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Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

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Sommerreise #4 – Stranda Teil 1

Die Nacht auf den Sonntag war mal wieder viel zu kurz 😂 Wir machten ein gemütliches Sonntagsfrühstück, bevor wir unsere siebentausend Sachen wieder ins Auto packten und los fuhren.

Susanne hat irgendwann vor dem Urlaubsantritt festgelegt, dass sie in jeden Fjord geht, an dem wir vorbei kommen. Wobei sie inzwischen schon zu „wo wir stoppen“ differenziert hat 😀 . Während sie und Papa also ihre Füße ins kühle Nass tauchten, entdeckte ich eine Wiese voller Walderdbeeren und wir machten ein kleines zweites Frühstück am Wasser.

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Die Landschaft sauste traumhaft schön an uns vorbei – zu schön, um alles so schnell begreifen und aufsaugen zu können. Vor einem Tunnel wurden wir böse herein gelegt. Es stand ein Schild, welches auf einen schmale und holprige Straße nach rechts verwies und einen Aussichtspunkt versprach. Wir fuhren also leichtgläubig in die Straße ein und landeten vor ein paar Steinen, die die Weiterfahrt blockierten. Uns blieb also nichts anderes übrig, als rückwärts wieder raus zu fahren, denn wenden war am Ende echt nicht drin. Links von uns massiver Fels, rechts kam nach wenigen Zentimetern Weglücke der Abhang – aber mit tollem Blick 😂 Papa schwitzte Blut und Wasser, manövrierte uns aber sicher wieder zurück auf die Straße.

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In Holm hielten wir kurz an der kleinen Holzkirche, besorgten an der nächsten Tanke etwas zu Essen und dann ging es wieder in die Berge. Ziel: Trollstigen. Die berühmte Straße mit 12% Steigung besteht aus insgesamt 11 haarnadelscharfen Kehrwenden und ist ein beliebtes Touristenziel.

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Letzteres bekamen wir auch sehr deutlich zu spüren: gerade als wir hoch fahren wollten, war es gerammelt voll. Wir mussten des Öfteren anhalten und kurz warten, bevor es endlich weiter ging, wodurch Papa seine Anfahrkünste am Berg bestens beweisen konnte 😂 Es ging wirklich nur schleppend hoch – was jedoch auch genügend Zeit zum Wasserfälle und Schluchtbewundern ließ.

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Oben angekommen war erstmal ein allgemeiner Klogang angesagt, ich kaufte mir die provisorische Postkarte und dann ging es zu den Aussichtspunkten. Allerdings war es wie auf der Straße auch hier unglaublich voll und wir entschieden, erstmal ein wenig auf den Felsen herum zu klettern. Denn hier war so gut wie keine Menschenseele unterwegs, was uns wiederum die Möglichkeit zu vielen mehr oder weniger geglückten Fotoversuchen gab. 😀

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Als wir zurück auf den angelegten Pfad kamen, waren dort deutlich weniger Menschen und auf auch der Straße war viel weniger Verkehr. Wir gingen also noch zur letzten Aussichtsplattform, dann liefen wir zurück zum Auto und fuhren weiter.

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Im Niemandsland zwischen den Kommunen Raumdal und Norddal hielten wir erneut kurz zum Bildermachen an, bevor wir die Berge durch die dauerschöne Landschaft herunter fuhren. In Gudbrandsjuvet machten wir eine Pause bei den Wasserfällen, spielten ein wenig mit den Kameras umher und tranken Tee und Kaffee in dem schrecklich modernen Café dort.

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Das letzte Stück zu unserer Unterkunft führte uns an verlockend vollen Erdbeerfeldern vorbei, bei denen wir nicht anders konnten, als eine kleine Kiste zu kaufen. Schließlich und schlussendlich kamen wir bei unserer Unterkunft an, wurden unglaublich freundlich begrüßt, aßen zu Abend und versuchten irgendwie einen Plan für die nächsten Tage zu erstellen.

Montag wurde ausgeschlafen. Zumindest bis um 9 der Wecker klingelte. Nach dem Frühstück bedurfte es etwas Anlaufzeit, doch dann packten wir die Rucksäcke und bestiegen das Auto. Wir nahmen die Fähre von Stranda nach Liabygda und von Valldal nach Eidsdal. Danach lag nur noch eine gute dreiviertel Stunde zwischen uns und dem Geirangerfjord.

Doch natürlich brauchten wir länger 😂 Beim Aussichtspunkt Kosmyra machten wir einen kurzen Klostopp und genossen die Aussicht auf den Fjord, dann ging es weiter zur Adlerkehre und dem umgeleiteten Wasserfall. Und natürlich hatten wir wie auch am Tag zuvor genau den Zeitpunkt abgepasst, als sämtliche Busse und Autos ebenfalls den Aussichtspunkt ansteuerten.

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Wir waren umgeben von vielen, vielen deutschen Rentnern, die mehr oder weniger zufrieden die ganze Szene kommentieren und einer „Mein Schiff“ Fotografin, die einlud, Bilder zu machen. Aber nur von den Fahrgästen versteht sich. Papa, Susanne und ich stiegen einen kleinen Geröllpfad hinauf und standen plötzlich ein paar Meter höher komplett alleine auf den Felsen und konnten nochmal in Ruhe die Aussicht genießen. 🙂

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Wir fuhren die neun Spitzkehren herunter bis nach Geiranger, parkten das Auto etwas außerhalb und gingen das Stück bis zur Turi-Info, fragten dieses und jenes für die nächsten Tage. Anschließend fuhren wir einen schmalen Pfad in schleppendem Tempo hoch. Wir hingen hinter einer Ausflugsgruppe, die wie eine Schafsherde den ganzen Weg versperrte und nicht mal im Traum daran dachte Platz zu machen und lieber entrüstet glotzte. Am Restaurant Vesterås Gard aßen wir ziemlich lecker und liefen zunächst zum Vesteråsfjell. Vom Aussichtspunkt aus hat man eine wunderbare Aussicht über das Örtchen und den Fjord!

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Zurück ging es durch die dösenden Ziegen bis zur Hütte und noch weiter rauf zum Storsæterfoss. Wir entschieden, die mittelschwere Strecke, anstelle der leichten zu laufen, worüber ich eigentlich ziemlich froh war – denn der andere Weg führte über eine steinerne Treppe, mit komplett verschieden hohe Stufen.

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Die Sonne brannte unheimlich stark vom Himmel und es machte nicht wirklich viel Spaß hoch zu laufen, da es so gut wie keinen Schatten auf dem Weg gab. Doch oben wurden wir nicht nur von der Aussicht und dem Wasserfall selber belohnt, sondern auch von unglaublich vielen und unglaublich süßen Heidelbeeren.

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Allerdings gingen wir erstmal zur kleinen Plattform, machten kurz Pause (und natürlich Bilder) und zogen danach weiter zum und hinter den Wasserfall. Das coole am Storsæterfoss ist nämlich, dass man direkt hinter den Wasserfall kommt. Und das ist bei der Hitze eine unglaublich willkommene Abkühlung, wenn die Sonne so fürchterlich heiß brennt.

