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Sommerreise #2 – Trondheim

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Sommerreise #2 – Trondheim

Wir kamen am Mittwochabend in Trondheim an. Wirklich etwas gemacht, haben wir dann nicht mehr. Dazu waren alle zu müde. Es wurde nur der grobe Plan für den nächsten Tag gemacht und anschließend gingen alle etwas früher als am Vorabend ins Bett.

Zumindest schaffte ich es in dieser Nacht bis halb 6 zu schlafen, bevor ich aufwachte und einfach nicht mehr zur Ruhe kam. Gegen 9 machten wir uns wie am Vortag auf den Weg, dieses Mal zu Fuß in die Stadt zum Hafen. Wir kauften drei Tickets für das Boot nach Munkholmen, der kleinen Insel direkt vor der Stadt.

 

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Munkholmen ist von einer langen Geschichte geprägt. Erst wurde es für Ofperzeremonien der Wikinger verwendet, später bauten Mönche ihr Kloster darauf, in den späteten Jahren wurde es als Gefängnis benutzt und noch später als wichtiger Abwehrstützpunkt zum Schutz der Stadt. Ein geschichtsreiches Fleckchen Norwegen also. Die Sonne schien herrlich warm vom Himmel, es war fast windstill. Fast schon zu schön um wahr zu sein.

Wir sahen uns erst ein wenig auf der Insel um, tranken dann Café und schlossen uns einer Führung durch das Innere des Turmes an. Diese war leider nur auf norwegisch verfügbar, weswegen ich fleißig übersetzte und Papa und Susanne in einem Heftchen mitlesen mussten. Der ganze Turm ist schon sehr massiv gewesen, von den unteren Verließen bis hin zum Ausguck auf der Turmspitze – überall schien es von Geschichten nur so zu wimmeln! Der Guide lotste uns drei am Ende der Führung in ein kleines Häuschen neben dem eigentlichen Turm, in dem zu Kriegszeiten die Soldaten diszipliniert wurden. Hier hatten sich so einige Soldaten verewigt und ihre Weisheiten an die Wände geschrieben.

 

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Nach den ganzen Informationen mussten wir uns erstmal kurz im Meer abkühlen. Ich gestehe, ich bin nur bis zu den Knien rein und dann ganz fix wieder raus – mir war das an dem Tag eindeutig zu kalt! Und im Anschluss ging es schon wieder mit dem Boot zurück in die Stadt.

Wir flanierten ein wenig durch die Gassen, durch den Stiftsgården bis hin zum Nidaros. Jedoch machten wir recht schnell wieder Kehrt, nachdem wir die unglaublichen Menschenmengen vor der Nidaros Kathedrale gesehen hatten. Also gönnten wir uns zunächst Softeis am Fluss und gingen dann zum Dom. Jedoch war es noch immer nicht wirklich touristenarm und so stellten wir uns geschlagen in die Reihe vor dem Ticketschalter.

 

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Da des erksbischhöfliche Museum und die Kronjuwelen bereits als erstes schlossen, sahen wir uns zunächst diese beiden Museen an. Anschließend ging es in den Dom. Obwohl ich ihn mir inzwischen zum zweiten Mal ansah, überwältigte er mich erneut mit seinen gigantischen Wänden, den Glasfenstern und den Orgeln. Wie auch mit Alexandra bestiegen auch wir drei den Turm und genossen den wunderschönen Blick über die Stadt. Jedoch begann zu diesem Zeitpunkt ein recht frisches Windchen aufzukommen, das bis zum Abend Wolken vor den ganzen Himmel schob.

Von der Kathedeale aus ging es ein zweites Mal an diesem Tag über die Gamlebybru und einmal durch die Gassen von Bakklandet bis hin zum veganen Bistro „Hagen“. Wir entschieden uns das Buffet zu nehmen und schlugen uns die Bäuche mit dem unglaublich leckeren Essen voll.

 

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Im Anschluss drehten wir noch eine kleine Runde, kauften unter anderem Multebærsyltetøy (Moltebeeren-Marmelade) und liefen schließlich zurück zum Airbnb.

Überraschenderweise schlief ich erstaunlich gut in dieser zweiten Nacht in Trondheim und hätte meinen Wecker dafür aus dem Fenster schmeißen können, dass er am nächsten Morgen klingelte. Doch nach der ersten Tasse Kaffee sah die Welt schon wieder besser aus 😆

Weil wir morgens recht lange brauchten, um uns fertig zu machen, planten wir kurzfristig um und fuhren als erstes zur Nidar Fabrik. Im Schokoladenverkaufsraum probierten wir uns durch sämtliche Boxen und Schälchen durch, gingen kurz durchs Museum und kauften anschließend eine beachtliche Menge an Leckereien ein – obwohl Papa am Ende unglaublich über den Preis meckerte. Doch ich versuchte ihm zu erklären, dass wir für norwegische Verhältnisse eigentlich kaum was ausgegeben haben und wir im Laden locker das Doppelte bis Dreifache gezahlt hätten. Aber irgendwie ließ er dieses Argument nicht ganz durchgehen.

 

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Nachdem die Schokolade kühl Zuhause verladen war, ging es weiter zu Kristiansten, denn die Festung hatten wir am Vortag nicht mehr geschafft. Wir parkten jedoch in einer Seitengasse hinter dem Park, um die Parkplatzgebüren zu sparen 😀

Das erste Mal von all den Malen die ich bei der Festung war, hatte auch das Museum geöffnet, was wir natürlich ausnutzten. Papa und Susanne waren beide von den ganzen Skulpturen angetan und ich genoss es einfach, noch ein letztes Mal auf die Stadt blicken zu können.

 

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Durch den Park ging es zurück zum Auto, mit dem wir dann zur Burmaklippe fuhren. Die Burmaklippe ist ein kleiner Felsvorsprung nur wenige Kilometer außerhalb vom Stadtzentrum. Sie ist nicht besonders groß und auch nicht extrem hoch, aber trotzdem definitiv einen Abstecher wert! Jedoch ist sie ein wenig schwierig zu finden, da nichts ausgeschildert ist und es war unser Glück, dass Papa die Klippe bereits vom Boden aus gesehen hatte.

 

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Jedoch war ihm selbst die Höhe nicht ganz geheuer und er traute sich nicht bis zur Kante vor. Ich bin da um einiges schmerzloser und saß mit den Beinen schaukelnd auf der Felszunge. Papas kleiner Freund, der Muskelkater (ja, so heißt sein Tierchen tatsächlich), baumelte dank mir an diesem Tag nicht nur über der Kante, sondern hing auch kopfüber in meinen Haaren.

 

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Nachdem wir wieder unten beim Auto waren, fuhren wir einmal auf die andere Seite der Stadt in die Bymarka. Hier wollten wir zum Gråkalle, dem zweithöchsten Berg in der Trondheim Region. Wieder fuhren wir ein ganzes Stück mit dem Auto, bevor wir die letzten paar Kilometer zu Fuß abliefen. Es ging teilweise ziemlich steil hoch und führte durch ein Gebiet, in dem im Winter eine Skiabfahrt ist. Jetzt lag jedoch kein Schnee, nur Fels und mooriger Boden.

Auf dem Berg selber entdeckten wir ganz viele Moltepflänzchen mit Beeren, die jedoch allesamt noch nicht reif waren. Leider! Denn obwohl die Aussicht unglaublich schön war, wurde auch irgendwann der Hunger ganz schön nagend. 😆 Wir liefen jedoch noch so weit wie möglich um die Militärstation herum, bevor wir zurück zum Parkplatz liefen. Ich regte mich derweil fürchterlich über meine Gastfamilie auf, die mal wieder alle gemachten Absprachen kurzfristig umgeschmissen hatten.

 

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Am Auto plünderten wir erst mal ein paar Scheiben Knäckebrot, bevor wir zum Supermarkt fuhren, um Sachen fürs Abendessen einzukaufen. Den restlichen Abend verbrachten wir entspannt im Haus bei Schokolade, Wein und Bilder durchsehen.

Den nächsten Morgen holten Papa und ich noch meinen Koffer von meiner Gastfamilie, tranken einen Kaffee und redeten irgendwie in einem dreisprachigen Wirrwarr miteinander. Die Kleine freute sich unendlich über den kleinen rasselnden Ball und meine Gasteltern über den Wein. Irgendwie bekamen wir sogar alles ins Auto (mehr schlecht als recht) und fuhren weiter.

Doch das ist eine andere Geschichte…

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Sommerreise #1 – Røros

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Sommerreise #1 – Røros

Am Dienstag fuhr ich also mit dem Bus von Trondheim nach Røros. Die Fahrt dauerte insgesamt rund drei Stunden und führte durch die saftig grüne Landschaft Norwegens. Ich hing meinen Gedanken nach und versuchte, noch mit den letzten Tagen abzuschließen und ein kurzes Nickerchen zu machen – was aber irgendwie nicht so ganz klappen wollte.

In Røros angekommen, musste ich mich erstmal kurz orientieren und zog es schließlich vor, es mir in einem Café gemütlich zu machen, während ich auf Papa und Susanne wartete. Eineinhalb Stunden später sah ich unser Auto auf dem Parkplatz vorfahren und lief den beiden sehr freudig entgegen 🙂

Wirklich viel machten wir in Røros nicht mehr. Gegen 8 Uhr hatten wir gegessen und fuhren dann zu unserer Unterkunft – einer super urigen Hytte in den Bergen. Es gefiel uns gleich auf den ersten Blick – die gemütlich rustikale Einrichtung, die Holzwände, die ganze Hyttensammlung. Papa meckerte jedoch ein wenig über das charmante Plumsklo auf der anderen Seite der Wiese 😀 Aber zumindest gab es fließendes Wasser und Licht.

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Wir entschieden, uns erstmal ein wenig die Beine zu vertreten und eine Runde um den nahegelegenen See zu gehen. Leider war es viel zu kühl zum Baden, denn der See sah herrlich verlockend aus! Anschließend schlenderten wir noch zu der kleinen Brücke, über die wir zuvor gefahren sind und anschließend zurück zur Hytte.

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Hier saßen und redeten wir noch bis Mitternacht im kuschelig warmen Wohnzimmer – ich hatte den Ofen angezündet, bevor wir aufbrachen – und tranken Wein und heiße Schokolade, bevor wir alle drei geschafft vom Tag in die Betten fielen.

