den gelaufenen Kilometern waren und noch nicht wirklich viel blühte. Dementsprechend wenig geschah auch an diesem Abend und wir gingen wieder recht früh ins Bett.

Sonntag standen wir zunächst um 10 Uhr wartend vor dem Ticketcenter, weil sich unsere Fahrkarten nicht am Schalter ausdrucken ließen. Danach ging es zur Touristeninfo, wo wir uns unseren Freifahrtschein für den Tag holten: die Oslokarte. Kostenloser Eintritt in sämtliche Museen, hier und da Rabatte, kostenloser Nahverkehr. Wir liefen also wieder zum Hafen (von dem Philipp versicherte, er wäre gaaaanz nah – meine Füße jubelierten auf dem Asphalt 😆 ) und nahmen das erste Boot, um nach Bygdøya über zu setzen.

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Auf der Halbinsel folgten wir dem allgemeinen Pulk den Hügel hinauf. Einige bogen ab, doch ebenso wie scheinbar die meisten steuerten auch wir auf das Norwegische Folksmuseum zu. Bei dem Museum werden Häuser und Höfe der norwegischen Geschichte in einer riesigen Anlage ansgestellt, ebenso wie ein Kirchennachbau und eine Osloer Altstadt mit Wohnzimmern aus dem 18.-20. Jahrhundert. Etwas enttäuschend fanden wir, dass man die meisten Häuser nicht betreten konnte. Wenn man durch Fenster und Lugen linste, konnte man zwar Möbel erahnen, doch das Wahre war das irgendwie auch nicht. In einem Häuschen wurden frische Lefse gemacht, eine Art süßes Fladenbot, das mit Butter bestreichen serviert wird. Davon haben wir uns eine geteilt und Himmel – sie war verdammt lecker. Wer also in das Museum geht und überlegt, ob es sich lohnt das Geld auszugeben: macht es 😀

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In der „Gamleby“, also der Altstadt konnte man die meisten Häuser betreten und in die Wohnzimmer von vor 50, 70, 100… Jahren schauen. Das war ziemlich cool, wenn auch sich meine Beine nicht wirklich über die Treppenstufen freuten 😆 In einem kleinen Laden konnte man Süßigkeiten kaufen, doch da entschieden wir uns gegen. Lieber tranken wir einen Kaffee mit Waffel und Eis nach unserem nächsten Museumsstopp: dem Wikingerschiffsmuseum.

Hier wurden insgesamt drei Schiffe, oder besser gesagt ihre Überreste, ausgestellt. Insbesondere Philipp war überrascht davon überrascht, wie groß die Schiffe gewesen sind und es war beeindruckend die ganzen alten Schmuckstücke, Schnitzereien, Stoffreste und teils auch Skelette sehen zu können. Hinter einem Schiff wurde in Abständen ein Video per Beamer an die Wände geworfen und plötzlich befand man sich nicht mehr in einem Museum auf dem norwegischen Festland, sondern stach mit seiner Mannschaft auf See.

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Nachdem wir also eine kleine Kaffeepause eingelegt hatten, entschieden wir nicht mit dem Boot, sondern mit dem Bus zum Hafen zu fahren und dort mit dem Schiff nach Hovedøya über zu setzen. Hovedøya ist eine kleine Insel ziemlich direkt vor der Stadt mit einer alten Klosterruine, Stränden und viel Grün. Es machte ziemlichen Spaß, auf den Mauern herum zu klettern, was natürlich die meisten trotz Verbotsschild taten. Doch dieses war ja auch auf norwegisch 😉 Die Sonne schien warm vom Himmel herab und ein paar Möwen zogen lachend ihre Kreise. Das Meer erstrahlte tiefblau und eine erfrischende Brise wehte. Gefühlt hätte fast Sommer sein können.

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Zurück in der Stadt flanierten wir noch ein Stück an der Hafenkante entlang, dann gingen wir chic Essen. Fein und lecker, aber danach noch nicht ganz satt. 😅 Wir nahmen dann den Bus Richtung Grünerloka, dem „Hipster“ Stadtteil und liefen durch diesen zurück zu unserer Unterkunft.

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Montag standen wir schon zeitig auf, packten unsere Sachen zusammen und begaben uns auf den Weg zum Bahnhof. Wenig später und mit heißem Kaffee und Gebäck ausgestattet saßen wir im Zug auf dem Weg nach Flåm. Doch das ist eine andere Geschichte.