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Auf dem Weg zurück landeten wir irgendwie im Heidelbeerfeld. Papa fragte, ob wir denn langsam weiter wollten, was Susanne sehr bestimmt verneinte. 😂 Irgendwann meinte ich „Eigentlich sollten wir zurück… Aber ich hab noch keine Lust!“ Und von Papa kam ein zustimmendes „Hmmm, so langsam…“, während er noch tiefer ins Gestrüpp kletterte. 😂

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Irgendwann rissen wir uns los und – was soll ich sagen – der Abstieg war nicht viel besser als der Aufstieg. Am Restaurant gab’s aber erstmal eine Runde Eis mit traumhaftem Ausblick und die Strapazen von zuvor waren so gut wie vergessen. 🙂

Wir fuhren anschließend ziemlich direkt zurück, verpassten jedoch genau die eine Fähre und mussten dadurch fast eine ganze Stunde auf die nächste warten, wodurch es wieder ziemlich spät wurde.

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Sommerreise #3 – Innerdalen

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Sommerreise #3 – Innerdalen

Nachdem also irgendwie unser ganzes Gepäck sicher im Auto verstaut lag, ging die wilde Fahrt los. Auf meine Empfehlung hin fuhren wir über die E6 und anschließend die 70 weiter, da wir so durch eine traumhaft schöne Berglandschaft und „das Tal der Wasserfälle“ Sunndal fuhren.

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Abgesehen von ein paar Klo-Stops und einem Opi, der am helligten Tag mit Fernlicht fuhr, passierte eigentlich nichts wirklich aufregendes. Unser Weg führte uns auch am Vinnu vorbei, welches der höchste Wasserfall Norwegens und Europas uns der sechsthöchste weltweit ist. Zumindest laut Prof. Dr. Google.

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Schließlich bogen wir in die schmale Straße nach Innerdalen ein. Auch das ist ein totaler Geheimtipp. Wir ergatterten einen freien Parkplatz zwischen all den Wagen mit norwegischen Kennzeichen und packten unseren Proviantrucksack, bevor wir uns „in das schönste Tal Norwegens“ machten. Zunächst erwartete uns jedoch ein 4km Marsch, der irgendwie in beiden Richtungen gefühlt nur bergauf ging. 😂

Es war den ganzen Tag leicht bewölkt gewesen, doch während wir uns so am Berg empor ackerten, klarte sich der Himmel fast vollständig auf. Fast den ganzen Weg entlang wachsen mal mehr, mal weniger wilde Heidelbeeren (was wir natürlich ausnutzen mussten) und wir vermuten auch, wilde Preiselbeeren entdeckt zu haben.

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Schließlich kam der Innerdalstårnet in Sicht, ein markanter und kegelförmiger Berg, vor dem ein See und mehrere Holzhütten liegen. Dazwischen grasen Kühe und Schafe, Vögel zwitschern und es duftet verlockend nach Waffeln. Denn dafür ist die Hytte bekannt: für ihre unglaublich leckeren Waffeln mit selbst gemachter Rømme (Saure Sahne) und Marmelade. Natürlich teilten wir uns so einen Teller und dazu noch eine Kanelsnur (Zimtknoten) – ebenfalls super lecker ❤

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Wir wanderten den Weg noch ein Stückchen weiter, bis wir zu einem anderen See kamen, in den Papa und ich bis zu den Knien wateten. Frisch abgekühlt und getrocknet zogen wir noch ein Stückchen weiter und kamen über einen schiefen Trampelpfad hin zur „Dusj“, einer Dusche aus herab tropfendem Wasser. Selbstverständlich mussten wir alle drei dort Bilder machen 😂

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Der Weg zurück führte irgendwie gefühlt – wie bereits geschrieben – auch die ganze Zeit nur bergauf, doch endlich kamen wir am Auto an. Wir gingen noch schnell in Sunndalsøra einkaufen und essen, dann fuhren wir weiter bis nach Gjemnes, wo wir die nächste Nacht schliefen.

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Auf der Fahrt konnten wir die wunderschöne Berg- und Fjordlandschaft der Nordmøreregion in vollen Zügen genießen. Kaum ein anderes Auto, erst recht keine Massen von Touristen weit und breit. So liebe ich Norwegen!

Wir hatten leider ein paar Probleme das Airbnb zu finden, doch nachdem wir im Haus waren, die Fahrstrecke für den nächsten Tag besprochen hatten und uns noch ein wenig Wein und Schokolade einverleibt hatten, gingen wir recht bald ins Bett.

[Gedanken] Ein kleiner Ausflug in mein Zuhause

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[Gedanken] Ein kleiner Ausflug in mein Zuhause

Du reihst dich mit dem Auto in eine kleine Warteschlange ein. Links unter dir glitzert das dunkelblaue Meer, ein erfrischender Wind weht und ein paar Möwen ziehen lachend ihre Kreise. Die Anzeigentafel gibt an, dass die nächste Fähre in 12 Minuten geht. Hier und dort stehen ein paar Menschen neben ihren Autos und drehen ihr Gesicht der Sonne entgegen, du kurbelst das Fenster herunter, schließt die Augen und genießt das warme Gefühl auf der Haut.

Die Fähre legt an und ein paar Autos fahren dir entgegen. Langsam kommt auch deine Reihe ins Rollen und ein Mann winkt dich zu der Mittelbahn. Du schaltest den Motor ab, zahlst für den Transfer und wartest.

Auf der anderen Seite fährt eine geschlossene Karawane durch den Ort: die Hauptstraße führt nur in eine Richtung. Sie führt auf eine kleine Anhöhung, jetzt glänzt das Meer auf deiner rechten Seite, dunkelblau und voll wie zuvor. Dein Blick gleitet etwas weiter in die Ferne, hier reihen sich mehrere Berge neben und hintereinander. Ein sanftes Lächeln liegt auf deinem Gesicht und ein warmes Gefühl durchströmt deinen Körper, ihre Form würdest du inzwischen überall heraus ernennen.

An der Kreuzung fährt etwa eine Hälfte der Fahrer weiter gerade aus, doch du folgst mit der anderen Hälfte der rechten Straße. Links von dir türmt sich hoher Fels auf, der teils von gefrorenen Wasserläufen bedeckt wird und rechts stehen vereinzelt Bäume, darunter liegt das Meer. Die Straße ist von Schlaglöchern und Unterspülungen gezeichnet und du bist froh, in einem recht hoch gelegten Minivan zu sitzen. Obwohl du nicht allzu schnell fährst, federst und wippst du stark in deinem Sitz.

Eine schier nie endende Aneinanderreihung scharfer und schwacher Kurven begleitet dich auf der Fahrt. Hier und dort stehen auf beiden Seiten vereinzelte Häuser und Höfe. Ein Fischer sitzt auf den Steinen und versucht sein Glück, während auf dem Meer bereits das erste kleine Boot schippert.

Eine Kurve noch, dann öffnet sich die Sicht: Du siehst ein paar Wiesen und Felder, auf der rechten Seite schaust du auf mehrere Gebäude herab. Ein sanftes Kribbeln durchläuft deinen Körper, du bist fast Zuhause angekommen. Die Straße führt links herum, du drückst den Blinker herunter und lässt dich ein wenig ausrollen. Hinter dem Briefkastenhäuschen drehst du das Lenkrad nach rechts. Jetzt siehst du links das Meer und die Berge im Hintergrund. An ihrem Fuß liegt eine winzige Ortschaft.

Aus den Bäumen fliegen ein paar Spatzen und Krähen empor, als das Auto den Weg herunter tuckelt. Du kommst an einem kleinen Wohnhaus vorbei, dahinter folgt das rote Stallgebäude. Ihm gegenüber, auf deiner rechten Seite steht ein kleines Gewächshaus und ein paar Beete, in denen die inzwischen bräunlichen Gerippe der Pflanzen aus dem Vorjahr stehen, dahinter folgt ein Geräteschuppen, vor dem ein roter Traktor steht. Er hat noch die Schneeketten an seinen Reifen.