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Obwohl ich unglaublich müde war, machte ich in der Nacht kein Auge zu. Ob es am Bett oder am deutlichen Sägen aus dem Nachbarzimmer gelegen hat, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls hielt ich es halb 8 nicht mehr aus, still im Bett zu liegen und fing schon mal an Wasser zu kochen und mich selber soweit fertig zu machen. Kurze Zeit später krabbelten auch die beiden Holzfäller aus ihren Betten und wir machten uns erstmal an ein entspanntes Frühstück. Nachdem sowohl das Auto beladen, als auch die Hytte geputzt und schließlich auch der Schlüssel wieder gefunden wurde, machten wir uns schon auf den Weg zurück nach Røros.

Hier suchten wir zunächst die Touristeninfo auf, erfuhren von einer Straßensperre und bewaffneten uns mit einem Stadtplan. Papa und Susanne probieren sich durch verschiedene Wurstsorten an einem Stand und entschieden, sich eine scheinbar recht schmackhafte Rentier- und Elchsalami zu kaufen.

Danach ging es duch die schnuckelig verspielten Gassen weiter bis zu der Holzkirche. Die Wände und Säulen dieser waren von innen wie Marmor angemalt, erst bei genauerem Hinsehen stellte man fest, dass es sich eigentlich „nur“ um Holz handelte. Und während wir so durch die Kirche schlenderten, ertönte Musik aus der Orgel über uns.

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Von der Kirche ging es weiter zum Slegghaugan, dem Schlackehaufen mit den urigen Holzhäuschen aus der Gründerzeit der Stadt in den 1600er Jahren. Man kann sich einige der Häuschen auch von innen anschauen, doch dabei sollte man definitiv auf seinen Kopf aufpassen 😆 Von der Spitze eines Schlackehaufens kann man gut über das ganze Gelände und die Gebäude sehen, jedoch entschieden wir, dass es sich für uns nicht lohnt allzu lange dort herum zu klettern und machten uns bald auf wieder auf den Weg.

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Wir schauten auch kurz beim Bergbaumuseum vorbei, gingen jedoch nicht in die Ausstellungen, und liefen dann zum Café Frøyas Hus, das auch im Reiseführer vorgeschlagen wurde. Im Büchlein wurde es wegen der Waffeln empfohlen, doch die waren ehrlich gesagt für die Katz. Viel besser war hingegen der „Weltbeste Apfelkuchen“ mit ganz vielen Honignüssen obenauf und das ganze Ambiente des Cafés.

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Wirklich lange konnten wir jedoch nicht bleiben, denn wir wollten im Anschluss zur Olavsgruve, einem ehemaligen Kupferbergwerg etwa 13km außerhalb der eigentlichen Stadt. Da wir als einziges an der nicht-norwegischsprachigen Führung teilnahmen, konnten wir den Guid sämtliche Fragen komplett problemlos stellen und uns alles privat und ausführlich erklären lassen. Es war unglaublich beeindruckend, die ganzen verschiedenen Farben zu sehen, doch nach einer Weile wurde es ziemlich frisch da unten.

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Als wir wieder nach oben kamen, schien die Sonne prall vom Himmel, kein Wölkchen war in Sicht, nur ein leichtes Windchen wehte. Wir spazierten noch ein wenig in der Umgebung umher, schauten uns die Überreste der alten Seilbahn an, mit der das Kupfer aus den Minen in die Stadt transportiert wurde und begaben uns schließlich auf den Weg zurück zum Auto.

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Wir folgten nicht dem schnellsten Weg nach Trondheim, sondern der 705, einer Straße, die durch wunderschöne Berg- und Seelandschaften führt. Es war traumhaft schön! Und mir verschlug es komplett die Sprache, als wir plötzlich an einem Rentier vorbei fuhren. Ich konnte nur noch total aufgeregt „Da, da, da!“ rufen und mit meinem Finger vor Papas Nase nach links zeigen *lol* . Auf der Weiterfahrt begegneten uns noch ein paar Mal Rentiete und zum Schluss auch eine seelig fressende Elchskuh.

Wir machten irgendwann Pause an einem Fluss und aßen am Wasser zu abend, Brötchen, Quark, Wurst, Wassermelone und Mini-Zimtschnecken, während die Sonne warm auf uns herunter schien. Danach waren es nur noch eineinhalb Stunden Fahrt, bis wir nach Trondheim kamen.

Doch das ist eine andere Geschichte…

Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

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Monatsupdate #9 und #9 3/4 – Die letzten eindreiviertel Monate in Norwegen

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei – ich bin kein Au Pair mehr. Ich sitze mit einem Kaffee und einer Zimtschnecke in einem Café in Røros und versuche, diese Information und die letzten eindreiviertel Monate in der Gastfamilie zu verarbeiten, während ich auf meinen Vater und Susanne warte.

Die Situation in meiner Gastfamilie ist über die letzten Wochen nochmal total aus dem Ruder gelaufen und gerade überwiegt ganz klar die Erleichterung darüber, dass es vorbei ist. Ja, ich werde die Kleine unglaublich vermissen und finde es schade, dass ich sie wohl nie mehr sehen werde, doch in den letzten Wochen habe ich nochmal ganz klar gemerkt, dass ich menschlich unwillkommen und definitiv kein Familienmitglied bin.

Doch erstmal der Reihe nach. Über den 17. Mai, dem norwegischen Nationalfeiertag, waren wir in Trondheim. Über meine Eindrücke schreibe ich noch einen separaten Beitrag, beziehungsweise habe ich ihn schon geschrieben und muss nur noch die passenden Bilder auswählen.

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Das Wetter der restlichen Maitage waren, ebenso wie in die ersten beiden Wochen, unglaublich sonnig und warm und ich war – sooft wie möglich – im Fjord schwimmen. Obwohl das Wasser eisig kalt war, war es eine angenehme Erfrischung und ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich befreiend sein kann, zwischen den Algen herum zu dümpeln und raus aufs Meer zu schwimmen.

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Der Juni war eigentlich durchgehend kalt und verregnet. Man hatte das Gefühl, dass das Land den eingesparten Regen vom Mai so schnell wie möglich wieder rausholen wollte. Es machte weder Spaß draußen herum zu laufen, weil man entweder umgepustet oder sofort bis auf die Knochen durchnässt war, noch ständig im Wetterbericht von Sonne in Deutschland und noch mehr Regen in Norwegen zu lesen. Mit Baden wurde es also im Juni nicht wirklich was. 😆

Dafür bin ich im Juni den Atlantikhavsveien abgefahren. Dabei handelt es sich um eine ganze Kette von Brücken und Inseln, die jedoch am besten bei starkem Wellengang aussehen. Bei mir war es nur bewölkt und verregnet, aber trotzdem fand ich sowohl die Brücken an sich als auch die Inseln unglaublich schön.

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Über meinen Geburtstag bekam ich Besuch von einer Freundin aus Deutschland. In Trondheim zeigte ich Alexandra zuerst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten (Klassiker wie Kirstiansten, Gamlebybru, Innenstadt und den Nidaros) und gingen gemeinsam in die drei Nidarosmuseen, beziehungsweise zwei Museen und den Dom selber. Das hatte ich selber zuvor auch noch nicht gemacht und fand es überraschend spannend, mir das erzbischhöfliche Museum mit der Geschichte zum Dom, die Schatzkammet mit den königlichen Kronjuwelen und selbstverständlich den Nidaros selbst von innen anzuschauen. Am spannensten fand ich, über die unzähligen verschiedenen Skulpturen am und im Dom zu hören und eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: das Gesicht einer missglückten Botoxbehandlung 😆

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Im Nidaros kamen wir gerade noch rechtzeitig für die Turmbesichtigung, für die man zwar extra bezahlen musste, aber gleichzeitig auch einen atemberaubenden Blick über die Stadt bekam (was bei strahlendblauem Himmel wirklich mehr als lohnend ist!) 🙂

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Die nächsten zwei Tage kam sie mit auf die Farm. In meinen Geburtstag feierten wir mit tiefschürfenden Gesprächen und Gummibärchen, um Mitternacht packte ich zwei kleine Geschenkpakete aus. Nachmittags fuhren wir in die Stadt und gingen erst Kaffee trinken und anschließend chic essen, dann fuhren wir zurück in die Gastfamilie. An dem Tag passierte nichts spektakuläres und nichts großes, doch für mich war es perfekt. Enttäuschend fand ich bloß, dass meine Gastfamilie meinen Geburtstag so ziemlich vergaß und ich das Geschenk, das sie mir am Abend versprachen nie bekam und spätestens ab diesem Tag ging die Stimmung Zuhause nur noch den Bach runter.

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Am 3. Juni flog Mareike, als erstes der Trøndermädels nach Hause nach Deutschland. Es war recht lustig, weil wir es tatsächlich schafften, uns vier Mal zum letzten Mal zu treffen 😆 Wenige Tage folgten Rafaela und Anja, Ende Juni Kira und Leonie. Als nächste habe ich heute aufgehört, in zwei Tagen hat Juliane (und damit die letzte aus dem Bunde) es geschafft. Für die Mehrheit gesprochen würde ich sagen, dass alle glücklich sind, es geschafft zu haben und wieder zurück in ihren richtigen Familien zu sein.

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Seit dem 22. Juni wohne ich nun nicht mehr auf der Farm, sondern in Trondheim. Mir hat es ziemlich den Boden unter den Füßen weggezogen, als meine Gastfamilie am Vortag verkündete, dass ich alle Sachen zusammen packen müsse und wir über die letzten 2 1/2 Wochen nicht mehr zurück fahren würden. Mir blieb so keine Zeit mich innerlich von irgendwas zu verabschieden und mit dem Leben auf dem Bauernhof abzuschließen. Gleichzeitig wurde mir auch die abgesprochene Übernachtung mit meinem Vater und Susanne auf dem Hof gestrichen, weswegen wir kurzfristig umplanen mussten.

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Die letzten zwei Wochen arbeitete ich also in der Stadt, ohne WLAN und mit einer Gastfamilie, die mich abwechselnd klein redete oder ignorierte. Dementsprechend viel war ich unterwegs und versuchte, dem ganzen Wirrwarr zu entkommen. An einem Tag ging ich zu einem Wikingermarkt, etwas außerhalb vom Zentrum. Es war unglaublich kalt und verregnet, aber gleichzeitig auch super schön 🙂 Es war ein recht kleiner Markt, nur sechs oder sieben Buden verkaufen und an einer Stelle gab es Essen und Trinken, doch man merkte, dass die Leute, die dort verksuften, mit Herzblut bei der Sache dabei waren.