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[Bilder, Gedanken] Monatsuptade #7 – Vom Reisen und dem langsam einsetzenden Frühling

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[Bilder, Gedanken] Monatsuptade #7 – Vom Reisen und dem langsam einsetzenden Frühling

** Den Text hatte ich tatsächlich rechtzeitig fertig, aber irgendwie war in den letzten zwei Wochen so viel Stress und los, dass ich nicht zum hochladen gekommen bin. Also mal wieder etwas zu spät (während ich parallel schon am nächsten Monat schreibe 😂) **

In Märchen ist die Sieben eine magische Zahl, eine Glückszahl, eine Zahl mit besonderen Kräften. Nein, ich bin nicht abergläubisch. Ich glaube auch nicht, dass an einem Freitag dem Dreizehnten besonders viele Unglücke geschehen. Aber rückblickend kann ich definitiv sagen, dass der letzte Monat gut war. Verglichen mit den vorherigen Monaten ist unglaublich viel passiert und inzwischen machen viele Dinge mehr Sinn.

Reisen und Busfahren war diesen Monat ein elementarer Bestandteil. Direkt am Anfang hab ich mir endlich eine Busfahrkarte geholt. Am Anfang hier hab ich den Bus so gut wie nie genommen, doch dann gingen nacheinander beide Autos kaputt und, auch wenn das eine noch irgendwie fährt und das andere durch ein neues ersetzt wurde, baten meine Gasteltern bereits vor rund 2 Monaten auf die Busse umzusteigen. Grundsätzlich ist das auch total okay: beim alten Mini-Bus weiß man nie so genau, was passiert (der Motor hört sich seit Ewigkeiten alles andere als vertrauenserregend an, die Scheibenwischer sind festgerostet und werden von Seilen in Position gehalten und die Batterie entlädt sich regelmäßig komplett) und den funkelniegelnagelneuen Hybrid möchte ich gar nicht fahren – zu viel Verantwortung. 😆 Also musste eine Busfahrkarte her, denn ansonsten fallen selbst die kürzesten Distanzen auf die Dauer gewaltig ins Geld. Das Problem mit der Jugendkarte ist bloß: man muss sie an einem der Verkehrszentralen abholen. Und die nächste liegt von mir aus schon über 1 1/2 Stunden mit dem Bus entfernt und weil die Busse nur zu so blöden Zeiten fahren, musste dieser Ausflug mit meiner Gastfamilie geplant werden. Jedenfalls: ich hab meine Buskarte, sie kostet mich jeden Monat rund 412 Kronen, aber dafür kann ich in der ganzen Møre- und Romsdalregion herum fahren. Und alleine mit zwei Hin- und Rückfahrten in die nächste Stadt hab ich den Preis wieder locker raus. Und das nutze ich seither auch: in jeder Woche nach dem Osterurlaub bin ich einmal in die nächste Stadt gefahren. Mal nach der Arbeit und mal an meinem freien Tag.

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Aprospos Ostern, über die Urlaube hab ich ja schon in #eins #zwei #drei #vier Schritten ausführlich geschrieben. Hier sei nur nochmal ganz kurz gesagt, dass ich die Tage mit allen Menschen, mit denen ich in der Zeit zu tun hatte, unendlich genossen habe und mir der Urlaub garantiert sehr lebendig in Erinnerung bleiben wird.

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Auch wenn es mit der Sprache schon seit einer Weile immer leichter klappt, war ich in den letzten Wochen doch immer wieder erstaunt, wie gut mir das Verstehen und Sprechen inzwischen von der Hand geht. Gesprächen anderer kann ich inzwischen inhaltlich fast immer folgen, auf norwegisch lesen strengt mich nicht mehr so extrem an, Fernsehen und sogar Radio hören funktioniert an den meisten Tagen auch ohne Verständnisprobleme. Zwar werde ich am Ende des Jahres wohl am leichtesten Gespräche über Landwirtschaft und Rinderzucht führen können, aber hey, das kann wahrscheinlich auch nicht jeder Sprachenlernende ohne großartig darüber nachdenken zu müssen. Mein persönlicher größter Triumph erfolgte vor ein paar Wochen, als ich mich auf der Autofahrt nach Trondheim etwas mehr als drei Stunden mit meinem Gastvater unterhalten habe und ich mir bei fehlenden Wörtern durch Umschreibungen helfen konnte.