Vier weiße und ein schwarzes Huhn scharen im Kies und flattern aufgeregt davon, als der Wagen auf die Wiese fährt. Vor einer wettergezeichnteten Holzbank kommt er zum stehen. Du fühlst noch kurz dem schwachen Vibrieren nach, das von dem knatternden Motor ausgeht, bevor du den Schlüssel umdrehst. Du machst dir nicht die Mühe ihn abzuziehen und auf das Amaturenbrett zu legen, sonst würde er wieder vom nächsten Fahrer gesucht werden.

Mit einem schwungvollen Hops springst du aus dem Auto und dehnst kurz deinen Rücken durch. Die Hühner kommen inzwischen zurück auf die Wiese und beginnen erneut zu scharen.

Dein Blick gleitet zum Wohnhaus. Die weiße Farbe weist an vielen Stellen einen gräulichen Schimmer auf oder bröckelt vom Holz. Unter der Dachrinne liegen mehrere Vogelnester, um die ein eifriges Treiben herrscht. Du beobachtest kurz das Spektalel, dann richtest du deine Aufmerksamkeit ein kleines Stück weiter in die Ferne. Nun siehst du das gelbe Nachbarhaus, dahinter liegt das Meer.

Du drehst du deinen Kopf noch etwas weiter nach links, wo das kleine alte Lebensmittelhäuschen auf seinen Pfählen liegt. Es wird nicht mehr genutzt und zwei der kleinen Fensterscheiben sind zerbrochen. Dahinter liegt der Stall des Nachbarn, vor dem gerade ein Milchlaster befüllt wird.

Du gehst zum Wohnhaus und drückst die Tür auf, die sich knarrend öffnet. Bereits im Flur steigt dir ein markanter Duft aus der Küche in die Nase. Du streifst die Schühe ab und versuchst leise die Küchentür zu öffnen. Doch sie gibt das gewohnt laute Knallen von sich, sobald der Falle aus der Halterung gleitet, gefolgt von dem Quietschen der Angeln, sobald sie aufschwingt.

Du betrittst die große Essküche. Auf dem Herd steht ein riesiger dampfender Topf, der wohl der Grund für den starken Geruch beinhaltet. Du hebst den Deckel an und blickst auf ein paar Schafsknochen, die in ihrer eigenen Brühe vor sich hin köcheln. Die Sonne scheint durch die Fenster gegenüber von der Tür und fällt auf die vielen jungen Pflänzchen, die erst bei milderen Temperaturen in den Garten dürfen. Das Holz der Küchenschränke hat im Licht fast schon einen goldenen Schimmer.

Es herrscht ein wohnliches Chaos aus Handschuhen, Spielsachen und Topflappen, das feinsäuberlich von der Jüngsten kreiert worden ist. Aus dem großen Wohnzimmer ertönt der Fernsehr, im Kleinen telefoniert deine Gastmutter. Du gehst auf das Waschbecken zu, hinter dem sich die grüne Fliesentapete im Stil der 80er bereits stellenweise von der Wand löst und greifst nach dem Resteeimer. Mit einem Handzeichen gibst du deiner Gastmutter zu verstehen, den Eimer zu den Hühnern zu bringen.

Du verlässt das Haus erst durch eine quietschende, dann durch eine knarrende Tür und läufst den Weg hinauf zum Stall. Die Hühner folgen dir aufgeregt, sobald sie den Eimer in deiner Hand erkannt haben. Vor der Stalltür stellst du ihn ab und drehst dann den schweren Eisenschlüssel im Schloss, um die Tür zu öffnen. Staubkörner tanzen im einfallenden Licht der Sonne und ein heimeliger Duft nach Heu steigt in deine Nase.

Du schließt die Holztür hinter dir, der Riegel schnappt mit einem lauten Klacken zu. Du gehst die paar Schritte zur gegenüberliegenden Tür. Wenn du sie öffnen würdest, würdest du den Geruch frischer Farbe wahrnehmen und auf einige Farbtöpfe stoßen. Rechts von dir ertönt ein hungriges Muhen, links hörst du Hufgetrappel und viele piepsende Stimmchen.

Du beschließt, zuerst den Kälbern einen kurzen Besuch abzustatten. 5 schwarze und ein brauner felliger Kopf schauen kurz zwischen den Holzlatten hindurch, bevor sich ihre Besitzer umdrehen. Du beobachtest kurz, wie die Kälber sich misstrauisch an die gegenüberliegende Wand drängen, bevor sie langsam zurück in Richtung Gang kommen. Ein oder zwei Tiere muhen dir neugierig zu.

Nach einer Weile drehst du dich um und folgst dem Gang zum gegenüberliegenden Ende. Unterwegs füllst du einen kleinen Eimer mit Hühnerfuttergranulat. Das aufgeregte Piepsen wird beim Rascheln des Futtersackes lauter. Du entriegelst die Gittertür und betrittst den Küken- und Junghühnerstall. Noch bevor du die Tür geschlossen hast, sitzen die ersten Tiere im Eimer. Du befüllst alle Futterspender und Schälchen und schaust ein wenig dem wuseligen Kampf ums Futter zu. Sobald alles satt ist, nimmst du ein Küken in die Hand und fährst mit vorsichtigen Bewegungen über die weichen, gelben Federn, während der kleine Schnabel an der Handfläche knabbert.

Von der Tür neben dem Hühnergehege ertönt ein kräftiges Hämmern. Du setzt den kleinen Piepmatz in die Kükenkiste und trittst wieder in den Gang. Hinter der Holztüre zu deiner Rechten ertönt ein Mähen. Du schiebst den Riegel hoch und öffnest die Tür einen Spalt weit. Ein paar Ziegenköpfe drehen sich zu dir und ihre Nüstern versuchen heraus zu finden, ob du ihnen etwas essbares bringst. Sobald du zwischen den beiden Zäunen stehst, beginnen hungrige Nasen an dein Hosenbein zu stupsen und hungrige Mäuler an deinen Schnürsenkeln zu knabbern. Du gehst in die Hocke und streichst über weiche Nasen, darauf bedacht nicht gebissen zu werden. Irgendwann richtest du dich langsam auf, gehst zurück in den Gang, vorbei an dem leiser gewordenen Piepsen der Küken, rechts hin zur Tür.

Du schaust nochmal kurz in das andere Hühnergehege, sammelst drei Eier ein. Sie liegen groß und zerbrechlich in deiner Hand. Auf einem hat die schwarze Henne gesessen, es fühlt sich noch ganz warm an. Kurz überlegst du, die Eier direkt ins Haus zu bringen, doch dann legst du sie in die kleine Schale draußen im Gang.

Als du die Stalltür öffnest, scheint dir die warme Sonne direkt ins Gesicht. Du lauscht kurz – der Bach rauscht, ein paar Vögel zwitschern, auf der Straße fährt ein Laster vorbei. Du folgst dem Geräusch die Ausfahrt hinauf und überquerst die Straße. Nun gelangst du auf einen kleinen Pfad, der vom Regen ganz aufgeweicht und von den Traktorrädern komplett zerwühlt ist.

Du folgst dem Pfad den Hügel hinauf und auf den Waldrand zu. Dabei achtest du darauf, möglichst wenig in Schlammlöcher zu treten. Der Boden unter deinen Füßen macht schmatzende Geräusche. Hier oben weht ein etwas stärkerer Wind. Er bläst über dein Gesicht und bringt deine Haare sanft zum tanzen.