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Der Abschied verlief kurz und schmerzlos. Ein distanziertes „Ha dat bra“, eine kurze Umarmung, dann war es vorbei. Der Kleinen ließ ich noch einen selbst gestrickten Teddy da und von ihr bekam ich viele Abschiedsküsschen mit auf den Weg. Behalten werde ich wohl nur die Erinnerungen an die 9 3/4 Monate und ein paar verwackelte Bilder.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #3 – Auf der Hurtigrute von Tromsø nach Trondheim 29.-31.3.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #3 – Auf der Hurtigrute von Tromsø nach Trondheim 29.-31.3.

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag, nachdem wir einige Stunden in dem Pub verbracht haben, ging es also im tiefsten Schneegestöber auf das Postschiff. Es sind erstaunlich viele Menschen zugestiegen, weshalb es etwas dauerte, bis alle eingecheckt hatten. Unser Zimmer lag auf dem untersten Deck, zwar ohne Fenster und ohne eigenes Bad, doch für uns perfekt ausreichend. Wir gingen auch schon ziemlich schnell schlafen, denn inzwischen war es bereits fast zwei Uhr in der Frühe und am nächsten Morgen stand bereits recht zeitig ein Ausflug an.

Das Frühstücksbuffet war erstklassig: gutes Brot, Brötchen, Granola, Nüsse, hart und weich gekochte Eier, English Breakfast aus Spiegelei, Speck, Bohnen und Porridge, Obst, Gemüse, Marmeladen und so weiter. Es gab sogar Käse aus meiner Heimatregion, was mich total freute. Leider konnten wir unser Frühstück am ersten Morgen nicht allzu lange ausdehnen, denn schon bald legten wir in Harstad an und bewegten uns mit den anderen Reisenden in Richtung des bereits wartenden Busses.

Wir wurden von einem überaus freundlichen Reiseleiter begrüßt, der wie ein Grashüpfer zwischen deutsch und englisch hin und her wechselte. Hier und da baute er ein Wort der anderen Sprache ein oder direkt ein norwegisches. Es hat jedoch ziemlich viel Spaß bereitet diesem Sprachjonglieren zuzuhören und zumindest ich habe großen Respekt vor dieser Fähigkeit.

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Leider schneite es noch immer ziemlich stark, sodass die kleine Steinkirche Harstads bei unserem erstern Stopp beinahe im Schnee versank. Dennoch versprühte sie einen fesselnden Charme. Wir erfuhren einiges über die Geschichte, hatten ausreichend Zeit zum umsehen und Bilder machen und liefen anschließend die paar hundert Meter zum anliegenden Museum.

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Auf der weiteren Fahrt begann der Himmel langsam, aber stetig, mehr und mehr aufzubrechen, zwischendurch fuhr der Bus nochmal in eine dicke Schneewehe, doch schlussendlich sahen wir wieder blau und auch die Umgebung versank nicht mehr in einem schier undurchdringlichen Weiß. Der Bus fuhr auf eine Fähre, auf welcher es für jeden Gast Kaffe und eine Waffel mit brunost (norwegischer Karamellkäse) und eine leftse (in dem Fall ein sehr dünner Pallatschinken mit Butter, Zucker und Zimt) gab. Ich war selig. Und als sich der Himmel schließlich komplett aufklarte, konnte es aus meiner Sicht nicht mehr besser werden.

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An dieser Stelle möchte ich kurz von einer Dame erzählen, die mich sehr beeindruckt hat. Sie ist 83 Jahre alt und gebürtige Schwedin, ist jedoch irgendwann im Laufe ihres Lebens nach Amerika ausgewandert. Diese Dame hatte eine überaus angenehme und jugendliche Ausstrahlung und ist jedem scheinbar komplett ohne Vorbehalte begegnet. Es war sehr angenehm, sich mit ihr zu unterhalten, doch am meisten überrascht hat sie mich mit ihren Sprachkenntnissen: Dass sie schwedisch und englisch spricht, ist irgendwie selbstverständlich, norwegisch ist aufgrund der Sprachähnlichkeiten zum Schwedischen auch noch recht naheliegend. Doch wirklich beeindruckt hat sie mich, als sie mir auf deutsch antworte und einem anderen Reisenden auf französisch.

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Zurück auf dem Schiff steuerten wir an diesem Tag direkt zum Lunch und ich muss gestehen: ich hab mich total überfuttert 😆 Die Auswahl war aber auch zu verlockend und die Desserts… – kein Wunder, dass ich vor meiner Reise so viel positives vom Essen auf dem Schiff gehört habe!

Den Großteil des restlichen Nachmittags verbrachten wir in der Lounge, sprangen ab und zu auf, um ein paar Fotos zu machen, wenn die Landschaft gerade dazu einlud, quatschten, tranken Kaffee und Tee (beides im Preis inbegriffen) und ließen es uns einfach gut gehen.

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Zwischendurch legten wir in Stokmarknes an. Katha und Patrick wollten lieber an Bord bleiben und sich ein wenig ausruhen, also ging ich alleine auf Entdeckungstour. Jedoch hatten wir nur eine halbe Stunde Aufenthaltszeit, weshalb keine allzu große Tour möglich war. Doch um zur Brücke und zurück zu laufen hat es allemal gereicht und ehrlich gesagt tat es richtig gut ein bisschen die Beine zu vertreten.

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An diesem Abend wurden wir bereits in die erste Abendessensitzung gelegt, weil Katha und ich noch einen Ausflug für den Abend gebucht hatten. Jedoch gab es abends kein Buffet, sondern ein vier Gänge Menü. Da meckert man natürlich auch nicht! Insbesondere nicht, wenn es so gut geschmeckt hat. Zur ersten Vorspeise gab es einen Tomatensalt, für mich mit Avocado, für die anderen beiden mit Shrimps. Die zweite Vorspeise war bei mir eine Suppe, die ich geschmacklich null einordnen konnte und die mir leider nicht so gut bekommen ist, die anderen beiden bekamen eine Lachssuppe, die ihnen wohl mundete. Der Hauptgang bestand aus jungen Kartoffeln, für mich mit überbackenem Blumenkohl, für die anderen beiden mit irgendetwas fleischigem. Unf zum Dessert gab es eine Panna Cotta mit herrlich krachsaueren Kirschen. Patrick waren sie einen kleinen Tacken zu sauer, doch ich fand es total genial.

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Und dann hieß es auch schon für Katha und mich umziehen und von Bord gehen. Patrick stattete ich mit etwas Geld aus, welches er benutzte, um in ein Eisskulpturenmuseum zu gehen. Er war total begeistert davon und meinte, dass eine richtig coole Atmosphäre zwischen den ganzen Kunstwerken herrschte und viele sehr beeindrucktend ausgearbeitet waren.

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Katha und ich bestiegen mit vier anderen Frauen und einem Mann einen Minibus und fuhren zunächst eine gute dreiviertel Stunde zu einem Gehöft. Dort wurden uns Pferde zugeteilt und wir sollten aufsteigen. Ich für meinen Teil muss leider sagen, dass ich total enttäuscht von diesem Ausflug war. Neben mir hatte nur eine andere Frau Reiterfahrung und man merkte, dass die Pferde ziemlich abgestumpft waren und eigentlich gar keinen Bock hatten. Obwoh die Tour „Lofoten zu Pferd“ hieß, haben wir nicht allzu viel gesehen. Uns wurde eine Ferienhaussiedlung gezeigt und angepriesen, es ging kurz am Strand entlang und über ein paar Felsen. Alles in einer Reihe und mit lustlos trottenden Pferden. Da ich angegeben hab, leichte Reiterfahrung zu haben, dachte man anscheinend, ich würde gerne auf einem zickigen Pferd sitzen (ich mag es gar nicht reiten nennen). Doch, so enttäuschend der Ausflug an sich für mich war, muss ich zugeben, dass die Landschaft trotzdem wunderschön war und es zeitlich perfekt war, da wir genau in den Sonnenuntergang ritten.

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Im Anschluss an diesen Ausflug wurde es auch auf dem Schiff lustiger: die anderen Reisenden vom Pferderitt sprachen uns ständig an und wir wurden viel mehr in die „Reisecommunity“ aufgenommen. Also hatte alles mindestens einen wirklich großen Vorteil 😁

Am Freitagmorgen war der Himmel zunächst noch enttäuschend wolkenverhangen, doch bereits nach dem Frühstück klarte es sich merklich auf. Wir passierten ein kleines altes Fischerdorf, das sein öffentliches Bad gut einsehbar auf einen Felsen vorverlegt hatte. Und kurze Zeit später, so etwa gegen halb 10, passierten wir den 66sten Nordgrad und damit den Polarkreis. Um diesen Anlass zu feiern, gab es eine Stunde später eine kleine Zeremonie. Auf der Fahrt nordwärts wurde den zu weihenden Menschen Eiswasser in den Nacken gekippt, auf der Rückfahrt durften Mutige einen Löffel Lebertran einnehmen (und den Fischlöffel anschließend als Souvenir behalten). Ich war erst total enttäuscht, weil Lebertran aufgrund seiner fischigen Herkunft für mich raus fällt, doch als ich meine Situation in einem ruhigen Moment bei einem Crew-Mitglied ansprach und vorschlug Meerwasser stattdessen einzunehmen, bekam ich auch so einen Löffel. Ohne Meerwasser 🙂

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Für alle Reisenden war der ganze Tag ein Schiffstag. Es gab nur drei Aufenthalte, bei denen es sich lohnte von Bord zu gehen und von diesen drei Möglichkeiten konnten wir nur zwei nutzen, da die dritte in unsere Abendessenszeit fiel. Die anderen beiden nutzen wir natürlich so lange wie möglich um uns die Beine zu vertreten und die Ortschaften zu erkunden.

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Die erste Ortschaft war das Fischerstädtchen Sandnessjøen. Obwohl wir bereits früher als geplant anlegten, blieb nur eine knappe Dreiviertelstunde zum Erkunden. Und diese nutzten wir, um Bilder mit und von dem unbeschreibbar ruhigen und klaren Wasser zu machen. Besonders Katha und Patrick waren davon fasziniert, dass man bis zum Grund sehen und Fische, Seesterne, Krabben und Seeigel beobachten konnte. Diesbezüglich bin ich wohl inzwischen etwas verwöhnt, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch komplett verzaubert von dem türkisfarbenen Nass gewesen bin. Nein, es war zu schön, um auch nur einen Bruchteil davon in Worte oder Bilder fassen zu können.