Auch ansonsten fühle ich mich selbstbewusster mit der Sprache. Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich auf norwegisch nach. Wenn der Gegenüber auf englisch erklärt, antwortete ich trotzdem auf norwegisch. Wenn mich jemand nicht beim ersten Mal versteht, überlege ich kurz was falsch war und wechsle nicht ins Englische. Vielleicht werde ich norwegisch nie so perfekt sprechen und verstehen können, wie ich am Anfang gehofft habe, doch wahrscheinlich liegt das an meinen anfangs zu hohen Erwartungen.

Aber ganz insgesamt herrscht in meinem Gehitn ein totales Sprachchaos, weil ich oft schnell zwischen den drei Sprachen wechseln muss. Letzten Montag war es dann besonders extrem: ich hab seit ein paar Stunden Rezepte vom Deutschen ins Englische übersetzt, als der 13-Jährige mich bat, ihm bei seinen Deutsch Hausaufgaben zu helfen. Er diktierte also die norwegischen Sätze, die ich wiederum versuchte ins Deutsche zu übersetzen, während mein Kopf noch komplett im Deutsch-Englisch Modus war. Sag ich es mal so: manchmal musste ich so lange überlegen, dass er nicht wusste, ob ich seinen Satz nicht verstanden hatte oder ob deutsch auch für Muttersprachler eine fürchterlich schwere Sprache ist. 😆

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Das Verhältnis zu meiner Gastfamilie ist im Großen und Ganzen nach wie vor recht gut, beziehungsweise zu meinen Gasteltern ist die Beziehung gut. Es gab so ein paar Tage, an denen war ich mir nicht ganz sicher, ob etwas im Busch wäre, aber als ich sie darauf ansprach, war von ihrer Seite her alles in Ordnung. Zu den beiden Großen konnte ich nach wie vor null Beziehung aufbauen und inzwischen hab ich akzeptiert, dass sich das wohl auch nicht mehr ändern wird. Der einzige Kontakt findet statt, wenn ich dem ganz Großen bei seinen Deutschhausaufgaben helfe. Die Kleine ist momentan zwar super, super anhänglich, aber auch in einer unglaublichen Zicken-Phase. 😀 Zum Glück sind meine Gasteltern und ich da komplett auf einer Seite, was es insbesondere bei den Trotzanfällen leichter macht, zu deren Zeit ich arbeite. Trotzdem habe ich sie unglaublich lieb und mag noch gar nicht daran denken, wie bald meine Zeit hier zu Ende ist.

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Wettertechnisch ist es wechselhaft. Manche Tage sind richtig sonnig, an den anderen ist es stürmisch und verregnet. Wenn die Sonne scheint, ist es angenehm und warm genug, um mit Pulli raus zu gehen, ansonsten ist es noch recht frisch. Die Tage sind inzwischen über eine Stunde länger als in Deutschland. Sonnenuntergang ist irgendwann nach acht, wirklich dunkel ist erst ab halb 12, wenn ich um 5 kurz aufwache, ist es schon wieder dämmrig. Da ich leider ein Mensch bin, der bei Licht gar nicht schlafen kann und ich auch keine Vorhänge an meinem Fenster hab, schlafe ich momentan mit einem Sweatshirtpulli oder einem Schal über die Augen gewickelt und das geht soweit auch ganz gut 😀 Dafür beginnt es ganz, ganz langsam draußen frühlingshafrt zu werden. Der Schnee direkt bei uns hat Ostern begonnen zu schmelzen und ist inzwischen komplett verschwunden. Das Gras ist zwar noch größtenteils gelblich-vertrocknet, doch stellenweise sprießen schon grüne Hälmchen durch und die Krokuse haben gerade begonnen zu blühen.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #4 Trondheim 31.3.-2.4.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #4 Trondheim 31.3.-2.4.

Wir verließen also am Samstag nach dem Frühstück das Boot und machten uns auf den Weg zum Airbnb. Aufgrund unseres Sparkurses und weil es eh keine allzu gute Verbindung gab, entschieden wir zu laufen. Anders als in Tromsø schneite es in Trondheim zum Glück nicht und die Wege waren schon recht weit abgetaut. Das machte es deutlich leichter! Dafür war aber auch die Strecke um einiges länger. 😆

Doch es war ein schöner Weg. Wir liefen fast die ganze Zeit am Hafen entlang und ganz kurz an der Innenstadt vorbei. So leer hab ich die Straßen noch nie gesehen! Kaum ein anderer Mensch, kein Auto weit und breit, alles war wie ausgestorben. Total gespenstisch! Es hat nur noch die Melodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“ und ein vorbeifliegendes Büschel vertrockneten Grases (oder von mir aus auch Algen) gefehlt.