An einer schmalen Stelle springst du über den Bachlauf und stehst im Wald. Hinter dir liegt die Wiese, darunter dein Zuhaus und das tiefblaue Meer. Der Wind rauscht in den Bäumen, irgendwo klopft ein Specht. Du hockst dich über den Boden, beobachtest Käfer, die über Baumstämme und Moos krabbeln, entdeckst ein feines Spinnennetz, das sanft im Takt der Bäume mitwippt. Die ganze Welt da draußen scheint still zu stehen. Du schließt die Augen und atmest tief die klare Luft ein.


Die Idee für diesen Post habe ich bei Icelandexploration gefunden, einem Blog über das AuPair Leben auf einer Farm in Island, auf dem ich sehr gerne mitlese. Vorbeischauen lohnt sich definitiv mal 🙂

[Bilder, Reisen] Osterurlaub #4 Trondheim 31.3.-2.4.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #4 Trondheim 31.3.-2.4.

Wir verließen also am Samstag nach dem Frühstück das Boot und machten uns auf den Weg zum Airbnb. Aufgrund unseres Sparkurses und weil es eh keine allzu gute Verbindung gab, entschieden wir zu laufen. Anders als in Tromsø schneite es in Trondheim zum Glück nicht und die Wege waren schon recht weit abgetaut. Das machte es deutlich leichter! Dafür war aber auch die Strecke um einiges länger. 😆

Doch es war ein schöner Weg. Wir liefen fast die ganze Zeit am Hafen entlang und ganz kurz an der Innenstadt vorbei. So leer hab ich die Straßen noch nie gesehen! Kaum ein anderer Mensch, kein Auto weit und breit, alles war wie ausgestorben. Total gespenstisch! Es hat nur noch die Melodie von „Spiel mir das Lied vom Tod“ und ein vorbeifliegendes Büschel vertrockneten Grases (oder von mir aus auch Algen) gefehlt.

Nachdem wir unsere letzte Unterkunft bezogen und alles ein wenig inspiriert hatten, begaben wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt. Samstag hatten zum Glück alle Supermärkte und einige andere größere Läden bis zum späten Nachmittag geöffnet, sodass wir Lebensmittel einkaufen und ein bisschen durch die Läden schlundern konnten. Inzwischen waren auch mehr Menschen unterwegs, jedoch noch immer deutlich weniger als gewöhnlich. Glücklicherweise hatten meine Lieblingsläden offen, sodass ich Katha und Patrick zumindest dise zeigen konnte. Doch bereits um vier machten die ersten zu, um fünf die nächsten und um sechs fand ein großes Menschenraustreiben statt. Das war dann auch unser Zeichen zum Aufbruch und wir liefen zurück zu unserer Unterkunft.

Am Sonntag schliefen wir erstmal aus und nach einem langgezogenen Brunch zeigte ich den beiden ein wenig die Stadt. Das ich mich recht gut auskenne hatte den Vorteil, dass wir nicht ewig durch die Gegend irren mussten und (wenn aufgrund der Glättesituation nötig) recht leicht ausweichen konnten. Wir liefen also zunächst ein wenig am Nidelva entlang, beobachteten dort ein paar Enten und kamen schließlich von hinten auf den Stadtteil Bakklandet zu. Wir bogen jedoch vor den schnuckeligen Häuschen ab und liefen den Berg bis zur Festung Kristiansten empor. Hier genossen wir neben der Sonne und der Aussicht auch noch ein Kvikk-Lusj, bevor wir uns wieder auf den Weg in die Innenstadt machten. Nun ging es tatsächlich nach Bakklandet und ich war ehrlich gesagt total überrascht, dass sogar ein paar Cafés geöffnet hatten (immerhin war noch Ostern und normalerweise hat in der Zeit alles zu). Von der Gamle Bybru machten wir natürlich die typischen Touribilder, bevor wir zum krönenden Anschluss zum Nidaros Dom gingen.

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Inzwischen war es auch ziemlich kalt und ich freute mich ehrlich gesagt den ganzen Rückweg wie eine Königin auf ein warmes Essen (welches natürlich zunächst erst gekocht werden musste) 😆 Abends wurde nur noch ein wenig gequatscht, doch es ging schon recht zeitig ins Bett, da Katha und Patrick bereits um kurz nach sieben zum Bus mussten.

Ich stand zwar am Montagmorgen mit den beiden auf, legte mich jedoch direkt für zwei weitere Stunden Schlaf ins Bett, sobald die Haustür zugefallen war. Die Nächte zuvor sind definitiv allesamt zu kurz gewesen!

Und dann war der Urlaub auch schon fast wieder zu Ende. Mit zugegebenermaßen ziemlich gemischten Gefühlen saß ich im Bus zurück nach Hause. Einerseits war ich ziemlich traurig darüber, dass Katha und Patrick bereits im Flugzeug nach Kopenhagen saßen und dieser so perfekt unperfekte Urlaub bereits vorbei war und ich wusste, dass ich ihre Gesellschaft ziemlich vermissen würde. Andererseits freute ich mich auch schon wieder auf die Einsamkeit auf der Farm (zumindest ein bisschen), wenn ich auch wusste, dass die Umstellung nach elf Tagen mit Freunden und Menschen um mich herum wohl ziemlich schwer sein würde. Trotzdem – ich freute mich auf die Ruhe, den Blick aus meinem Fenster, ja sogar auf meine Gastfamilie und die Arbeit. Und ich war wieder zuversichtlicher darauf, dass dieses Jahr die richtige Entscheidung gewesen ist und im großen und ganzen eine sehr positive Erfahrung sein wird. Der Abstand zu meiner Gastfamilie hat mir gut getan: das Rauskommen, auf andere Gedanken kommen, wieder ganz uneingeschränkt ich sein können, ohne mir Gedanken zu machen, wie es auf sie wirken könnte. Ja, es ist an der Zeit zurück zu kehren.

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(Dieser letzte Abschnitt ist tatsächlich größtenteils auf der Busfahrt entstanden, während mir die Sonne ins Gesicht schien und ich die letzten Tage, Wochen, Monate Revue passieren ließ)

[Bilder, Reisen] Osterurlaub #3 – Auf der Hurtigrute von Tromsø nach Trondheim 29.-31.3.

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[Bilder, Reisen] Osterurlaub #3 – Auf der Hurtigrute von Tromsø nach Trondheim 29.-31.3.

In der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag, nachdem wir einige Stunden in dem Pub verbracht haben, ging es also im tiefsten Schneegestöber auf das Postschiff. Es sind erstaunlich viele Menschen zugestiegen, weshalb es etwas dauerte, bis alle eingecheckt hatten. Unser Zimmer lag auf dem untersten Deck, zwar ohne Fenster und ohne eigenes Bad, doch für uns perfekt ausreichend. Wir gingen auch schon ziemlich schnell schlafen, denn inzwischen war es bereits fast zwei Uhr in der Frühe und am nächsten Morgen stand bereits recht zeitig ein Ausflug an.

Das Frühstücksbuffet war erstklassig: gutes Brot, Brötchen, Granola, Nüsse, hart und weich gekochte Eier, English Breakfast aus Spiegelei, Speck, Bohnen und Porridge, Obst, Gemüse, Marmeladen und so weiter. Es gab sogar Käse aus meiner Heimatregion, was mich total freute. Leider konnten wir unser Frühstück am ersten Morgen nicht allzu lange ausdehnen, denn schon bald legten wir in Harstad an und bewegten uns mit den anderen Reisenden in Richtung des bereits wartenden Busses.