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Die zweite Möglichkeit das Festland zu betreten bekamen wir in Brønnøysund, wo wir sogar etwas mehr als eine Stunde Zeit zum umsehen hatten. Und diese Zeit nutzten wir auch voll aus: zuerst ging es zu der kleinen Kirche, von dort aus liefen wir langsam entlang am Pier zurück zum Schiff. Es war keine sehr große Runde, doch ähnlich wie in Sandnessjøen bestach auch hier das Wasser durch seine Klarheit und Farben. In dem kleinen Fjordseitenarm wurden wir Zeugen des bunten Treibens von verschiedenen Wasservögeln, die in großen und kleinen Kreisen über das Wasser flogen, landeten und neue Runden zogen. Auch dieses Städtchen hatte durch seine idyllische Verspieltheit und die Umgebung einen schier magischen Schleier über sich liegen.

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Abends gab erst einen Bildbuchsonnenuntergang (den Katha und Patrick verschliefen) und fast direkt im Anschluss ein „special Dinner“. Obwohl die klassische Hurtigrutenstrecke von Bergen nach Kirkenes nach Bergen führt, ist es auch populär von Bergen nach Kirkenes nach Trondheim zu fahren, also einfach den letzten Tag ausfallen zu lassen. Und so fielen Abschiedsmenü und Osteressen zusammen und statt dem standardmäßigen 4 Gänge Menü wurden 5 Gänge aufgetischt. Da kam es zumindest mir sehr gelegen, dass wir in der zweiten Abendessensrunde plaziert waren, denn ehrlich gesagt hab ich mich schon beim Lunch total überfuttert (wie zu eigentlich jeder Mahlzeit an Bord 😂).

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Die erste Vorspeise bestand aus einem Kartoffelsalat mit Fisch, für mich wurde er mit etwas mehr Gemüse zu Tisch gebracht. Zweite Vorspeise war eine gelbe Erbsensuppe, als Hauptgang gab es Kabeljau mit Rote-Bete-Weizen für die Mehrheit und sehr viel Ofengemüse für die Vegetarier. Etwas seltsam waren dabei die heißen Weintrauben 😀 Zum Zwischengang wurde Käse gereicht und das absolute Highlight – eine Baiser-Bidquit-Eistorte – wurde vor unseren Augen flambiert.

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Noch bevor das Essen gänzlich beendet war, ertönte eine Durchsage, dass auf der linken Rückseite des Schiffes Polarlichter zu sehen wären. Ich kann euch sagen: ein Evakuationsalarm hätte den Speisesaal nicht schneller leer fegen können. Stark war das Leuchten jedoch nicht zu sehen, nur ein gründlicher Schimmer, der bereits binnen weniger Sekunden verlosch. Ich hab es nicht einmal geschafft, ein Bild aufzunehmen. Wir entschieden also zum Dessert zurück zu gehen, da wussten wir wenigstens, was wir bekommen.😀 Zudem tat es uns ein wenig für die Crew leid, deren Arbeit ein so abruptes Ende nahm. Etwas später versuchten wir erneut Lichter zu entdecken, doch selbst mit dem besten Willen war nichts mehr am Himmel zu entdecken.

Insgesamt fielen wir drei wohl auf dem Schiff ziemlich auf, oder besser gesagt: deutlich aus dem Reisenderaster. Wir waren nicht nur die mit Abstand am Jüngsten, sondern oft auch die, die hier und da durch kleine, aber stets als sympathisch-belustigend aufgenommene, aus der Menge stachen. Nicht zu vergessen natürlich auch meine Haare, die (wenn sie zu einem legeren Dutt gebunden sind) mich fast 2 Meter groß machen und an die Türen und teils auch Decken stießen ließen. Doch insgesamt glaube ich, dass die meisten Reisenden und auch Angestellten uns als lustiges und sympathisches Trüppchen wahrgenommen haben. Immerhin kam es immer wieder zu sehr lustigen Späßen und auch ernsteren Gesprächen mit den anderen Passagieren und der Crew. Ja, ich kann sagen: die gesamte Hurtigrutenfahrt wird mir als sehr positiv im Gedächtnis bleiben.

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Müde wie wir drei waren, legten wir uns an unserem letzten Abend schon zeitig schlafen. Zeitig am Samstag legte das Schiff in Trondheim an, wir frühstückten noch in aller Ruhe und verabschiedeten uns von einigen Mitreisenden, dann begaben wir uns zur letzten Station des Urlaubs: meine ab-und-zu Heimatstadt Trondheim. Doch das ist eine andere Geschichte.

[Bilder, Reisen] Osterurlaub #2 Tromsø 26.3.-29.3.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #2 Tromsø 26.3.-29.3.

Katha, Patrick und ich kamen also am Montagabend in Tromsø an. Es war bereits fast dunkel und – es schneite wie verrückt. Wer sich die Arbeit alles zu lesen sparen möchte bekommt hier eine super kurze Zusammenfassung: die meiste Zeit unseres Aufenthaltes sahen wir mehr Schneeflocken als Himmel 😆

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Montagabend machten wir eigentlich nicht mehr allzu viel. Nachdem wir unser Airbnb bezogen hatten, wurde ein sehr einfaches Abendessen gekocht (Nudeln mit Instanttomatensuppe als Sauce 😛) und sich nach noch ein wenig Gequatsche schlafen gelegt. Ich muss sagen, dass diese erste Nacht nicht wirklich erholsam war. Vor unserem Fenster gab es bis etwa 2 Uhr morgens eine lebhafte Diskussion zwischen mindestens zwei Männern und irgendwann nachts kam jemand in die Küche, an die unser Zimmer angrenzte, und öffnete und schloss lautstark die Schränke.

Dementsprechend dauerte es am Dienstag etwas länger, bis wir alle wach genug zum Aufstehen waren. Bevor wir jedoch frühstücken konnten, mussten überhaupt erstmal Lebensmittel einkaufen gehen. Also wurde unser Frühstück eher zu einem Spätstück abgeändert – aber dafür war es ein gutes 😁

Den Tag über stampften wir durch den Schnee, freuten uns über jedes blaue Fitzelchen Himmel und gingen es insgesamt eher entspannt an. Wir begannen bei der Ølbar, der ältesten Brauerei von Troms, die ursprünglich mal eine deutsche Bäckerei gewesen ist. Gekauft haben wir jedoch nichts (das konnten wir uns gar nicht leisten), sondern sind nur wie eine Schneewehe mal eben rein und danach wieder raus geweht. Weiter ging es mehr oder weniger im Slalom durch die Gässchen, zur Tromsø Kathedrale, entlang des Hafens und des Piers, durch die Einkaufssträßchen, vorbei an der Bücherei, zum Perspektivet Museum.

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Das Perspektivet wurde als Fotografiemuseum beschrieben, dementsprechend hattem wir die Erwartung entweder auf Bilder von arktischen Tieren zu treffen oder etwas über die Entwicklung der Fotografie im Laufe der Zeit zu erfahren. Stattdessen fanden wir alte Bilder von norwegischen Familien und Sami vor, zu denen leider nicht allzu viele Informationen standen. Das war etwas enttäuschend, doch da das Museum keinen Eintritt gekostet hatte, war es auch nicht weiter dramatisch.

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Tatsächlich klarte sich der Himmel danach ein bisschen auf und wir flanieren gemütlich an der Hafenkante entlang und nach einer kurzen Kaffeepause begaben wir uns auf den Weg zur Tromsøbybru, der etwa einen Kilometer Brücke, die von der Tromsø Insel zum Festland führt. Auf dieser Seite der Stadt befindet sich die Ishavenkatedrale, einer Kirche, die durch ihr modernes Desin heraus sticht.

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Vor der Ishavenkatedrale machten wir einen etwas längeren Stopp, doch leider konnten wir die bunten Fenster auf der Rückseite nur recht undeutlich erkennen. Es war einfach zu hell. Dennoch hat es mir das Gebäude angetan.

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Eigentlich wollten wir auch noch mit der Gondel zur Fjellstua, einem Berg, von dem aus man die Innenstadt überblicken kann. Doch aufgrund der eher eingeschränkten Sichtverhältnisse und der inzwischen untergehenden Sonne entschieden wir uns vorerst dagegen.

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Mittwochfrüh sah es zunächst herrlich klar aus, doch kaum hatten wir fertig gefrühstückt, zog sich der Himmel komplett zu – und den ganzen Tag sah man die Hand vor Augen kaum, so sehr schneite es. Unser Plan auf die Fjellstua zu fahren fiel also erneut ins Wasser – nein Pardon, in den Schnee.

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Wir entschieden also in einen Abstecher in eines der bezahlten Museen zu machen, waren jedoch ähnlich enttäuscht wie von dem Fotografiemuseum. Doch immerhin wir konnten auf die Art eineinhalb Stunden warm und trocken verbringen.

Ein Vorteil des Schnees war: das Wetter war einschätzbar. Und man konnte auf Schneehügel klettern, die in echt 4-5 Meter hoch waren, auf Bildern jedoch eher wie Maulwurfshügel wirkten. Doch er verhinderte leider auch jede andere Aktivität. Der restliche Tag bestand also tatsächlich nur noch aus Souveniershoping.

Abends schleppten wir irgendwie unser Gepäck vom Airbnb in die Innenstadt. 2km, ein Backpack, ein heiler Koffer und ein kaputter Koffer. Wenn das keine Kampfansage ist! Bis zur Ankunft unseres Schiffes warteten wir in einem Pub, spielten Karten und aßen ziemlich leckere Bratkartoffeln.

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Gegen Mitternacht zogen drei Schneemonster zum Pier, um zum nächsten Abenteuer zu starten. Doch das ist eine andere Geschichte.