Nachdem wir unsere letzte Unterkunft bezogen und alles ein wenig inspiriert hatten, begaben wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt. Samstag hatten zum Glück alle Supermärkte und einige andere größere Läden bis zum späten Nachmittag geöffnet, sodass wir Lebensmittel einkaufen und ein bisschen durch die Läden schlundern konnten. Inzwischen waren auch mehr Menschen unterwegs, jedoch noch immer deutlich weniger als gewöhnlich. Glücklicherweise hatten meine Lieblingsläden offen, sodass ich Katha und Patrick zumindest dise zeigen konnte. Doch bereits um vier machten die ersten zu, um fünf die nächsten und um sechs fand ein großes Menschenraustreiben statt. Das war dann auch unser Zeichen zum Aufbruch und wir liefen zurück zu unserer Unterkunft.

Am Sonntag schliefen wir erstmal aus und nach einem langgezogenen Brunch zeigte ich den beiden ein wenig die Stadt. Das ich mich recht gut auskenne hatte den Vorteil, dass wir nicht ewig durch die Gegend irren mussten und (wenn aufgrund der Glättesituation nötig) recht leicht ausweichen konnten. Wir liefen also zunächst ein wenig am Nidelva entlang, beobachteten dort ein paar Enten und kamen schließlich von hinten auf den Stadtteil Bakklandet zu. Wir bogen jedoch vor den schnuckeligen Häuschen ab und liefen den Berg bis zur Festung Kristiansten empor. Hier genossen wir neben der Sonne und der Aussicht auch noch ein Kvikk-Lusj, bevor wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt machten. Nun ging es tatsächlich nach Bakklandet und ich war ehrlich gesagt total überrascht, dass sogar ein paar Cafés geöffnet hatten (immerhin war noch Ostern und normalerweise hat in der Zeit alles zu). Von der Gamle Bybru machten wir natürlich die typischen Touribilder, bevor wir zum krönenden Anschluss zum Nidaros Dom gingen.

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Inzwischen war es auch ziemlich kalt und ich freute mich ehrlich gesagt den ganzen Rückweg wie eine Königin auf ein warmes Essen (welches natürlich zunächst erst gekocht werden musste) 😆 Abends wurde nur noch ein wenig gequatscht, doch es ging schon recht zeitig ins Bett, da Katha und Patrick bereits um kurz nach sieben zum Bus mussten.

Ich stand zwar am Montagmorgen mit den beiden auf, legte mich jedoch direkt für zwei weitere Stunden Schlaf ins Bett, sobald die Haustür zugefallen war. Die Nächte zuvor sind definitiv allesamt zu kurz gewesen!

Und dann war der Urlaub auch schon fast wieder zu Ende. Mit zugegebenermaßen ziemlich gemischten Gefühlen saß ich im Bus zurück nach Hause. Einerseits war ich ziemlich traurig darüber, dass Katha und Patrick bereits im Flugzeug nach Kopenhagen saßen und dieser so perfekt unperfekte Urlaub bereits vorbei war und ich wusste, dass ich ihre Gesellschaft ziemlich vermissen würde. Andererseits freute ich mich auch schon wieder auf die Einsamkeit auf der Farm (zumindest ein bisschen), wenn ich auch wusste, dass die Umstellung nach elf Tagen mit Freunden und Menschen um mich herum wohl ziemlich schwer sein würde. Trotzdem – ich freute mich auf die Ruhe, den Blick aus meinem Fenster, ja sogar auf meine Gastfamilie und die Arbeit. Und ich war wieder zuversichtlicher darauf, dass dieses Jahr die richtige Entscheidung gewesen ist und im großen und ganzen eine sehr positive Erfahrung sein wird. Der Abstand zu meiner Gastfamilie hat mir gut getan: das Rauskommen, auf andere Gedanken kommen, wieder ganz uneingeschränkt ich sein können, ohne mir Gedanken zu machen, wie es auf sie wirken könnte. Ja, es ist an der Zeit zurück zu kehren.

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(Dieser letzte Abschnitt ist tatsächlich größtenteils auf der Busfahrt entstanden, während mir die Sonne ins Gesicht schien und ich die letzten Tage, Wochen, Monate Revue passieren ließ)