Wir wurden von einem überaus freundlichen Reiseleiter begrüßt, der wie ein Grashüpfer zwischen deutsch und englisch hin und her wechselte. Hier und da baute er ein Wort der anderen Sprache ein oder direkt ein norwegisches. Es hat jedoch ziemlich viel Spaß bereitet diesem Sprachjonglieren zuzuhören und zumindest ich habe großen Respekt vor dieser Fähigkeit.

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Leider schneite es noch immer ziemlich stark, sodass die kleine Steinkirche Harstads bei unserem erstern Stopp beinahe im Schnee versank. Dennoch versprühte sie einen fesselnden Charme. Wir erfuhren einiges über die Geschichte, hatten ausreichend Zeit zum umsehen und Bilder machen und liefen anschließend die paar hundert Meter zum anliegenden Museum.

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Auf der weiteren Fahrt begann der Himmel langsam, aber stetig, mehr und mehr aufzubrechen, zwischendurch fuhr der Bus nochmal in eine dicke Schneewehe, doch schlussendlich sahen wir wieder blau und auch die Umgebung versank nicht mehr in einem schier undurchdringlichen Weiß. Der Bus fuhr auf eine Fähre, auf welcher es für jeden Gast Kaffe und eine Waffel mit brunost (norwegischer Karamellkäse) und eine leftse (in dem Fall ein sehr dünner Pallatschinken mit Butter, Zucker und Zimt) gab. Ich war selig. Und als sich der Himmel schließlich komplett aufklarte, konnte es aus meiner Sicht nicht mehr besser werden.

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An dieser Stelle möchte ich kurz von einer Dame erzählen, die mich sehr beeindruckt hat. Sie ist 83 Jahre alt und gebürtige Schwedin, ist jedoch irgendwann im Laufe ihres Lebens nach Amerika ausgewandert. Diese Dame hatte eine überaus angenehme und jugendliche Ausstrahlung und ist jedem scheinbar komplett ohne Vorbehalte begegnet. Es war sehr angenehm, sich mit ihr zu unterhalten, doch am meisten überrascht hat sie mich mit ihren Sprachkenntnissen: Dass sie schwedisch und englisch spricht, ist irgendwie selbstverständlich, norwegisch ist aufgrund der Sprachähnlichkeiten zum Schwedischen auch noch recht naheliegend. Doch wirklich beeindruckt hat sie mich, als sie mir auf deutsch antworte und einem anderen Reisenden auf französisch.

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Zurück auf dem Schiff steuerten wir an diesem Tag direkt zum Lunch und ich muss gestehen: ich hab mich total überfuttert 😆 Die Auswahl war aber auch zu verlockend und die Desserts… – kein Wunder, dass ich vor meiner Reise so viel positives vom Essen auf dem Schiff gehört habe!

Den Großteil des restlichen Nachmittags verbrachten wir in der Lounge, sprangen ab und zu auf, um ein paar Fotos zu machen, wenn die Landschaft gerade dazu einlud, quatschten, tranken Kaffee und Tee (beides im Preis inbegriffen) und ließen es uns einfach gut gehen.

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Zwischendurch legten wir in Stokmarknes an. Katha und Patrick wollten lieber an Bord bleiben und sich ein wenig ausruhen, also ging ich alleine auf Entdeckungstour. Jedoch hatten wir nur eine halbe Stunde Aufenthaltszeit, weshalb keine allzu große Tour möglich war. Doch um zur Brücke und zurück zu laufen hat es allemal gereicht und ehrlich gesagt tat es richtig gut ein bisschen die Beine zu vertreten.

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An diesem Abend wurden wir bereits in die erste Abendessensitzung gelegt, weil Katha und ich noch einen Ausflug für den Abend gebucht hatten. Jedoch gab es abends kein Buffet, sondern ein vier Gänge Menü. Da meckert man natürlich auch nicht! Insbesondere nicht, wenn es so gut geschmeckt hat. Zur ersten Vorspeise gab es einen Tomatensalt, für mich mit Avocado, für die anderen beiden mit Shrimps. Die zweite Vorspeise war bei mir eine Suppe, die ich geschmacklich null einordnen konnte und die mir leider nicht so gut bekommen ist, die anderen beiden bekamen eine Lachssuppe, die ihnen wohl mundete. Der Hauptgang bestand aus jungen Kartoffeln, für mich mit überbackenem Blumenkohl, für die anderen beiden mit irgendetwas fleischigem. Unf zum Dessert gab es eine Panna Cotta mit herrlich krachsaueren Kirschen. Patrick waren sie einen kleinen Tacken zu sauer, doch ich fand es total genial.

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Und dann hieß es auch schon für Katha und mich umziehen und von Bord gehen. Patrick stattete ich mit etwas Geld aus, welches er benutzte, um in ein Eisskulpturenmuseum zu gehen. Er war total begeistert davon und meinte, dass eine richtig coole Atmosphäre zwischen den ganzen Kunstwerken herrschte und viele sehr beeindrucktend ausgearbeitet waren.

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Katha und ich bestiegen mit vier anderen Frauen und einem Mann einen Minibus und fuhren zunächst eine gute dreiviertel Stunde zu einem Gehöft. Dort wurden uns Pferde zugeteilt und wir sollten aufsteigen. Ich für meinen Teil muss leider sagen, dass ich total enttäuscht von diesem Ausflug war. Neben mir hatte nur eine andere Frau Reiterfahrung und man merkte, dass die Pferde ziemlich abgestumpft waren und eigentlich gar keinen Bock hatten. Obwoh die Tour „Lofoten zu Pferd“ hieß, haben wir nicht allzu viel gesehen. Uns wurde eine Ferienhaussiedlung gezeigt und angepriesen, es ging kurz am Strand entlang und über ein paar Felsen. Alles in einer Reihe und mit lustlos trottenden Pferden. Da ich angegeben hab, leichte Reiterfahrung zu haben, dachte man anscheinend, ich würde gerne auf einem zickigen Pferd sitzen (ich mag es gar nicht reiten nennen). Doch, so enttäuschend der Ausflug an sich für mich war, muss ich zugeben, dass die Landschaft trotzdem wunderschön war und es zeitlich perfekt war, da wir genau in den Sonnenuntergang ritten.

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Im Anschluss an diesen Ausflug wurde es auch auf dem Schiff lustiger: die anderen Reisenden vom Pferderitt sprachen uns ständig an und wir wurden viel mehr in die „Reisecommunity“ aufgenommen. Also hatte alles mindestens einen wirklich großen Vorteil 😁

Am Freitagmorgen war der Himmel zunächst noch enttäuschend wolkenverhangen, doch bereits nach dem Frühstück klarte es sich merklich auf. Wir passierten ein kleines altes Fischerdorf, das sein öffentliches Bad gut einsehbar auf einen Felsen vorverlegt hatte. Und kurze Zeit später, so etwa gegen halb 10, passierten wir den 66sten Nordgrad und damit den Polarkreis. Um diesen Anlass zu feiern, gab es eine Stunde später eine kleine Zeremonie. Auf der Fahrt nordwärts wurde den zu weihenden Menschen Eiswasser in den Nacken gekippt, auf der Rückfahrt durften Mutige einen Löffel Lebertran einnehmen (und den Fischlöffel anschließend als Souvenir behalten). Ich war erst total enttäuscht, weil Lebertran aufgrund seiner fischigen Herkunft für mich raus fällt, doch als ich meine Situation in einem ruhigen Moment bei einem Crew-Mitglied ansprach und vorschlug Meerwasser stattdessen einzunehmen, bekam ich auch so einen Löffel. Ohne Meerwasser 🙂

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Für alle Reisenden war der ganze Tag ein Schiffstag. Es gab nur drei Aufenthalte, bei denen es sich lohnte von Bord zu gehen und von diesen drei Möglichkeiten konnten wir nur zwei nutzen, da die dritte in unsere Abendessenszeit fiel. Die anderen beiden nutzen wir natürlich so lange wie möglich um uns die Beine zu vertreten und die Ortschaften zu erkunden.