[Bilder, Gedanken] Monatsupdate #6 – Die ersten Frühlingsgefühle

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[Bilder, Gedanken] Monatsupdate #6 – Die ersten Frühlingsgefühle

Ein ganzes halbes Jahr – so lange bin ich schon in Norwegen. Und auch wenn ich Jojo Moyes Buch nie gelesen habe, vermute ich, dass es insgesamt spannender ist, als meine bisherigen Erlebnisse hier 😀 Eigentlich könnte auch dieser Monat unter dem gleichen Titel wie der letzte veröffentlicht werden. Doch halt, ein paar Kleinigkeiten sind schon passiert – wenn auch nichts weltbewegendes (Aber Kleinvieh macht auch Mist)

Der Stall (ja, er bekommt einen extra Absatz) ist endlich, endlich, endlich fertig. Nach insgesamt 5 1/2 Monaten und 3 Monate später als geplant. Die Kühe haben Einzugsrecht erhalten – und jetzt kommt die bittersüße Ironie: sie mögen den Stall nicht. Vielleicht habe ich es schon Mal erwähnt, vielleicht auch nicht. Bei den Tieren handelt es sich um Galloway Rinder (genauer gesagt um Black Belted Galloways), welche ziemlich wetterresitent sind und – zumindest bei uns – eigentlich das ganze Jahr draußen stehen. Dadurch wiederum handelt es sich um Kühe, die wild sind und ihre Freiheiten schätzen (und sie sind sehr misstrauisch gegenüber Menschen – doch das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass meistens mehrere von ihnen auf Nimmerwiedersehen verschwin… Aber ich schweife ab.) Jedenfalls klagen meine Gasteltern nun darüber, dass die Tiere zwar im Stall fressen, danach jedoch so schnell wie möglich wieder in die Weiten ihrer Weide entschwinden. Trotzdem: er – ist – fertig! Wobei, fertig ist auch relativ. Der Boden rund herum muss noch begradigt werden, aber das geht erst im Frühjahr, denn momentan ist hier alles noch tiefgefroren, das Silo fehlt noch, aber auch das kann erst nach Enttauen des Bodens aufgestellt werden und hier und da fallen immer wieder größere und kleinere Kleinigkeiten auf, die noch erledigt werden müssen. Aber ich bleibe dabei: Er ist vollbracht.

 

 

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Über das Thema „gefrorener Boden“ leite ich nun galant über zum Wetter. Das gehört ja inzwischen ebenso in meine Updates, wie mein ewiges Palaver. Während in den meisten Teilen Deutschlands bereits der Frühling an der Tagesordnung zu seien scheint, liegt hier noch fast flächendeckend Schnee. An der einen oder anderen Stelle lugt ein kleines Fitzelchen braunes Gras hindurch, doch ansonsten bestimmt noch ein schier undurchdringliches Weiß das Gesamtbild. Doch da es tagsüber zumindest um die Null Grad wird und die Sonne scheint, beginnen die obersten Schichten des Schnees zu schmelzen – und gefrieren wieder, sobald die Sonne weg ist. Auf den Wegen könnte man problemlos wilde Schlittschuhrennen veranstalten und ich behaupte, man käme so um einiges angenehmer und ungefährlicher als auf normalen Schuhen voran. Eigentlich sollte es diese Woche wärmer werden, doch am Montag begann es, trotz versprochener acht Plusgrade, wieder zu schneien.

 

 

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Bei unserer Fensterbank in der Küche handelt es sich seit Wochen eher um eine Aufzuchtsstation junger Pflänzchen. Im letzten Herbst haben wir ein Gewächshaus im Garten aufgebaut, welches nun auf seinen Gebrauch wartet. Aber auch der scheitert mal wieder an den kalten Temperaturen (gerade nachts werden es gerne nochmal unter -10 °C). Jedenfalls tummelt sich unter zwei Aufzuchtslampen alles mögliche von Artischocke bis Zucchini und verdrängt nach und nach alles, was eigentlich Gewohnheitsrecht im Fenster gehabt hätte. Ich kam auf die Idee, ein paar der getrockneten Kichererbsen zu pflanzen und zur Überraschung von meiner Gastmutter und mir entwickeln sie sich ziemlich gut (dazu sollte man vielleicht sagen, dass es sich um recht alte Kichererbsen handelte und wir eigentlich dachten, dass sie nicht mehr genügend Power zum Wachsen hätten).

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Dennoch: man merkt, dass der Frühling kommt. Das erste Huhn hat vor zwei Tagen begonnen Eier zu legen und ich hoffe inständig, dass sich die anderen ein Beispiel an ihm nehmen. Und auch die anderen Vögelchen sind bereits in bester Laune, fliegen lustig umher und zwitschern aufgeregt ihre Lieder. Nun muss nur noch der Schnee verschwinden.

 

 

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Wie gewohnt alle Bilder im Kleinformat

[Bilder, Gedanken] Weihnachten in Norwegen

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[Bilder, Gedanken] Weihnachten in Norwegen

Draußen schneit es mal wieder wie verrückt, man kann kaum 10 Meter weit sehen und ich sitze gerade eh am Laptop. Der perfekte Moment, um den ewig geplanten Weihnachtspost zu schreiben. Weil ich natürlich einen super kulturellen und korrekten Blog führe *hust*, hab ich mich entschieden erst ein paar allgemeine traditionelle Hintergründe einzubauen und erst im Anschluss von meinem Weihnachten hier zu erzählen. Also, los gehts:

„Ursprünglich wurde um den 24.12. herum zu heidnischer Zeit das winterliche Sonnenwendefest gefeiert. Das Symbol für die Sonne war und ist dabei ein Rad (norw. hjul), welches noch heute auf vielen Felszeichnungen dieser Zeit (z.B. am Oldtidsveien bei Fredrikstad) dargestellt ist. Später verlagerte man das Christfest in diese Zeit, um die alten heidnischen Feste zu verdrängen. Das Wort jedoch blieb erhalten. Und so heißt Weihnachten im Norwegischen heute jul. […]

Weihnachten feiert man mit speziellem Weihnachtskuchen (julekake), mit Rosinen und Kardamom, sowie dem guten juleøl, dem Weihnachtsbier. Im Wohnzimmer steht eine Tanne, geschmückt u.a. mit norwegischen Fahnengirlanden. Die Gaben bringt der Julenisse. Um dem Nisse, der gleichzeitig Beschützer von Haus und Hof ist, bei Laune zu halten, stellt man am Weihnachtsabend ein Schüsselchen Hafergrütze vor die Tür. Doch auch die Tiere der Umgebung werden bedacht. Für die Vögel des Waldes bindet man einen Bund Hafer an den Zaun (julenek), und das Hofvieh bekommt spezielles Weihnachtsfutter. Für die Menschen gibt es Haferbrei, Kabeljau bzw. Lutefisk oder Fårikål (Hammel in Kohl). Anschließend erfolgen der gemeinsame Tanz um den Tannenbaum und die Bescherung. […]

Der norwegische Weihnachtsmann ist eine Mischung aus dem europäischen Weihnachtsmann, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Norden Einzug hielt, und oft in Mantel oder Bischofstracht daher kam, und der norwegischen Fjøsnisse mit roter Mütze. Die Fjøsnisse gilt der Wächter des Bauernhofes.“

Quelle: http://www.norwegenservice.net/land-und-kultur/kultur-lebensart/feste-und-feiertage/weihnachten-norwegen

So, und nun zu meinem Weihnachten. Die Wochen vor dem Heiligenabend, oder Julaften wie er hier heißt, habe ich mit meiner Gastmutter in Trondheim verbracht, da sie auf dem Weihnachtsmarkt verkauft hat. Wirklich viel hab ich jedoch nicht von der Stadt und seiner Aufmachung mitbekommen. Aber grundsätzlich hat es sich nicht viel von deutschen Städten zur Weihnachtszeit unterschieden: Viele Lichter schmücken Häuser und Bäume, ein Weihnachtsmarkt aus Holzbüdchen und überall Weihnachtsgedudel. Der Weihnachtsmarkt an sich hat sich definitiv im Essen von typischen deutschen Weihnachtsmärkten unterschieden. Es gab recht wenige typische Fressbuden, stattdessen mehr Buden, die Produkte (sowohl zum Essen als auch als Staubfänger) verkauft haben und Glühweinstände gab es gar nicht. Dafür ein großes Kaffeezelt.

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Wenn wir gerade beim Essen sind, kann ich auch gleich zum Essen an den Weihnachtstagen kommen. Am Heiligabend gab es Pinnekjøtt, das sind Lammrippchen, die erst mindestens einen Tag in Salzwasser eingelegt  und anschließend dampfgegart werden. Meine Gastfamilie hat das Fleisch einfach auf das Beilagengemüse gelegt, aber sie meinten, traditionellerweise würde es auf Birkenholz gelegt. Dazu gibt es Kartoffeln und Kålrotstappe, einem Mus aus Kohlrüben und Karotten. Zu trinken gab es Juleøl (Weihnachtsbier) und Julebrus (Weihnachtslimo). Am nächsten Morgen gab es ein großes Brunch aus allerlei Aufschnitten, Käse, Salat, Ei und so weiter und abends die Reste vom Vortag. Am zweiten Weihnachstsfeiertag wurde ebenso gefrühstückt, abends gab es Ribbe, Schweinerippe, die unter der Speckschwarte langsam gebacken wird, mit Rotkohl und Kartoffeln. Als Nachtisch gab es täglich eine Auswahl an einem norwegischen Vanillepudding auf Karamelsauce, Cheesecake, Pepperkaker (die norwegische Antwort auf Lebkuchen) und von meiner Seite beigetragen: Stollen.

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Das ganze Haus wurde in Rot- und Weißtönen dekoriert – aber erst in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember. Vorher hat nichts auf die bevorstehenden Feiertage hingewiesen. Im ganzen Haus standen Julenissen vereinzelt oder in kleineren Gruppen zusammen, im Weihnachtsbaum hingen neben den Kugeln auch Holzfigürchen und es wurde weihnachtliches Geschirr ausgepackt.

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Bei der Bescherung wurde jedes Geschenk nach dem anderen einzeln verteilt und ausgepackt, im Hintergrund lief Weihnachtsmusik. Verwandte hatten bereits im Voraus ihre Gaben per Post zugeschickt, dadurch dauerte die Bescherung auch denkbar lange. Aber es war urgemütlich. Von meiner Gastfamilie gab es für mich einen blauen Norwegerpulli, eine super warme Wolldecke und zwei Packungen Pralinen und auch meine Geschenke sind gut angekommen.

Übrigens gab es leider keine weiße Weihnacht bei uns: es schneite die Tage vor Weihnachten, stoppte und verschwand und begann genau einen Tag nach den Feiertagen von neuem.

Im übrigen klärte ich mich bereit den Weihnachtsbaum abzuschmücken. Dieser wurde so ziemlich nie gegossen und war Mitte Januar dementsprechend trocken. Die Nadeln fischte ich mir tagelang aus den Haaren, Und seither steht ein fast kahles Baumgerippe im Flur zu meinem Zimmer und nadelt nach wie vor lustig vor sich hin.

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Weihnachtsbaum nach dem Abschmücken. Ich hab noch tagelang Nadeln aus meinen Haaren gefischt.

 

 

[Alltag, Bilder] Monatsupdate 5 – Ein kleiner Hauch von nicht viel Neuem

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[Alltag, Bilder] Monatsupdate 5 – Ein kleiner Hauch von nicht viel Neuem

Und mal wieder ein paar Tage zu spät. 😀 Und auch wenn ich das jedes Mal sage: Es hatte seine Gründe. Immerhin lag ich zwei Wochen lang so ziemlich komplett flach und hab gefühlt alles einmal durch. Ein komplettes Imunsystemsupdate sozusagen 😀 Dadurch gibt es auch nicht allzu viel zu berichten, trotzdem ein allgemeines kurzes Update.