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Die erste Ortschaft war das Fischerstädtchen Sandnessjøen. Obwohl wir bereits früher als geplant anlegten, blieb nur eine knappe Dreiviertelstunde zum Erkunden. Und diese nutzten wir, um Bilder mit und von dem unbeschreibbar ruhigen und klaren Wasser zu machen. Besonders Katha und Patrick waren davon fasziniert, dass man bis zum Grund sehen und Fische, Seesterne, Krabben und Seeigel beobachten konnte. Diesbezüglich bin ich wohl inzwischen etwas verwöhnt, aber das bedeutet nicht, dass ich nicht auch komplett verzaubert von dem türkisfarbenen Nass gewesen bin. Nein, es war zu schön, um auch nur einen Bruchteil davon in Worte oder Bilder fassen zu können.

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Die zweite Möglichkeit das Festland zu betreten bekamen wir in Brønnøysund, wo wir sogar etwas mehr als eine Stunde Zeit zum umsehen hatten. Und diese Zeit nutzten wir auch voll aus: zuerst ging es zu der kleinen Kirche, von dort aus liefen wir langsam entlang am Pier zurück zum Schiff. Es war keine sehr große Runde, doch ähnlich wie in Sandnessjøen bestach auch hier das Wasser durch seine Klarheit und Farben. In dem kleinen Fjordseitenarm wurden wir Zeugen des bunten Treibens von verschiedenen Wasservögeln, die in großen und kleinen Kreisen über das Wasser flogen, landeten und neue Runden zogen. Auch dieses Städtchen hatte durch seine idyllische Verspieltheit und die Umgebung einen schier magischen Schleier über sich liegen.

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Abends gab erst einen Bildbuchsonnenuntergang (den Katha und Patrick verschliefen) und fast direkt im Anschluss ein „special Dinner“. Obwohl die klassische Hurtigrutenstrecke von Bergen nach Kirkenes nach Bergen führt, ist es auch populär von Bergen nach Kirkenes nach Trondheim zu fahren, also einfach den letzten Tag ausfallen zu lassen. Und so fielen Abschiedsmenü und Osteressen zusammen und statt dem standardmäßigen 4 Gänge Menü wurden 5 Gänge aufgetischt. Da kam es zumindest mir sehr gelegen, dass wir in der zweiten Abendessensrunde plaziert waren, denn ehrlich gesagt hab ich mich schon beim Lunch total überfuttert (wie zu eigentlich jeder Mahlzeit an Bord 😂).

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Die erste Vorspeise bestand aus einem Kartoffelsalat mit Fisch, für mich wurde er mit etwas mehr Gemüse zu Tisch gebracht. Zweite Vorspeise war eine gelbe Erbsensuppe, als Hauptgang gab es Kabeljau mit Rote-Bete-Weizen für die Mehrheit und sehr viel Ofengemüse für die Vegetarier. Etwas seltsam waren dabei die heißen Weintrauben 😀 Zum Zwischengang wurde Käse gereicht und das absolute Highlight – eine Baiser-Bidquit-Eistorte – wurde vor unseren Augen flambiert.

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Noch bevor das Essen gänzlich beendet war, ertönte eine Durchsage, dass auf der linken Rückseite des Schiffes Polarlichter zu sehen wären. Ich kann euch sagen: ein Evakuationsalarm hätte den Speisesaal nicht schneller leer fegen können. Stark war das Leuchten jedoch nicht zu sehen, nur ein gründlicher Schimmer, der bereits binnen weniger Sekunden verlosch. Ich hab es nicht einmal geschafft, ein Bild aufzunehmen. Wir entschieden also zum Dessert zurück zu gehen, da wussten wir wenigstens, was wir bekommen.😀 Zudem tat es uns ein wenig für die Crew leid, deren Arbeit ein so abruptes Ende nahm. Etwas später versuchten wir erneut Lichter zu entdecken, doch selbst mit dem besten Willen war nichts mehr am Himmel zu entdecken.

Insgesamt fielen wir drei wohl auf dem Schiff ziemlich auf, oder besser gesagt: deutlich aus dem Reisenderaster. Wir waren nicht nur die mit Abstand am Jüngsten, sondern oft auch die, die hier und da durch kleine, aber stets als sympathisch-belustigend aufgenommene, aus der Menge stachen. Nicht zu vergessen natürlich auch meine Haare, die (wenn sie zu einem legeren Dutt gebunden sind) mich fast 2 Meter groß machen und an die Türen und teils auch Decken stießen ließen. Doch insgesamt glaube ich, dass die meisten Reisenden und auch Angestellten uns als lustiges und sympathisches Trüppchen wahrgenommen haben. Immerhin kam es immer wieder zu sehr lustigen Späßen und auch ernsteren Gesprächen mit den anderen Passagieren und der Crew. Ja, ich kann sagen: die gesamte Hurtigrutenfahrt wird mir als sehr positiv im Gedächtnis bleiben.

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Müde wie wir drei waren, legten wir uns an unserem letzten Abend schon zeitig schlafen. Zeitig am Samstag legte das Schiff in Trondheim an, wir frühstückten noch in aller Ruhe und verabschiedeten uns von einigen Mitreisenden, dann begaben wir uns zur letzten Station des Urlaubs: meine ab-und-zu Heimatstadt Trondheim. Doch das ist eine andere Geschichte.

[Bilder, Reisen, Alltag] Wochenende in Trondheim

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Nach meiner ersten Woche bin ich am Donnerstagmorgen mit meinen Gasteltern und der Kleinsten nach Trondheim gefahren. Das ist die Stadt, in der ich nur wenige Tage vorher gelandet bin und die nächste größere Stadt von unserem Haus aus gesehen. Trotzdem fährt man noch fast 3 Stunden, aber hey, Nähe ist relativ 😉
Der Grund für unseren Trip war folgender: am Freitag und Samstag war je ein Farmermarkt, auf dem meine Gasteltern verkauft haben. Und so habe ich den Donnerstag frei bekommen und am Freitag und Samstag gearbeitet. 

Donnerstag habe ich mir also zunächst die Stadt ein wenig angeschaut. Bin ein wenig hierhin, ein wenig dorthin gelaufen und hab viele Bilder gemacht. Zuerst bin ich vom Torg, dem großen Einkaufscenter im Stadtzentrum, Richtung Hafen gelaufen. Von dort as hat es mich zunächst ein wenig durch die Innenstadt gezogen, vorbei an den ganzen kleinen Lädchen und Cafés.
Ohne es zu wissen habe ich in dem Café gegessen, in dem die Schwester meines Gastvaters arbeitet. Ich bin mindestens 3 Mal daran vorbei gelaufen und hab jedes Mal gedacht: „Boa, das sieht schon chic aus.. Aber auch teuer… Aber chic!“ Und wenn man so gefesselt von einem Café oder Restaurant oder von mir aus auch einer Imbissbude ist, sollte man definitiv rein 😉 Wie erwartet, es war teuer. Ich hab für ein belegtes Brötchen und einen Kaffee rund 130 Kronen bezahlt. Autsch 😅 Lecker war es aber ☺

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Während ich dort saß, habe ich mit einem Au Pair aus Trondheim geschrieben und sie meinte, sie würde mir die Gamle Bybru, also die alte Brücke, ganz fest ans Herz legen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Und wie es nunmal häufig ist, wenn man zum ersten Mal in einer Stadt ist und keinerlei Orientierungssinn hat: mal läuft riesige Umwege. Aber hey, so bin ich auf meinem Weg an Orten vorbei gekommen, zu denen ich später nicht mehr extra laufen musste 😂 Vor der Gamle Bybru war ich z.B. in dem kleinen Park vor dem Stiftsgården, einem hölzernen Königsschloss aus dem 18. Jahrhundert. Allerdings hab ich zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert, dass es ein Königshaus ist. Dafür habe ich die Möwe bemerkt, die es sich frech auf dem Kopf der Statue von König Olav V bequem gemacht hat. 