Nach dem großen Streit mit meiner Gastfamilie lief es eine ganze Weile recht gut, aber irgendwie war oder ist nach wie vor der Wurm drin. Es hat also noch zwei weitere Male recht heftig gescheppert, aber seither läuft es eigentlich ziemlich gut. Wir mussten nur wieder einmal feststellen: Es hapert nach wie vor an einer ausreichenden Kommunikation miteinander. Dadurch sind wiederum beidseitig Probleme entstanden und ja – dann kommt, was kommen muss: Es kracht. Viel genauer möchte ich hier nicht eingehen, da es nur meine Sichtweise darstellen würde und es eh nichts mehr ändern würde. Was sich aber definitiv sagen lässt: wir haben daraus gelernt und viele Dinge werden schneller angesprochen. Immerhin lässt es sich nicht abstreiten, dass wir hier ziemlich aufeinander hocken und zumindest ich kaum eine Möglichkeit habe Dampf abzulassen.

Während der Winterolympiade war es immer ein hin und her der meisten Medaillen zwischen meinem Gastvater und mir: Wenn Deutschland vorne lag, habe ich mich gefreut, wenn Norwegen vorne lag mein Gastvater. Und es wurden immer Tipps abgegeben, welches Land eine bessere Chance auf ein neues Stück Edelmetall hat 😀

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In diesem Beitrag möchte ich auch dem Auto einen extra Absatz widmen. Ich hab ja bereits in meinem letzten Update geschrieben, dass das Auto nicht mehr das jüngste und zuverlässigste Gefährt ist. Nunja. Es ist ein paar Tage auf Höchstform gefahren, bevor es einen lauten Knall gab und seither keinen Mucks mehr von sich gibt. Nur ein klägliches Husten gibt der Motor ab und zu von sich, aber bewegt werden kann es nur noch durch Muskelkraft. Daraus wiederum ergibt sich das Problem für mich, dass ich hier noch mehr fest sitze. Kein Auto = keine Möglichkeit, etwas zu unternehmen. „Dann nimm doch einen Bus!“, höre ich jetzt die meisten denken. Ja meine lieben, das würde ich sogar, wenn es nicht nur vier Busse täglich in jede Richtung gäbe und sie nicht so blöd fahren würden, dass ich entweder nur eine Stunde oder 6 Stunden + doppelt so lange Rückreise hätte.

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Und was macht die Sprache? Nun denn, dadurch, dass ich recht lange krank war, ist auch der Sprachkurs in den letzten Wochen für mich flach gefallen. Ich lese nach wie vor viel auf norwegisch und höre gelegentlich ein Hörbuch, aber momentan habe ich irgendwie eine Lernflaute. Darf auch mal sein. Mit meiner Gastfamilie versuche ich so viele Dinge wie möglich auf norwegisch zu besprechen, aber (glaubt es oder nicht) meistens wechselt meine Gastmutter dann ins Englische, was leider auch nicht allzu hilfreich ist. Lustig ist es nur beim Fernsehen: Viele amerikanische Serien und Filme laufen auf englisch mit Untertiteln. Ich lese automatisch die Untertitel mit und verstehe so gut wie alles, auch wenn ich nicht dem Gesprochenen zuhöre. Und mein Gehirn dreht Pirouetten, wenn ich versuche auf englisch zu hören und auf norwegisch zu lesen 😆

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Was gibt es ansonsten neues auf der Farm? Die Zahl der Zicklein hat sich inzwischen auf drei reduziert, alle anderen sind an Krankheiten oder Hufen zugrunde gegangen. Ein totes Tierchen lag eines morgens vor der Stalltür und keiner kann sich erklären, wie es dort hin gekommen sein könnte, da die Tür (ausnahmsweise mal) nicht aufgetreten gewesen ist. Der Stallbau geht langsam dem Endspurt zu. Endlich! Ursprünglich sollte er schon im Dezember bezugsbereit sein und seit bestimmt 3 Wochen ist er wohl so gut wie fertig. Öhm, ja, okay 😀

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Und nun zum Wetter. Es ist und bleibt wechselhaft bei uns: den einen Tag kann es strahlend blauen Himmel geben und das Thermometer bis auf 5 Grad ansteigen, nur um wenige Minuten zu schneien, als würde Frau Holle sämtliches Bettzeug ausschütteln. Am nächsten Tag sind es beißende Minusgrade mit Hagel und Schnee und der angetaute Schneematsch vom Vortag verwandelt sich in eine 1A Schlittschuhbahn. Auf dem Weg wohlgemerkt. An vielen Tagen kommt man weder per Auto noch zu Fuß die Auffahrt rauf und es wird gemunkelt, dass dies der eisreichste Winter seit langem in dieser Region ist. Na vielen Dank 😀 Aber eine Sache hat sich gehalten: An sonnigen Tagen schiebe ich mir den Schaukelstuhl ans Fenster, nehme mir die Kleine auf den Schoß und lasse mir mit geschlossenen Augen das Gesicht anscheinen. So lange, bis es dem Floh reicht und sie sich aus meiner Zwangsumarmung befreien kann 😆

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Und noch etwas Schönes zum Schluss (eigentlich mehrere  schöne Etwasse)
1. Die kleine kann fast meinen Namen sagen (und natürlich møøø, bæææ, mama, papa, oppa (eigentlich Koppa für Tasse), kykilyky (kikierikie), piep, lys (Licht), ash (pfui) und so weiter 😀 )
2. Meine beiden Reisen während dieses Jahres und die abschießende Reise sind in Sack und Tüten und bereits zu großen Teilen organisiert.

Alle Bilder in klein

Monatsupdate 4 – Die Feiertage und andere Gründe zum Freuen

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Monatsupdate 4 – Die Feiertage und andere Gründe zum Freuen

Pünktlichkeit ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr. Oder so. Jedenfalls kommt dieser Beitrag mal wieder ein paar Tage zu spät 😀

Ich werde jetzt einfach dort fortfahren, wo ich in meinem letzten Beitrag aufgehört habe, damit ihr zumindest erfahrt, wie es mir ergangen ist. Im Anschluss werde ich wieder wie gewohnt kategorienweise schreiben. (Wer die Geschehnisse nicht mehr ganz im Kopf hat, kann einfach den letzten Abschnitt des 3. Monatsupdates lesen, um wieder auf den Stand der Dinge zu kommen.

Nachdem ich mich am 20.12. mit meiner Freundin auf einen Kaffee getroffen habe und ich im Anschluss noch ein letztes Mal über den Weihnachtsmarkt und durch die Läden geschlendert bin, machte ich mich also auf den Weg nach Hause. Dort abends angekommen fiel ich eigentlich nur noch ins Bett und schlief, und schlief, und schlief. Jetzt kommen wir zu dem Konflikt, den ich im letzten Beitrag bereits angedeutet hatte. Ich schlief nämlich aus, denkend, dass ich den 21. frei bekäme. Diese Annahme ist dadurch entstanden, dass meine Gasteltern mir gesagt hatten, dass ich nach den zwei Weihnachtsmarktwochen ein paar Tage frei bekommen solle, um die geleisteten Überstunden auszugleichen.

  • Was ich darunter verstand war: Die Tage direkt nach der Weihnachtszeit hätte ich frei.
  • Was meine Gasteltern gemeint hatten: Ich bekomme die Tage irgendwann später frei.
  • Was daraus entstand: Ziemlich großes Konfliktpotential.

Als ich also in die Küche kam, fragte meine Gastmutter ziemlich wütend, was mir den einfallen würde und wie ich denken könne, dass ich ausschlafen darf. Meine Überraschung ist vermutlich nachvollziehbar, denn ich war ja der festen Überzeugung gewesen die Tage vor Weihnachten frei zu haben. In einem kurzen Gespräch hab ich versucht zu erklären, dass es ein Missverständnis gegeben hat, aber ich hatte nicht wirklich das Gefühl, als wolle sie es recht verstehen. Den ganzen Tag war ich wie in Nebel gepackt und wusste nicht so recht, was ich machen solle. Ich entschied mich, einen Brief zu schreiben und ihn vor dem Schlafen gehen hinzulegen. Kurz zusammengefasst erklärte ich auf 2 1/2 Seiten, dass ich denke, dass es insgesamt ein Kommunikationsproblem untereinander gibt und dadurch viele der Missverständnisse entstanden sind.

Am nächsten Morgen war der Brief weg und die Stimmung war deutlich weniger angespannt als am Vortag, auch wenn sie noch nicht wieder komplett normal war. Ich machte mir ehrlich gesagt totale Sorgen, dass Weihnachten durch diese Geschehnisse total komisch werden könnte und ich direkt nach den Feiertagen raus geworfen würde, aber zum Glück hat es sich nicht so verhalten.

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Nach dieser (sehr kurz zusammengefassten) Erläuterung der Geschehnisse nach dem größten Konflikt, den ich bisher in meiner Gastfamilie hatte, komme ich nun zu erfreulicheren Dingen. Nämlich den Weihnachtsfeiertagen. Allzu sehr werde ich darauf an dieser Stelle nicht eingehen, denn ich plane noch einen separaten Beitrag zum Fest zu schreiben. Nur so viel schon vorab: Es war definitiv anders, als die Weihnachten, die ich von Zuhause kenne. Sowohl von der Dekoration, als auch vom Essen und ein paar anderen Traditionen. Aber für mehr Informationen müsst ihr euch noch ein wenig gedulden. Ebenso verhält es sich mit Silvester, denn auch hierzu wird es einen extra Beitrag geben. Nur  so viel vorab: Neujahr habe ich nicht auf der Farm verbracht, sondern mit zwei Freundinnen in Ålesund, einer kleinen aber sehr süßen Stadt in der  Møre og Romsdal Region.

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Anfang Januar sprach ich mit meiner Gastfamilie über mögliche Urlaubstage im neuen Jahr, womit der Planungsstress begann, der mich in den letzten Tagen um so manche Stunden Schlaf gebracht hat. Über Ostern kommt eine Freundin mit ihrem Freund und wir werden uns für ein paar Tage auf Kreuzfahrt (natürlich All Inclusive :-D) machen. Zwischen April und Mai kommt mein Brüderlein, was wir machen steht jedoch noch nicht fest und im Juli – ja. Da bin ich plötzlich schon fertig. Halbzeit in drei Wochen (Komisches Gefühl, das zu schreiben…) Aber: Ihr dürft euch definitiv auf viele schöne Bilder und die eine oder andere Anekdote freuen.

Der 16. Januar war für mich persönlich ein kleiner Feiertag, denn das erste Mal seit Monaten hat die Sonne ihren Weg über die Berge geschafft. Momentan merkt man von Tag zu Tag, dass es länger hell ist und das wiederum wirkt sich sehr positiv auf alles aus: die Stimmung, die Arbeitsmotivation, die Müdigkeit. Auch wenn ich es schon ein paar Mal erwähnt habe, mir kommt es vor, als könne man es gar nicht oft genug sagen: SONNE IST WICHTIG! Für mich persönlich ist es eine teilweise sehr grenzwertige Erfahrung gewesen wochenlang die Sonne nicht auf der Haut zu spüren und wenn überhaupt nur indirektes, kaltes Licht zu haben. Zwar wurde es durch den Schnee leichter, denn er fing das schwache Licht ein und gab es viel stärker wieder und ließ es länger hell erscheinen, doch nur in einem kalt-blauen Licht. Und doch graust es mir schon jetzt vor der Sommerzeit, in der die Sonne gar nicht untergeht, beziehungsweise zwar untergeht, es jedoch nie richtig dunkel wird. In dieser Zeit werde ich definitiv die Sterne vermissen, denn wenn es jetzt eine klare Nacht gibt und ich nicht einschlafen kann, schaue ich stundenlang in den Nachthimmel mit seinen tausenden und abertausenden von Sternen.

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Was gibt es ansonsten neues auf der Farm? Ein Huhn weniger und dafür einen Hahn mehr. Und viele kleine Babyziegen. Es ist zu herzerwärmend den kleinen Wesen beim Spielen und Herumtollen zuzusehen und ihr weiches weißes Fell zu berühren. Das denkt mein Gastkind auch, doch sie ist nicht allzu behutsam im Umgang mit den kleinen Wesen und wenn wir gemeinsam im Stall sind, bin ich immer hin und her gerissen zwischen der Angst, dass sie einem Zicklien weh tut und eine große Ziege sie umwirft 😀 Ansonsten wohnt gerade wieder einer der Männer hier, die vor Weihnachten beim Bau des Stalles geholfen haben und hilft nun bei den letzten Arbeiten. Manchmal kommt es dadurch zu recht lustigen Gesprächen, aber insgesamt sehe ich ihn eigentlich nur zum Lunch und Abendessen.

Mit der Sprache klappt es inzwischen auch immer besser. Wichtige Dinge werden nach wie vor auf Englisch besprochen, aber Nachrichten untereinander werden auf norwegisch geschrieben, kurze Telefonate werden auf norwegisch gehalten und auch sonst gebe ich mein bestes, mich nicht in meine sprachliche Komfortzone Englisch zu flüchten. Ich bemühe mich alles auf norwegisch zu googeln, lese norwegische Bücher, hab die komplette Reiseplanung für Ostern auf norwegisch gemacht. Gehe weiterhin einmal die Woche zur Sprachschule, arbeite die Hausaufgaben und Übungen, die ich in den restlichen Stundenwochen verpasst habe vor und nach und melde mich im Unterricht so oft wie möglich zu Wort. Eine richtige Vorzeigeschülerin. *Hust* Manchmal gehe ich zu der alten Dame, die in dem Haus am anderen Ende der Auffahrt lebt und unterhalte mich mit ihr für ein paar Stunden. Und das geht nur komplett auf norwegisch, da sie kein englisch spricht. Aber genau solche Gespräche helfen nun mal am meisten: Raus aus der Komfortzone und rein ins Unbekannte 😉 Ansonsten meinte meine Gastmutter neulich, dass sich mein Norwegisch nach dem Dialekt  von einem Ort etwa drei Stunden nördlich von Trondheim anhöre. Blöd nur, dass wir drei Stunden südlich von Trondheim leben 😀 Aber sie versicherte mir zwei weitere Dinge: 1. wäre es ziemlich schwer diesen Dialekt nachzumachen und 2. würde ich mich nicht deutsch anhören. Wenigstens etwas 😆

Am 11.1. musste ich für ein paar Behördenwege nach Kristiansund fahren und auch wenn mir meine Gastfamilie versicherte, Kristiansund sei keine so schöne Stadt, gefiel es mir eigentlich sehr gut. Auch die Fahrt nach Kristiansund an sich fand ich sehr beeindruckend. Rein Landschaftlich. Es war mal wieder eine Strecke, die wirklich Spaß zum Fahren machte: viele Kurven, wenig Verkehr, gute Straße. In Kristiansund an sich konnte ich jedoch nicht allzu viel machen, da ich mich erst kurz zuvor ziemlich ungünstig aufs Eis gelegt  hatte und das längere Laufen ziemlich weh tat.

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Eine kleine Anekdote zum Schluss – sie betrifft den wunderbaren Van, zu dem ich eine innige Hassliebe hege: Letzten Donnerstag entschied die Autobatterie mal wieder den Geist aufzugeben. Und weil mir nicht sofort jemand helfen  konnte und es keine Busverbindung nach Hause gibt, hab ich 5 Stunden in der Bücherei und 2 mit rumlaufen verbracht. Bei kuscheligen -12 Grad und Klamotten, die definitiv nicht dick genug waren. Als ich so in der Bücherei saß, die ersten beiden 50ct. Instantkaffees intus hatte und mit dem ersten Reiseführer fertig war, kam ein Mann aus der Sprachschule in die Bücherei, sah mich und fragte „Was macht du hier?“
„Ich lese im Reiseführer“
„Wolltest du heute nicht in die Stadt fahren?“
„Doch, aber das Auto springt nicht an.“
Er fängt an zu lachen „Schon wieder?“
„Ja…“
„Hast du wieder das Licht an gelassen?“
„Nein, dieses Mal nicht.“ 😀
Als schließlich endlich meine Gasteltern zur Rettung kamen, haben zunächst meine Gastmutter und ich den Bus den Berg runter geschoben, während mein Gastvater den Motor von Innen startete. Danach kam er mit dem Wagen wieder den Berg hoch gefahren und stellte sich genau vor drei andere Autos, meine Gastmutter rief mir zu, sie warte noch auf den Sohn fahre später mit dem anderen Auto heim und lief in den Supermarkt. Mein Gastvater sprang aus dem Wagen, ließ die Türe offen und rannte ihr hinterher. Ich war komplett verwirrt und wusste nicht, ob er mit ihr wartet (was eigentlich keinen Sinn gemacht hätte) und stand wie bestellt und nicht abgeholt neben dem Wagen und beobachte, wie er durch den Laden tigerte. Da kam ein Mann aus dem Supermarkt und gab mir zu verstehen, dass der Bus sein Auto zustellt. Ich stieg also ein, um es umzuparken. Durch das Fenster sah ich, wie mein Gastvter an der Kasse panisch wurde und raus gehetzt kam und auf dem Eis – mit Coffee to go in der einen und nem packen Bier in der anderen Hand – beinahe ausrutschte. Er lief zur Fahrertür, öffnete sie und sagte „Ich fahre“ (Beziehungsweise „Jeg kjører“) und ich fragte ihn, nachdem wir schon eine Weile gefahren sind, ob ich seine Kaffeetasse halten darf, um meine Finger zu enttauen  Seine erste Amtshandlung zuhause war, die Autobatterie an den Strom zu hängen wieder voll aufzuladen.

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Weihnachtsbaum nach dem Abschmücken. Ich hab noch tagelang Nadeln aus meinen Haaren gefischt.

 Wie gehabt – alle Bilder in der Übersicht

[Alltag, Bilder] Monatsupdate #3 – Von Chaos, Frustration und noch mehr Chaos

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[Alltag, Bilder] Monatsupdate #3 – Von Chaos, Frustration und noch mehr Chaos

Inzwischen ist mein dreimonatiges schon fast einen Monat her, aber die letzten 5 Wochen waren einfach so chaotisch verrückt und anstrengend, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin. Für diesen Monat werde ich den Bericht nicht in einzelne Themenbereiche einteilen, sondern chronologisch schreiben. Alles andere würde zu sehr verwirren. Ich hoffe, dass ich selber nichts verdrehe, da es wirklich ziemlich viel war und ich teilweise selber gar nicht mehr genau weiß, was alles passiert ist. Deswegen liegt mein Handy mit WhatsApp neben mir – denn ein paar Dinge sind auch so schon mal von mir nach außen getragen worden 😆

Kleine Vorbemerkung: Ein Wochenblock geht von Samstag – Freitag

Woche 1 Monat 3 (18.-24.11.)
Am Sonntag fuhr ich zu einer Julemesse in die Kommune. Wirklich etwas gekauft habe ich nicht, was aber auch einfach daran lag, dass es für meinen Geschmack viel zu überfüllt gewesen ist. Anschließend bin ich noch gut zwei Stunden spazieren gegangen – durch dickste Schneeflocken, die dick und schwer vom Himmel fielen. Irgendwann landete ich im Nirgendwo – direkt an einer Steilklippe und laut Google Maps fast einen Kilometer vom nächsten Weg entfernt. Upsi 😀 Das Gute war: ich konnte einfach meinen Fußspuren zurück folgen 😆

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Sonntags ist außerdem die Mutter meiner Gastmutter gekommen. Das hat für mich erstmal extrem, extrem, extrem viel Stress und auch Frustration bedeutet. Es gab scheinbar ein Missverständnis zwischen meinen Gasteltern und mir darüber, wie die Zeit ablaufen sollte. Gesagt wurde mir, dass sie kommt, um beim Bau des Stalls zu helfen. Daraus habe ich geschlossen, dass sie die meiste Zeit mit meinen Gasteltern draußen verbringen wird, vielleicht ein paar Wege erledigt und mich ihre Anwesenheit während meiner Arbeitszeit ansonsten nicht weiter beeinflusst. Tja, weit gefehlt. Es hat sich herausgestellt, dass sie hauptsächlich kommt, um nach den Kindern zu sehen und das Haus „weihnachtsfein“ zu machen. Dadurch war sie gerade in der ersten Woche eigentlich ständig daheim und hat jede bereits entstandene Routine zerstört. Meine Arbeitszeiten wurden ständig umgeworfen, teilweise sollte ich Aufgaben machen, die nicht in meinen Aufgabenbereich fielen und es war insgesamt einfach nur übermäßig stressig für mich. Es gab einige Diskussionen und kleinere Konflikte und ich stand dauerhaft unter Strom. Das wiederum hat sich natürlich total auf meine Stimmung und Motivation ausgewirkt.