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Irgendwann fand ich dann die Brücke und muss zugeben, dass ich sie bezaubernd finde. Damit meine ich nicht nur die roten und geschnitzten Rahmen, sondern auch die seltsame Ruhe, die auf der Brücke herrscht. Sie darf nicht nur nicht von Autos befahren werden, sondern thront auch über dem Fluss, der sich durch ganz Trondheim schlängelt. Es stehen mehrere Bänke auf der Brücke, ein paar Fußgänger schlendern genüsslich in der Sonne, ein Fahrradfahrer schiebt sein Rad unter den Holzbögen entlang. Links von der Brücke reihen sich lauter bunt angemalte, alte Holzhäuser, die sich mehr oder weniger stark zum Wasser neigen. Irgendwo weiter hinten steht die Bakke Bybru und ganz noch weiter enrfernt kann man den Hafen und den Trondheim Fjord erahnen. Auf der gegenüberliegenden Seite ragt das Universitätsgebäute aus den Häusern empor. Ja ich gestehe, mit diesem Blick über den im Sonnenlicht glitzernden Fluss lässt sich die Zeit vergessen.

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Auf eine ganz andere Art beeindrucktend ist der massive Nidarosdom aus dem 11. Jahrhundert. Sie wurde zu Ehren und als Grabstätte des Nationalhelden St. Olav gebaut. Einem Wikingerkönig, der das Christentum in die Trondheimgegend gebracht hat. Zu Lebzeiten wurde er dafür geächtet, doch nach seinem Tod ehrte ihn die inzwischen stark gewachsene christliche Gemeinschaft. Während die Brücke eher leicht und anmutig wirkt, hinterlässt die Kathedrale durch ihre Massivität einen mindestens ebenso bleibenden Eindruck. Insbesondere die reichlich verzierte Westfront des Doms lädt zum Innehalten und Staunen ein.

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Weil ich danach nicht wusste, wie ich die verbliebene Stunde nutzen sollte, bis mein Gastvater mich abholt, bin ich in das eintrittsfreie Waffenmuseum beim Dom gegangen. Hier wird die komplette Kriegs- und Waffengeschichte der Trondheimregion ausgestellt, von den Wikingern bis in die Neuzeit. Beeindruckend war unter anderem die Sammlung alter Waffen, beschämend die ganze Nazipropaganda aus dem 2. Weltkrieg. 

Wobei, zu dem Thema fällt mir wieder die Geschichte des Hauses ein, in dem meine Gastmutter in Trondheim aufgewachsen ist: in der Zeit des 2. Weltkrieges, in der Norwegen von den Deutschen belagert wurde, wurde das Haus der Familie abgenommen und von Soldaten bewohnt. Als meine Gasteltern das Haus vor ein paar Jahrem renoviert haben, fanden sie eine Vase, ein Bild und Zeitungen aus eben jener Zeit. Nur mal so als Info am Rande 😉

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Ansonsten war mein Wochenende ereignislos. Eben weil gearbeitet. Freitag bin ich zu nichts weiter gekommen, Samstag bin ich mit der Kleinen in die Innenstadt und auf den Farmermarkt gelaufen. Und abends habe ich eine norwegische „Tradition“ kennen gelernt: Das Süßigkeitenfuttern. Ehrlich, es war schon komisch. Meine Gasteltern kamen mit einer großen Tüte voller Süßkram heim, und die Kinder rissen alle Tüten auf und machten sich über den Inhalt her. Ich saß dazwischen und war mir nicht sicher, ob sie alles öffnen dürfen oder nicht 😂 Aber sie dürfen, denn Süßigkeiten gibt es nur einmal die Woche und dann eben richtig. Mein Fazit dieses abends: totaler Zuckerschock 😅

[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

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[Gedanken, Bilder, Alltag] Woche #1 fast geschafft

Wow, ich bin jetzt schon seit 6 Tagen in Norwegen. Irgendwie ist die Zeit schon wieder so schnell rum gegangen – und irgendwie bin ich gefühlt schon wieder eine ganze Ewigkeit von Zuhause weg. 

Ich wusste zwar schon in Deutschland, dass ich ziemlich außerhalb landen würde, aber dass es so weit ist, hab ich dann doch nicht erwartet :lol:. Bis zum nächsten Dorf fährt man 10 Minuten in die eine Richtung, meine Sprachschule ist nochmal gute 5 Minuten weiter; die nächste Stadt liegt 30 Minuten in der anderen Richtung. Und es gibt nur eine Straße, die in jede dieser beiden Richtungen führt. Aber hey, dafür wohne ich landschaftlich im absoluten Paradies – etwa 50 Meter vom Fjord entfernt, ein Wald mit Wasserfällen gegenüber und eben nur eine Straße in der Nähe 😀

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Was ist ansonsten wichtig zu wissen? Die Familie ist super lieb und sehr geduldig damit Wörter wieder und wieder und wieder zu wiederholen in der Hoffnung, dass mal was bei mir hängen bleibt. ^^ Der Älteste hat gerade begonnen deutsch in der Schule zu lernen und ich helfe fleißig bei den Hausaufgaben. Ehrlich, mir war vorher noch nie so sehr bewusst, wie schwer die deutsche Grammatik ist, wenn die eigene so viel simpler ist. Die Mittlere weiß gefühlt noch nicht allzu viel mit mir anzufangen, aber das ist irgendwie okay, da ich auch noch nicht wirklich mit ihr kommunizieren kann 😀 Und die Jüngste? Eigentlich arbeite ich ja nur mit ihr. Die beiden Großen sind schon ziemlich selbstständig und wenn sie heim kommen, höre ich quasi gerade auf. Die Kleine ist ein totales Mamakind. Verständlich, da sie die ersten 12 Monate ihres Lebens immer mit Mama verbracht hat und dementsprechend an ihr hängt. Aber solange Mama und Papa nicht in der Nähe sind, akzeptiert sie auch mich ziemlich gut. Und mehr kann man in der ersten Woche beim besten Willen nicht erwarten 🙂

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um 9 und endet irgendwann zwischen 2 und 3. Also eigentlich sehr entspannt. Danach gibt es zwischen 4 und 6 Middag, also eine Mischung aus Mittag und Abendessen. Vorher und nachher lerne ich aktuell fleißig Vokabeln und frage zum 10.000sten Mal nach dem gleichen Wort 😀 odee schaue Fern oder gehe draußen spazieren. Zu sehen gibt es ja genug. 🙂

Zu dem Farmleben kann ich ansonsten nur sagen: ich hab in einer Woche mehr über fischen, die Zubereitung vom Gefangenen, Hummer, Krebse, Rinderfleisch und Wild gelernt, als in meinem bisherigen Leben. Und das als eingefleischte Vegetarierin 😀

[Bilder, Reisen] Tag 20 auf der Südinsel – Lake Tekapo

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[Bilder, Reisen] Tag 20 auf der Südinsel – Lake Tekapo

Auch wenn ich jetzt schon einige Wochen zurück in Deutschland bin, so möchte ich trotzdem erst noch die letzten Neuseelandbeiträge zu Ende schreiben und veröffentlichen. Also – wohin ging es von Omarama aus?