Am Donnerstag kamen drei Männer (2x aus Litauen, 1x aus der Ukraine), die meinen Gasteltern beim Bau des Stalles halfen. Das wiederum hat zumindest meine Stimmung an den Abenden ein wenig aufgeheitert, weil ein wenig frische Luft in die für mich unschöne Stimmung kam. Außerdem war es am Tisch immer sehr witzig den Unterhaltungen zu folgen, es wurden nämlich sage und schreibe bis zu 5 Sprachen mehr oder weniger parallel zueinander gesprochen:

  • Englisch zwischen allen
  • Norwegisch zwischen meiner Gastfamillie, mir und einem der Männer aus Litauen (wobei davon Dialekt in meiner Gastfamilie gesprochen wurde und bokmål mit mir und dem einen Mann aus Litauen)
  • Russisch zwischen den Männern aus Litauen und dem Ukrainer
  • Litauisch zwischen den beiden Männern aus Litauen
  • Deutsch zwischen mir und dem einen Mann aus Litauen

Und da soll man bitte schön nicht den Überblick verlieren mit wem man wie sprechen soll. Manchmal sprach mich der eine Litauer auf deutsch an und ich antwortete auf norwegisch, manchmal versuchte ich deutsch mit meiner Gastfamilie zu reden, manchmal wurde ich auf russisch angesprochen, oft wurde einfach norwegisch mit allen geredet, egal ob derjenige die Sprache kennt oder nicht. Es war definitiv chaotisch und lustig 😀

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Traditionell norwegisches Essen: Rømmegrøt – Sauresahnebrei

Woche 2 Monat 3 (25.11.-1.12.)
Auch in dieser Woche war die Großmutter noch da, ebenso wie die drei Männer. Der Drang der Oma aufs Erbrechen Zeit mit der Kleinen zu verbringen schien jedoch langsam nachzulassen und ich konnte wieder einigermaßen arbeiten. Es blieb nach wie vor nervig und stressig, aber nicht mehr ganz so extrem. Während die Männer bis Samstagabend blieben, fuhr die Großmutter bereits am Morgen.

Dieser Tag war aber insgesamt verrückt: frühs bin ich schon um 7 aufgestanden (die Tage zuvor habe ich erst mittags angefangen zu arbeiten und konnte dadurch immer ausschlafen) und die Oma schaute mich ziemlich geschockt an und fragte, ob ich krank sei. Aber ich hatte nur Sprachschule. Jedoch musste ich schon zwei Stunden früher los als gewöhnlich , denn ich bin mal wieder in einen neuen Kurs gekommen. Dort war eine Frau war total fasziniert von meinen Haaren. Sie hat also eine Sträne angefasst, ohne zuvor gefragt zu haben und weil ich eher schreckhaft bei unerwarteten Berührungen bin, hab ich halblaut aufgeschrien und alle haben mich etwas schief angestarrt. Ich wurde etwa so rot wie eine Tomate und sie hat einfach nur gelacht. Außerdem hab ich es geschafft, die Batterie vom Auto leer zu bekommen, da ich das Licht nicht ausgeschaltet habe. Ich rief also meine Gastmutter an und zwei Stunden später kamen sie und einer der Ukrainer zum Helfen. Ich wiederum fand mich plötzlich in einer Gruppe Flüchtlinge wieder, die wissen wollten, warum ich nicht im (alten) Kurs war und mich leicht wegen des Autos ausgelacht haben. Auf dem Weg zurück war dann die Straße abgesperrt und plötzlich gab es einen Knall und Steinbrocken flogen durch die Luft. Sprengungsarbeiten. Ich musste also noch knapp zwanzig Minuten warten, bis alles wieder freigegeben war. 😆

Ansonsten war diese Woche ziemlich ähnlich wie die vorherige: viel Stress, da es nicht im Entferntesten den Hauch einer Routine gab und relativ viel Frustration meinerseits. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Anwesenheit der Oma auch ein gutes hatte: Sie ist eine eher strenge Persönlichkeit und hat meine Fehler beim Sprechen gnadenlos korrigiert, wodurch ich mich in den paar Tagen gefühlt ziemlich verbessert habe.

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Woche 3 Monat 3 (2.-8.12.)
Die ersten Tage dieser Woche (also bis einschließlich zum 6.12.) waren endlich mal wieder ganz normal und weniger stressig für mich. Am 7.12. fuhren meine Gastmutter, die Kleine und ich früh morgens nach Trondheim, da meine Gasteltern auf dem Weihnachtsmarkt verkauften. Im Klartext bedeutete das für mich: jeden Tag für 13 Tage von 10-8 durcharbeiten. Ganz toll. Und so entspannend nach diesen stressigen zwei vorherigen Wochen! Nein, die Tatsache, dass ich so lange Tage arbeiten sollte, wusste ich bereits länger und es war von daher okay, es gab trotzdem (mal wieder) ein Missverständnis, das mich im ersten Moment ziemlich frustrierte. Was mir nämlich am Anfang anders gesagt wurde war, dass ich zwischendurch zumindest einen Tag am Wochenende frei bekommen würde, aber das stellte sich wie gesagt mal wieder als Missverständnis heraus. Trotzdem war es im Endeffekt für mich okay so viel zu arbeiten und ich freute mich insgeheim auch ein wenig auf den Szenenwechsel.

Die ersten beiden Tage verliefen relativ gut, anstrengend, aber soweit okay. Das erste Mal seit zwei Wochen schien mir die Sonne ins Gesicht und das Wetter war eigentlich ziemlich schön. Am Donnerstag war ich noch mit meiner Gastmutter und der Kleinen einkaufen, und durch die größeren Supermärkte gab es auch einige speziellere Sachen für mich (okay, hauptsächlich meine ich damit Tofu 😆 ) Außerdem habe ich am Samstag noch drei kleine Christstollen gebacken, die seither durchziehen dürfen.

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Hello Sun, my dear old friend ☺

Woche 4 Monat 3 (9.12.-16.12.)
Übers Wochenende kamen die beiden Großen, wobei ich sie nicht wirklich viel gesehen habe, da sie die Tage mit ihrem Vater verbrachten und eigentlich nur abends und morgens ein paar Stunden da waren. Am Sonntag begann der Weihnachtsmarkt erst am frühen Nachmittag, wodurch ich den Morgen zum durch die Gegend laufen und Bilder machen nutzte. Eigentlich ging ich nur zur Kristiansten Festning in Trondheim und genoss hier den Sonnenaufgang – um kurz nach 11 😀

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Am Montag stand plötzlich wieder die Großmutter vor der Tür, um meiner Gastmutter auf dem Weihnachtsmarkt zu helfen. Ehrlich gesagt war ich davon aus zwei Gründen ziemlich genervt: 1. wusste ich davon nichts und war einfach komplett überrumpelt, als sie plötzlich in der Tür stand und 2. musste ich mich dauerhaft von dem Gedanken an ein ordentliches Bett verabschieden und auf einer dünnen Matzratze schlafen. Mein Rücken ist not amused.

Die Arbeitstage waren ansonsten ziemlich auslaugend und anstrengend. Wenn immer möglich packte ich die Kleine in den Kinderwagen und ging ein wenig mit ihr spazieren, was jedoch an zwei Tagen aufrund der Kälte erst gar nicht möglich war und an einem Tag bereits an der Eisschicht der Einfahrt scheiterte. Oh, und eines morgens war plötzlich die Glasfassung meiner Brille gebrochen. Jetzt ist sie mit Sekundenkleber geflickt 😆

An einem Abend traf ich mich nach der Arbeit mit einer Freundin in der Stadt und lief ein wenig mit ihr umher, ansonsten klappte es in dieser Woche gar nicht mich mit anderen Mädels zu treffen.

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Blick von der Gamle Bybru (alte Stadtbrücke) bei Nacht

Woche 5 Monat 3 und die ersten Tage von Monat 4 (17.-20.12.)
Samstag verbrachte ich fast den ganzen Nachmittag mit der Kleinen in der Stadt. Es war fürchterlich überfüllt und durch den ganzen Neuschnee war es ziiieemlich anstrengend, den Kinderwagen zu schieben. Aber wir hatten eine ziemlich schöne Zeit. Sie fand es toll die ganzen Leute zu beobachten und schmetterte ziemlich vielen ein glückliches „Hei!“ entgegen. Nach knapp über vier Stunden reichte es ihr jedoch auch komplett und sie wurde total quengelig. Mir sollte das Recht sein, denn ich hatte alle meine Besorgungen beendet und war eigentlich auch bereit zum nach Hause gehen. Jedoch war ich naiv genug laufen zu wollen und sagen wir es mal so: der Weg nach Hause war lang und steil und vereist. Sie hat ihr schnaufendes und fluchendes AuPair mit „Huuuuiiiii“, „Aiaiaiaiaiiiiii“ und „Brrrrrrrrm“ Rufen angefeuert.

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Sonntagfrüh begann ich wieder etwas später zu arbeiten und traf mich mit zwei Freundinnen aus Trondheim und einem anderen Au Pair, das auf der Durchreise war, in der Stadt. Es war recht schön und tat sooo unfassbar gut mit den anderen Zeit zu verbringen.

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So langsam merkte ich ziemlich deutlich, dass mir die Zeit für mich selber ziemlich fehlte und auch mein Reizbarkeitslevel deutlich gesunken war. Am letzten Tag in Trondheim wurde ich abends mit einer ordentlichen Migräne belohnt, wodurch wir entschieden, dass ich am nächsten Tag, also dem 20.12., nachkommen sollte. Mir persönlich passte das eigentlich recht gut, da ich mich so noch kurz und ein letztes Mal mit einer Freundin in der Stadt treffen konnte, bevor es zurück auf die Farm ging.


Ich muss insgesamt zu dem dritten Monat sagen, dass er extrem anstrengend und auslaugend für mich war. Es kam zu einigen Konflikten zwischen mir und meiner Gastfamilie, die in den nächsten Tagen noch besprochen werden müssen und aktuell bin ich mir nicht ganz sicher, wie es hier weiter geht. Ich fühle mich grundsätzlich schon noch wohl in der Gastfamilie und bereue es auch nicht bei ihnen zu sein, aber es gab beidseitig einige Missverständnisse und Probleme, weshalb ich gerade etwas unsicher bin, wie es weiter gehen wird.

Ich wünsche allen Menschen da draußen die es durchgehalten haben bis hierher zu lesen ein wundervolles und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! God Jul og et godt nytt år ♥

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