Es ging weiter nach Lake Tekapo, beziehungsweise auch die Stadt Tekapo, die an einer Stelle des Sees liegt. Hier hat sich mal wieder einer der wenigen Vorteile vom „Mit-dem-Auto-fahren“ gezeigt, denn in Tekapo hätten wir mit dem Stray Bus nur einen kurzen Zwischenstopp gehabt. Ich finde das wirklich sehr bedauerlich, denn der Lake gehört wohl zu einem der am meisten fotografierten Seen überhaupt. Zumal – nachts kann man in der Gegend etwas ziemlich cooles machen. Aber der Reihe nach.

Zunächst machten wir uns also auf den Weg raus aus Omarama, jedoch nicht ohne an ein paar Aussichtspunkten zu halten. Auf der Fahrt von Omarama nach Tekapo hat man auch die Möglichkeit zum Mt. Cook zu fahren. Also dem höchsten Berg von Neuseeland. Wir haben uns allerdings dagegen entschieden. Einerseits, weil es ziemlich schneeing zu der Zeit war, andererseits weil uns die Fernansicht gereicht hat. So sind wir zunächst den halben Highway zum eigentlichen Lookout gefahren, um beim Peter’s Lookout am Lake Pukaki zu halten. Die Sicht war mal wieder bombastisch und wir entschieden runter zu dem Steinstrand zu laufen und dort ein paar Bilder zu machen.

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Anschließend ging es wieder zurück auf unsere eigentliche Route (also einmal den Mt. Cook Highway zurück). Wir hielten nochmal kurz an einem Aussichtspunkt am Lake Pukaki, an dem unter anderem auch Fisch verkauft wurde, und beobachteten mal wieder unsere asiatischen Freunde bei einem ihrer Fotoshootings. 😆

Ich hatte auf einer Seite den Lake Alexandrina entdeckt, einem kleinen See in der Nähe vom Lake Tekapo. Er wurde als ein traumhaft schönes Top Secret Ziel angepriesen und da zumindest ich es ganz gerne habe, wenn die angefahrenen Ziele nicht zu touristisch sind, wurde auch dieser See mitgenommen. Sag ich es mal so: die Straße war sehr abenteuerlich. Ich tuckerte mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15km/h auf der einspurigen Straße entlang und hoffte die ganze Zeit inständigst, dass uns kein Auto entgegen kommen möge. Aber die Fahrt hat sich definitiv gelohnt, denn wir kamen an einem kleinen, aber tiefblauen See heraus, der von einer eingeschneiten und vereisten Landschaft umgeben lag. Es war malerisch schön. Allerdings musste man beim Laufen tierisch aufpassen, denn auf dem Boden hatte sich eine etwa 10cm dicke Eisschicht gebildet, die gar nicht so glatt aussah, wie sie tatsächlich war.

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Schlussendlich traten wir das letzte Stück der Fahrt an und kamen bei unserem Tagesendziel an. Zunächst ging es zur „Church of the Good Sheperd“, also der Kirche des guten Schäfers. Wohl dem Wahrzeichen von Tekapo. Die kleine alte Steinkirche thront etwa einhundert Meter vom Seeufer entfernt auf einem kleinen Hügel und wirkt auf eine ganz eigene Art heimisch. Doch hier treffen sich massig an Touris, die bitte alle ein Bild von und mit der Kirche haben wollen. Wenn man mal ein Bild ohne Menschen hin bekommt, hat man so eine Art Mini-Jackpot geknackt. 😉

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Als ein weiteres „Highlight“ neben dem See wird die Footbridge, also eine Fußgängerbrücke, angepriesen. Was soll ich sagen? Ist halt eine Brücke 😉 Aber die frei herum rennenden Häschen waren ziemlich niedlich 🙂

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Ansonsten gibt es in der Stadt selber nicht allzu viel zu sehen. Es lohnt sich viel mehr, den See und die umliegenden Berge zu bestaunen. Das Ufer besteht aus mittelgroßen Steine, auf denen man beim Laufen nur beschwerlich voran kommt. Im Hintergrund liegen Berge, die zumindest im Winter von einer dicken Schneeschicht bedeckt sind. Hier und da liegen ein paar Äste herum und überall laufen Menschen, die versuchen die schönsten Bilder zu machen.

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Doch es gibt noch etwas anderes, für das Tekapo bekannt ist: nämlich seinen Sternenhimmel. Der Himmel der gesamten Region steht nämlich unter „Lichtverschmutzungsschutz“, das heißt nachts wird die Belastung durch Laternen und andere Lichter so weit wie möglich reduziert, sodass man in einer klaren Nacht einen atemberaubenden Sternhimmel bewundern kann. Dafür kann man auch eine sogenannte Star Gazing Tour buchen, also eine Tour zum Sterneschauen. Genau das haben wir auch gemacht. Und so wurde uns der Sternhimmel und ein paar Sternbilder etwas näher gebracht, während wir zunächst auf einer Plattform standen und später in einem Whirlpool entspannen konnten. Es war wirklich sehr, sehr beeindruckend und einfach unbeschreiblich schön.

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[Bilder, Reisen] Tag 16 auf der Südinsel – Invercargill

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[Bilder, Reisen] Tag 16 auf der Südinsel – Invercargill

Wir wollten uns am Freitagmorgen eigentlich mal wieder den Sonnenaufgang anschauen, aber das Wetter wollte mal wieder nicht so ganz wie wir. Schön sah es trotzdem auch, auch wenn die Himmelsfärbung gefehlt hat. Der See hatte ein leicht dramatisches Aussehen und wirkte ziemlich mystisch. 

Der Bus wartete bereits mit den anderen vor dem Abholort, allerdings sollte die Abfahrt erst eine gute Stunde später stattfinden. Es war allerdings trotzdem gut, dass wir bereits früher da waren, denn das Anhängerbeladen stellte sich als ziemliches Puzzle heraus.

Schließlich war dann doch alles verstaut und wir machten uns auf den Weg Richtung Invercargill. Unterwegs gab es nur einen Stopp, nämlich bei irgendeinem See. Allerdings konnte man aufgrund der dichten Regenwolken nicht wirklich allzu viel sehen. 

In Invercargill selber mussten jene, die ursprünglich nach Stewart Island wollten, erfahren, dass die Fähre aufgrund der Unwetter nicht abfahren kann. Und so blieben wir alle in der Stadt mehr oder weniger stecken. 

Dominik und ich liefen ein wenig durch die Stadt, besuchten Neuseelands ältesten Tuatara (eine Tierart, die angeblich am unverändertsten von den Dinosauriern abstammt) im Museum und liefen noch ein wenig durch den Queens Park, bevor wir uns zurück in die Innenstadt und ins Burgerfuel machten.

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Burgerfuel ist eine neuseeländische Burgerkette, die verdammt leckere Kumara Fries (Süßkartoffelpommes) macht und deren Burger im Vergleich zu Mecces und Co ziemlich lecker schmecken. Ausklingen ließen wir den Abend bei einem Kombucha im Hostel und später strickte ich endlich eine Mütze, die ich bereits in Auckland angefangen und anschließend stark vernachlässigt habe, fertig.